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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1916-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1916) · p. Seite 79

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
12 (1916)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1916)
Article
Die Geburtenfrage bei den deutschen Juden
Date
1916-07-01
Page
Seite 79 (sequence 1)
Language
German
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79 — Sie Gebiirtenfrage bei den deutschen Juden, Von Henriette Fürth, Frankfurt a. M. Die Zahl der Juden in Deutschland gelit zurück. Lange Zeit hindurch stellten sie etwas mehr als 1 % der Gesamtbevölkerung, dann 1 % dar. Die jüngste Volkszählung vom 1. Dezember 1910 ergab einen Prozentanteil von 0,92, also 9 auf Tausend der Gesaintbevölkerung. Diese zeitlich jüngste Angabe hat sich seitdem weiter nach der ungünstigen Seite verschoben, und zwar sowohl, was den prozentualen Anteil als was die Geburtenziffer anlangt. Als Allgemeinerscheinung ist bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts eine absolute Zunahme der Juden bei relativer Abnahme zu verzeichnen. Ihre Zahl belief sich im Jahre 1871 auf 512.153; 1905 auf 607.862 und 1910 auf 615.027. Doch ist selbst diese im Vergleich zur allgemeinen Volkszunahme verschwindende Erhöhung den absoluten Ziffer nicht der eigenen Regenerationskraft der deutschen Juden, sondern in der Hauptsache der östlichen Einwanderung zuzuschreiben. Freilich darf dann auch auf der andern Seite nicht vergessen werden, daß das Judentum ständig beträchtliche Verluste durch Mischehen und dabei einherj gehender Taufe, durch Taufen und besonders I Kindertaufen erleidet. So waren z. B. von! i den 1914 im Deutschen Reich von jüdischen; Männern geschlossenen 3411 Ehen 794,; gleich 23.2%, also fast ein Viertel aller jüdischen Ehen Mischeheu. Rechnen wir hinzu, daß außerdem noch 550 jüdische Frauen sich mit religionsiremden Männern verheirateten, so kommen wir auf einen Prozent von 33,89 aller von jüdischen Männern oder Frauen eingegangenen Ehen. Im Jahre 1913 kamen bei den Juden auf 100 ungemischte Ehen 30,98 und im Jahre 1912: 29,48 ungemischte Ehen, deren Zahl sich noch 1901 auf nur 16,97% gestellt hatte. (Vgl. Stat. Jahrbücher für das Deutsche Reich, 1914, 1915, 1916.) Die Kinder aus solchen Ehen pflegen in der Regel dem anderen Bekenntnis zugeführt zu werden. Im Jahr 1871 kamen auf 1000 Personen 125 Juden, 1880 waren es 124; 1890: 115; 1900: 104, und 1905 nur noch 100; 1910 92. Eine teilweise Erklärung findet diese betrübliche Tatsache auch darin, daß bei den Juden die Zahl der Eheschließungen relativ geringer ist, als bei der übrigen Bevölkerung. 1913/14 haben die Eheschließungen in ganz Preußen um 15%, bei den preußischen Juden um 24% abgenommen. Besonders auffällig ist die Abnahme der jüdischen Trauungen in Berlin. Lm Jahre 1913 fanden dort 558 jüdische Trauungen statt. 1914 waren es 372, 1915 nur 190, und für 1916 schwankt die Schätzung zwischen 138 und 150. Es kommt erschwerend hinzu, daß die jüdischen Ehen durchschnittlich weniger fruchtbar sind. Bis in die Mitte der siebziger Jahre war das anders. Der Kindersegen war bei den Juden groß und die Sterblichkeit erheblich geringer als bei der Allgemeinbevölkerung. In Preußen betrug in der Zeit zwischen 1820 und 1866 bei den Juden der Ueberschuß der Lebendgeborenen über die Gestorbenen 16,80 vom Tausend der jüdisciien Bevölkerung. In der Zeit von 1888/92 nur noch 8,04 °!0o, während der vorher weitaus geringere Ueberschuß in der Allgemeinbevölkerung sich auf 13,77,0ioa stellte, 1898 bis 1902 im allgemeinen 15,65°'oo, bei den Juden nur noch 5,42 °;oo, und 1903/07 15,02 %o gegenüber 3,86 ü!oo bei den Jnden. (vgl. Dr. A. Ruppin: Die Juden

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