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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1916-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1916) · p. Seite 110

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
12 (1916)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1916)
Article
Gebrechlichkeit der Juden in Groß-Berlin
Date
1916-07-01
Page
Seite 110 (sequence 6)
Language
German
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vertreten, die meisten stehen im Alter von über 70 Jahren. Der Altersaufbau der Taubstummen weicht, soweit Berlin selbst in Frage kommt, im großen und ganzen nicht von jenem der großstädtischen Bevölkerung im allgemeinen ab. Geringe Zahl in den unteren Altersklassen, kräftigste Besetzung der 30 er, 40 er und 50 er Jahre und Sinken des Bestandes in den höheren Jahren. Da die Geisteskrankheit in den meisten Fällen kein angeborenes, sondern erworbenes Gebrechen ist, treten hier die mittleren Lebensjahre stärker hervor. In Charlottenburg, wo wie bereits oben erwähnt, eine unverhältnismäßig große Zahl von jüdischen Geisteskranken lebt und das weibliche Geschlecht sehr überwiegt, sind die Altersklassen 40 bis 50 und 50 bis 60 am stärksten besetzt, aber auch noch die nächstfolgende Altersklasse 60 bis 70 stellt ein nicht unbeträchtliches Kontingent; daß in diesen Jahren eine größere Quote von geisteskranken Frauen gezählt wurde, bestätigt unsere oben aufgestellte Vermutung, daß in Charlottenburg ältere gemütskranke Frauen von ihren Angehörigen zur Pflege in Anstalten gegeben wurden. Die Gliederung der Geistesschwachen weist Aehnlichkeit mit jener der Taubstummen auf, Auch hier ist das Kindesalter schwach vertreten, weil die Eltern solche Kinder' in Instituten zur Erziehung unterbringen. Dagegen sind das Jünglingsalter und das Jahrzehnt 20 bis 30 stark besetzt. Alle folgenden Jahrzehnte weisen im Durchschnitt eine gleich starke Vertretung auf, Fassen wir zum Schlüsse noch den Altersaufbau der Gebrechlichen insgesamt ins Auge, so ähnelt er dem Typus, wie ihn die jüdische Bevölkerung Berlins überhaupt aufweist. In Prozenten ausgedrückt verteilen sich die Gebrechlichen auf die einzelnen Jahrzehnte folgendermaßen: 0—10; 3,54, 10 »20: 11,70; 20—30: 15,24; 30—40: 19,15; 40—50: 18,08; 50- 60: 12,41; 60 -70: 11,35; über 70: 8,51. (Fortsetzung In nächster Nummer.) anstisenes ft Deutschland Eheschließungen in den .. bei der Gesamtbevölkerung, den Evangelischen, Kathomnd 1914* iikcn und juden betrug in den Jahren 1912 1913 und Die Zahl der ungemischten und gemischten Ehen 1914 folgendermaßen : Gesamt¬ Ungerniseilte Ehen Jahr zahl der :; Evang.: Rath, Ehen Jüd. 1912 523491 309779454871 3833 1913 513283 30L646453369 3621 1914 460608 277707:123781 : 2617 Gemischte Ehen Insgesamt \ Mann ev., \ Frau and. I Konf. Frau ev t j Mann ev,t Frau ev,, jMann ev., ■ rrau ev., Mann | Frau Mann Frau Mann and. Konf, iand. KonlJand. Konf.Iand. Konf. and. Konf. 54712! 24838 54373! 25Ö19 55263! 25694 Uns interessiert naturgemäß in erster Linie «das : erste Kriegsjahr 1914- Da zeigt sich nun, trotzdem nur die zweite Hälfte In den Weltkrieg fällt und ■ trotzdem anfangs zahlreiche Kriegstrauungen vori genommen wurden, ein sehr starker Rückgang der \ Ehefrequenz. Die Gesamtzahl der Eheschließungen \ 28135 27720 28678 25978 27720 26165 24306 24442 25122 642 794 483 4SI 550 nahm um 52575., d, h. um 10,4 % ab. Für die ungemischten Ehen der Evangelischen, Katholiken und Israeliten lauten die entsprechenden absoluten und relativen Zahlen: Ev. 23939- 7,9 %; Kath. 29588- 19,3%; Juden 1004-27,7%, Den geringsten Einfluß hat demnach der Krieg — soweit Material vorliegt —

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