Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 15 (1919)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1919)
- Article
- Die berufliche und soziale Gliederung der Juden in Oesterreich
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 12)
- Language
- German
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- ao tungs- und Beamtensteilen innehalten (als Ingenieure, Techniker, Buchhalter, Reisende, und dgl. m.). Von allen Betriebsgruppen hat den größten Beamtenanteil die Gruppe Geld-, Kredit- und Versicherungswesen mit 8193, ca. % der Berufstätigen. t)ie Verhältnisse in einigen wichtigeren Beamtengruppen der Klasse D illustriert folgende Zusammenstellung. Tabelle 9. Jüdische Beamte in den Berufsgruppen D XXV —XXVIII. Anzahl der Von je 1000 Berufstätigen Von je 1000 Beamten Berufsgruppen: Beamten D XXVI. Hofu. Staatsdienst 10,295 D XXVII. Unterrichtswesen 2,688 DXXVI1I. Sonst, freie Berufe 2,452 D XXV. Aktives Militär *) 403 entfallen auf Beamte f=» ÖÖ,Ö 28,5 51,0 7,1 sind Juden 5,9 2,5 11,7 1,9 *i Als Miliiärbesmie (Angestellte^ werden Offiziere und Gleichgestellte registriert i Mannschafts^ersonen ' w o» Cs ' » werden der Arbeiterschicht zugezählt. Neben diesen hypertrophierten Schichten der Selbständigen und Angestellten schrumpft die jüdische Arbeiterklasse zu einem verhältnismäßig kleinen Bruchteil der jüdischen Berufstätigen zusammen. Ihre Zahl beträgt bei t—4*K**rt/»llfH11-lf L-iJLIllC^llllUIlS; UVI Lehrlinge und Taglöhner 120275 Personen, d. i. weniger als ^io der jüdischen Bevölkerung in Oesterreich und halb so wenig wie der entsprechende Staatsdurchschnitt. Demzufolge nimmt auch diese Klasse nur 2 vom Hundert der gesamten Arbeiterschaft im Staate ein. Am stärksten ist relativ die Arbeiterbesetzung in der Industrie, wo von 100 Berufstätigen 42 als qualifizierte Arbeiter und Lehrlinge sich betätigen bei einer durchschnittlichen Relation von 74 vom Hundert im Staate. In Grundzahlen ausgedrückt, beschäftigt die Industrie 44258 Arbeiter, 11220 Lehrlinge und 1 107 Taglöhner; der Handel nur 36252 Arbeiter, 4296 Lehrlinge und 8785 Taglöhner. Von sämtlichen im Handel Berufstätigen zählen ca. 13 vom Hundert zu den Arbeitern (Kommis und niedrige Handelsangestellte); 2 vom Hundert entfallen auf Lehrlinge, und 3 sind Taglöhner. Die Handelsklasse hat neben der Landwirtschaft den größten Taglöhneranteil dank der Gruppe C XXIV HäusL Dienste und Lohnarbeit wechselnder Art, welche allein aber 2 s aller jüdischen Taglöhner umfaßt. Dagegen sind unsere Lehrlinge im Handel verhältnismäßig schwach vertreten, indem auf je 100 Selbständige im Handel nur 3 Lehrlinge, in der Industrie dagegen 22 entfallen. Diese Ziffern beweisen, wie wenig unsere Kaufleute auf berufliche Vorbereitung und Ausbildung eines tüchtigen Nachwuchses Gewicht legen. Als erwähnenswert sei noch hervorgehoben, daß von den 44258 industriellen Arbeitern 19332 im Bekleidungsgewerbe und 6216 in der Nahrungsmittelindustrie, somit vorwiegend in kleingewerblichen Produktionszweigen tätig sind. Dieser Mangel an fabrikmäßigem lebenslänglichen**) Proletariat gehört auch zu den charakteristischen Merkmalen der jüdidischen sozialen Schichtung in Oesterreich, Auch die letzte jüdische Schicht, die mithelfenden Familienangehörigen, hat Abweichungen vom allgemeinen österreichischen sozialen Schema aufzuweisen. i ') Unsere Arbeiterstellen hauptsächlich ein proletarisches Uebergangsstudium dar, indem jeder Geselle das Selbständigwerden austreibt