Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 12 (1916)
- Issue
- Heft 4-6 (April 1916)
- Article
- Grundzüge einer Bevölkerungsstatistik der Juden
- Date
- 1916-04-01
- Page
- Seite 52 (sequence 10)
- Language
- German
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- 52 - temberg, Hessen und Ungarn die Auszählung; der Sterbefälle nach dem Geschlecht er- : folgt. Wie steht es um die Untersuchung der j Sterblichkeit nach dem Alter? Reicht das j vorhandene Material aus, um ein einiger- I maßen klares Bild von der Mortalität der | Juden in den einzelnen Altersklassen zu ge-; ben? Leider verfügen wir nicht über ein so i fein gegliedertes Zahlenmaterial, als es im Interesse der wissenschaftlichen Analyse erwünscht wäre. Nur einige wenige Länder veröffentlichen die Sterbefälle der Konfessi-! onen^mit Unterscheidung nach Altersklassen! der Gestorbenen. Es greifen hier zwar er-; gänzend mancheStadtstatistiken, so vonBudaj pest, Lemberg ein, aber eine vollkommen j befriedigende Auskunft erhalten wir nicht, j Wir geben im Folgenden das vorhandene j Material an und bemerken, daß darin die j Kinder- und Säuglingssterblichkeit nicht einj begriffen ist. j Preußen kennt die Gruppierung der i Sterbefälle der Konfessionen nur nach den Altersklassen 0—15 Jahre und 15 Jahre und darüber (von 1877 an). Nur in den Jahren 1849 bis 1855 sind die jüdischen Sterbefälle nach 10jährigen Altersklassen ausgeschieden worden. Bayern hat von 1879 bis 1895 eine Auszählung der Gestorbenen nach den Altersklassen: 1. Lebensjahr, 2. —15. Lebensjahr, 16. Lebensjahr und darüber vorgenommen. Hessen hat die absolute Zahl der jüdischen Sterbefälle mit Unterscheidung des Geschlechts nach 5- und 10jährigen Altersklassen unsbes. das 1. Lebensjahr) für die Jahre 1903, 1904 und 1905 sowie die männliche und weibliche Sterbeziffer der Gesamtbevölkerung und Israeliten in den genannten Altersklassen für die betreffenden Jahre veröffentlicht. Ungarn hat nur ein einziges Mal, im Jahre 1891, eine Verteilung der konfessionell gegliederten Sterbefälle i nach 10jährigen Altersklassen aufzuweisen. Ein umfangreiches Material besitzen wir für das Europäische Rußland, wo alljährlich sogar nach Gouvernements die Sterbefälle nach Jahresklassen ermittelt werden. Ob allerdings das Urmaterial ganz zuverlässig ist, muß dahingestellt bleiben. Ebenso günstig liegen die Dinge in Bulgarien, das in recht eingehender Weise die Sterblichkeit nach dem Alter behandelt, (ab 1881 Alterskl. 0-5 u. 5—20, 20-50, 50—70, über 70, seit 1.901: 0—15,* 15—20 usw.) Endlich ist noch Algerien zu erwähnen, wo die Sterbefälle der europäischen und jüdischen Bevölkerung seit 1894 nach 5jährigen Altersklassen veröffentlicht werden. Die Sterbefälle im 1 , L—2., 2.--5. Lebensjahr sind besonders ausgezählt. Ueberblickt man die genannten Quellen, so wird man bei vorsichtiger Behandlung der Frage immerhin zu gewissen allgemeinen Schlüssen über die Lebensdauer der Juden, verglichen mit jener der übrigen Bevölkerung in den einzelnen Ländern, gelangen können. Was wir soeben über die Sterblichkeit nach dem Alter gesagt haben, gilt auch für die Kinder- und Säuglingssterblichkeit. Auch hier wäre eine Erweiterung des amtlichen Materials sehr zu wünschen Von den vorhin zitierten Quellen kommen hier die Veröffentlichungen der bayerischen Statistik aus den Jahren 1879 bis 1895 ebenfalls in Frage, da die Sterbefälle im ersten Lebensjahre angegeben sind, ebenso die Statistik des Großherzogtums Hessen für die Jahre 1903, 1904 und 1905 aus dem gleichen Grunde. Ungarn (189.1) erstreckt die Kindersterblichkeit auf alle Sterbefälle von Kindern im Alter bis zu 7 Jahren. Wieder sind es aber R u ß 1 a n d (1881) und Algerien (1897), die eine ausgezeichnete Säuglingssterblichkeitsstatistik besitzen. Es