Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 15 (1919)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1919)
- Article
- Die berufliche und soziale Gliederung der Juden in Oesterreich
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 2)
- Language
- German
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Verhältnis zu einem Berufe stehen, werden den Berufszugehörigen zugezählt. Die Summe dieser Berufszugehörigen entspricht der Anzahl der Bevölkerung eines gewissen Landes. Ist das Berufsverhältnis ein unmittelbares und aktives, so sprechen wir von Berufstätigen, alle anderen Personen zählen zu den Erhaltenen. Es sind dies die berufspassiven Familienangehörigen und die Hausdienerschaft, von denen die ersteren gar keinen Erwerbsanteil haben, die anderen dagegen zwar mittelbar im Berufe erwerbstätig sind, ohne aber im inneren unmittelbaren Zusammenhange mit dem Berufe zu stehen. Neben diesen Berufsabteilungen kennt die Statistik eine Kategorie der Erwerbstätigen, welche sich aus den Berufstätigen im engeren Sinne mit Ausschluß der sogenannten „Berufslosen Selbständigen" (von Renten Und Unterstützung Lebenden, in Anstalten und Berufsvorbereitung Befindlichen, Personen ohne Berufsangabe und Berufslosen) und aus der Berufsabteilung der Hausdienerschaft zusammensetzt. Alle diese Begriffe stehen in unmittelbarer Korrelation zu einander, denn je höher die Zahl der Erwerbstätigen steigt, desto mehr sind die Anzahl der Erhaltenen und vice versa. Ein Volk mit verkümmertem Erwerbstätigenanteil ist volkswirtschaftlich unproduktiv und die Produktivität einer Volkswirtschaft steigt in gerader Proportionalität zur Schicht der Erwerbstätigen bzw. der Berufstätigen i. e. S. Das Verhältnis aller dieser Schichten zu einander, wie wir es bei der österreichischen Judenschaft vorfinden, ist in Tabelle 1 dargestellt. Von den 1 313635 Juden Oestereichs sind Tabelle 1. Besetzung der einzelnen Berufsabteilungen durch die österreichischen Juden und die Gesamtbevölkerung Juden Gesamtbevölkerung I Von je 1000 Be¬ Von je 3000 Be¬ Berufsabteilung rufszugehörigen ruf szugehörigen In Grundzahlen entfallen auf die In Grundzahlen entfallen auf die Berufseinzelnen Bertfsabteilungen \ abteilungen Berufszugehörige . . . 1,313,135 1,000 28,570,800 1,000 Berufstätige . . . , . 560,554 427 16,020,405 561 Erwerbstätige . . . . 509,890 388 14,951,063 523 a) Berufstätige im e. S. 498,834 380 14,480,991! 507 b) Dienstboten . . . 11,05g 8 "'m,()l:2 16 803,745 612 13,619,737 477 a) Berufslose Selbständ. 61,750 47 1,539,414 - 54 b) Angehörige ohne eigenen Hausberuf . . . 742,025 565 12,080,323 423 560554, etwa 43 vom Hundert berufstätig; 509890, etwa 39% erwerbstätig, und 61 vom Hundert der Berufszugehörigen entfallen auf die Abteilung der Berufslosen. Der entsprechende Durchschnitt bei der Gesamtbevölkerung beträgt 56, 52 und 48 vom Hundert der Gesamtzahl. Der jüdische Anteil an berufstätigen Elementen bleibt mit 14 vom Hundert hinter der österreichischen Relation zurück; unser Anteil an Angehörigen ohne Beruf um 14 vom Hundert. Diese hohe Belastung der jüdischen Produktion durch unproduktive, berufspassive, erhaltene Elemente ist ein auffallendes Symptom der gesamtjüdischen Wirtschaftslage in Oesterreich, wenn auch die Motive nicht in jedem