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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1916-04-01 · Heft 4-6 (April 1916) · p. Seite 54

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
12 (1916)
Issue
Heft 4-6 (April 1916)
Article
Grundzüge einer Bevölkerungsstatistik der Juden
Date
1916-04-01
Page
Seite 54 (sequence 12)
Language
German
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- 54 — daß zu einer exakten Binnenwanderungsstatistik die bloße Gegenüberstellung der Volkszählungsziffern nicht genügt, sondern daß man außerdem den Zuwachs der Bevölkerung in den betreffenden Bezirken für die Zeitspanne zwischen den Zählungen sowie den Abgang durch Sterblichkeit kennen muß. Diese beiden Faktoren sind aber leider nicht überall bekannt. Die preußische Statistik leidet übrigens sehr darunter, daß die Geburtenzahlen in den einzelnen Kreisen die Totgeborenen mit umfassen, während die Sterblichkeitsziffern die Totgeborenen nicht enthalten, sodaß die Bevölkerungsbilanz — der Konfessionen— in den Kreisen nicht einwandfrei festgestellt werden kann. Von größerer Bedeutung ist die Kenntnis der äußeren Wanderungen, und hier interessieren selbstverständlich jene Länder vor allem, die einen großen Bevölkerungsverlust bezw. Bevölkerungsgewinn durch Wanderungen zu verzeichnen haben* In Frage kommen Rußland, Rumänien, Oesterreich-Ungarn, die Vereinigten Staaten von Nordamerika und England, die drei ersteren als Auswanderungsdie beiden letzteren als Einwanderungsländer. Eine offizielle russische Auswanderungsstatistik, welche die konfessionelle Zusammensetzung der Auswanderer enthält, existiert nicht, doch können wir annähernd die Stärke des Stromes der jüdischen Auswanderer aus Rußland für die Zeit von 1881 an berechnen, da die amtliche Statistik der Einwanderung in die Vereinigten Staaten die Nationalität der Einwanderer (die Juden werden als Nation aufgeführt) kombiniert mit dem Herkunftsland angibt. Nun hat sich allerdings auch ein Teil der jüdischen Auswanderer nach England gewandt, ihre Zahl kann wenigstens indirekt für die Jahre 1894 bis 1904 aus den Berichten der englischen Einwanderungsstatistik ermittelt werden. Der Bruchteil welcher in den Durchgangsländern Deutschland, Oesterreich, Schweiz verblieben ist bezw. sich nach Dänemark, Holland, Frankreich begeben hat, kann auf anderm Wege errechnet werden. Die Auswanderung der Juden aus R u - mänien läßt sich von 1899 an verfolgen. Erwähnt sei, daß auch für Bulgarien sich für die Zeit von 1893 an Angabenfüber die Zahl der jüdischen Auswanderer finden. Der einzige Staat, der eine konfessionelle Ein- und Auswanderungsstatistik besitzt, ist Ungarn. Hier wird Muttersprache und Reiseziel bezw. Herkunftsland der Aus- und Rückwanderer seit 1905 alljährlich veröffentlicht. Sehr eingehend ist die Gliederung der amerikanischen Einwanderungsstatistik. Es findet sich die Unterscheidung nach dem Geschlecht, Alter, Zivilstand, Bildungsstand, Vermögensverhältnissen,Beruf,Herkunftsland, Ziel der Zuwanderer, und auch noch andere von sanitären und rechtlichenGesichtspunkten wichtige Fragen lassen sich auf grund dieser Statistik beantworten. Statistisches Archiv. Un£ arn Geburten und Stet befalle in den Jahren 1911, 1912 u. 1913. Das Ungarische Statistische Jahrbuch, Neue Folge XXi, 1913 bringt folgende Angaben über die Bevölkerungsbewegung der Konfessionen in den Jahren 1911 bis 1913. 1. Lebendgeburten. Jahr Gesamtzahl i Katholiken lat. Ritus Katholiken griech. Ritus Reform. j Evangelisch | A. K. Griechisch Orthodox Israeliten 1911 732 767 387 800 80 286 86 504 42 126; 107 794 25 139 1912 765 891 405 592 85 559 89 603 43 481 112 954 25 281 1913 735 626 393879 80 762 86 696 41512 106 293 23 451

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