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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1916-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1916) · p. Seite 58

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
12 (1916)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1916)
Article
Bevölkerungsbewegung der Juden in Berlin
Date
1916-07-01
Page
Seite 58 (sequence 2)
Language
German
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- 58 — Zubezw. Abnahme in % Jahr: Evangelische: Katholiken: Juden : Evang. : Kathol : Juden: 1871 6857 149 295 1872 9480 235 447 38,3 57,7 50,5 1873 10233 281 386 7,9 19,5 — 13,6 1875 11966 313 292 1,7 11,4 - 24,3 1876-1880 8929 265 281 25,4 - 15,3 — 3,7 1881- 1885 10129 297 361 J3,4 12.1 28,46 1886-1890 12681 525 473 25,2 76,7 31,02 1891-1895 13153 697 551 3,7 32,8 19,5 16,48 1896- 1900 15098 833 597 14,7 8,34 1901-1905 15754 909 617 4.3 9,1 3,3 1906-1910 16574 1162 598 5,2 27,8 3,1 1911 16526 1287 570 - 0,3 10,8 - 1912 16706 1346 529 1,1 4,6 -7,2 1913 15299 1281 489 -8,4 —4,8 - 7,;> 1914 16269 1229 420 6,3 -u -14,1 Im ersten Jahre nach dem Kriege von 1870/1871 stieg die Zahl der Ehen bei allen Konfessionen ganz bedeutend, am meisten bei den Katholiken, nämlich um 58**, bei den Juden um 51 %, bei den Evangelischen um 38 %. Aber schon ein Jahr später sank die Eheschließungsziffer bei den Juden ganz bedeutend; es fand eine Abnahme um 13 % statt, die in den folgenden Jahren noch stärker wurde und auch noch das ganze Jahrfünft 1876/1880 anhielt. Die Folge hievon war, daß im Durchschnitt der Jahre 1876/1880 etwas weniger Ehen geschlossen wurden, als im Jahre 1871. Auch bei den Evangelischen und Katholiken ließ die Zunahme sogleich nach dem ersten Anschwellen im Jahre 1872 nach, verwandelte sich aber erst im Jahrfünft 1876/1880 in eine Abnahme. Damit ist die Periode 1871/1880 abgeschlossen. Die zweite Periode umfaßt das Jahrzehnt 1881/1890, Es ist charakterisiert durch ein erneutes Ansteigen der Ehefrequenz. Bei den Juden wurden im Jahrfünft 1881/1885 durchschnittlich im Jahr 100 Ehen mehr geschlossen als im vorangegangenen Jahrfünft 1876/1880 und das folgende Jahrfünft 1886/1890 übertraf seinerseits wiederum das vorangegangene um die gleiche Zahl. Ganz auffallend ist die Steigerung bei den Katholiken, wo namentlich das Jahrfünft 1886/1890 eine Zunahme von 76 % brachte. Die gesamte Zeitstrecke von 1890 an zeigt eine rückläufige Tendenz. Scharf ausgeprängt ist sie allerdings nur bei den jüdischen Eheschließungen, die bis 1905 eine von Jahrfünft zu Jahrfünft geringer werdende Zunahme aufwiesen: 16,48 % im Durchschnitt 1891/1895, 8,34 % imDurchschn. 1896/1900, 3,3 % im Durchschnitt des Jahrfünfts 1901/1905—, von da ab aber absolut zurückgingen. Bei den Katholiken ist der Verlauf der Entwicklung bis 1905 der gleiche, dann erfolgt mit einem Male wiederum eine Erhöhung — die entsprechenden Ziffern lauten für das Jahrfünft 1901/1905 9,1 für das Jahrfünft 1906/1910 27,8 % — die aber sofort einem bis jetzt anhaltendem Niedergänge Platz macht. Bei den Evangelischen ist im Gegensatz zu den Katholiken und Juden die Kurve nicht so einheitlich, vielmehr ist ein ständiges

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