Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 15 (1919)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1919)
- Article
- Die berufliche und soziale Gliederung der Juden in Oesterreich
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 17)
- Language
- German
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am bedeutendsten in der Landwirtschaft, wo für sie naturgemäß der günstigste Nährboden existiert, doch ist sie zahlenmäßig, entsprechend unserer einseitigen Berufseinteilung am zahlreichsten im Handel vertreten, wo 44 067 Frauen zu dieser Schicht zählen; im übrigen hat alles, was wir oben bei Besprechung der Verhältnisse, welche in dieser Schicht im allgemeinen herrschen, vorgetragen haben, auch auf den Frauenanteil Bezug. Die jüdische Frau wird zwar etwas stärker als sonst zur Familienhilfe herangezogen, doch geschieht es nur im Verhältnis zum an sich kleinen Berufstätigenanteil derselben; und überdies macht diese relative Mehrbeteiligung die kümmerliche Besetzung der Arbeiter- und Taglöhnerschicht nicht wett. Und so sehr wir auch die Umstände würdigen und die ideologischen Motive, welche die berufliche Abstinenz der Frauen bewirken, hoch veranschlagen, so läßt es sich doch nicht leugnen: daß darin ein Hauptbelastungselement unserer Produktion liegt, welches schwere Folgen nach sich zieht. II. Die berufliche Gliederung der Juden in einzelnen Kronländern des Staates. Wie wir bereits im vorigen Kapitel erwähnt haben, stellen die österreichischen Juden keineswegs eine einheitliche in sich geschlossene Masse dar, und außer den gemeinsamen dortselbst dargelegten wirtschaftlichen Erscheinungsformen treten differente wirtschaftliche Merkmale in Erscheinung, die hervorgehoben zu werden verdienen. Besonders sind es zwei Volksschichten, die sich auch wirtschaftlich merklich voneinander unterscheiden, und zwar die West- und die Ostjuden des Staates, wobei die letzteren | dank ihrer numerischen Ueberzahl ihren j Massenstempel dem Ganzen aufdrücken. Wir I wollen hier nur sechs von den Juden stärker I besiedelte Kronländer ins Auge fassen und | verweisen in dieser Beziehung auf folgende i Tabelle 13.! In Gaüzien entfallen Ii vom Hundert | der jüdischen Bevölkerung auf die Landwirt-; schaff; in der Bukowina sogar 12, während Tabelle J3. Verteilung der jüdischen Bevölkerung auf Bcrufsklassen und Länder. Kronländer A. Land- und Forstwirtschaft B. Industrie und Gewerbe c Handel u. Ver kehr D. l.Oeffentl. Dienst, freie Berufe, Unterrichtswesen D. D. 2. Aktives Militär D.3.Von Reut. u.Unterst.Leb Berufs!, i. An- _i-.fir>_£:„.Jj stau, oeunui. A-D. zusammen Galizien . . . , . 93,471 214,184 462,004 48,080 3,742 50,323 871,804 Bukowina .... 12,417 25,529 47 191 8,290 309 9,189 102,925 Niederösterreich . . 465 52,004 89,095 46,299 16,140 1,288 522 25,855 184,847 Böhmen ..... 3,304 17,775 7.030 10,868 75,798 Mähren..... 838 . 10,398 10/344 3,465 292 5.487 4.1,174 Schlesien .... 114 3,62 7,870 859 101 1,125 13,431 Von je 1000 Juden entfallen auf die Berufskiassen und Abteilungen. Galizien ..... 107,2 245,7 529,9 55,2; 4,3 57,7 1000,0 Bukowina . . . 120,6 248,0 458,5 80,6! 3,0 1 80,3 i 000,0 Niederösterreich . . 2,5 281,3 482,0 87,3 7,0 l 139,9 1000,0 Böhmen..... 38,5 207,2 539,6 81,9 6,1 126,8 1000,0 Mähren..... 22,8 252,5 501,4 84,2 i 7,1 132,0 1000,0 Schlesien . , . . . 8,5 250,3 586,0 63,9 | 7,5 83,8 iooo,e