Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 12 (1916)
- Issue
- Heft 4-6 (April 1916)
- Article
- Grundzüge einer Bevölkerungsstatistik der Juden
- Date
- 1916-04-01
- Page
- Seite 44 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2650397-3187759-3187761-3194122--4708-3194156- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 44 — befassen, so vor allem den bisher erschiene- : nen elf Jahrgängen der „Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden" zeigt, welche Fülle von Stoff auf allen Gebieten der Statistik vorhanden ist. Die Frage aber, ob diese Fülle zu einer wirklichen Systematik ausreicht, kann selbst durch ein ein-; gehendes Studium des wissenschaftlich verarbeiteten Materials nicht beantwortet wer-; den. Hierzu ist eine genaue Kenntnis der \ Quellen der Statistik erforderlich, d. h. j der gesamten amtlichen Publikationen aller i Länder und Kommunen, soweit sie Urmaj terial aus den Hauptgebieten der Statistik j (Bevölkerungs-, Wirtschafts-, Unterrichts-, I Moral- und Politischen Statistik) zur Veröf- I fentlichung bringen. j Durchforscht man daraufhin die internaj nationale Landes- und Kommunalstatistik, \ so kann die oben gestellte Frage, wenn; auch mit gewissen Einschränkungen, bejahend beantwortet werden. Es gibt mit Ausnahme der Politischen Statistik kein Hauptgebiet, das nicht genug Material enthält um die für die Juden charakterischen Erscheinungen, sofern sie überhaupt in Ziffern sich wiederspiegeln, erkennen zu lassen. Versuchen wir in folgender Skizze die Grundzüge einer systematischenBevölkerungsstatistikderJuden niederzulegen. Wir greifen die Bevölkerungsstatistik aus zwei Gründen heraus, einmal, weil sie den bestausgebauten Teil der Statistik überhaupt bildet und zweitens, weil die Bevölkerungsvorgänge innerhalb der Judenheit in den letzten Jahren mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden. Die Bevölkerungsstatistik zerfällt in die Statistik des Bevölkerungsstandes und der Bevölkerungsbewegung und -Entfaltung. Die Statistik des Bevölkerungstandes sucht die Masse, welche den Gegenstand der Untersuchung bilden soll, festzustellen und nach natürlichen und sozialen Gesichtspunkten zu scheiden. Angewandt auf die Statistik der Juden, würde es sich also zuerst darum handeln, die gesamte jüdische Bevölkerung der Erde zu ermitteln. Wir sind heute in der Lage, in einer der Wahrheit recht nahe kommenden Weise die Gesamtzahl der Juden angeben zu können. Es gibt drei Quellen, welche das Material liefern, die amtliche Statistik in einer sehr großen Zahl von Ländern, die bei den Volkszählungen die Konfession feststellt, Erhebungen privater Organisationen für die meisten Länder, in denen eine amttliche Statistik teils nicht existiert, teils die konfessionelle Statistik nicht gepflegt wird, und endlich sorgfältige Schätzungen e inzelner mit denLandes Verhältnissen wohl vertrauter Persönlichkeiten für einige wenige Länder, wo weder Landesstatistik noch private Organisationen Auskunft geben. Durch Volkszählung kennen wir die Zahl der Juden in E u r o p a in folgenden Ländern: Bosnien und Herzogewina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Gibraltar, Griechenland, Irland, Italien, Kreta, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Oesterreich, Portugal, Rumänien, Rußland, Schweiz, Schweden, Serbien, Ungarn. In Asien existieren amtliche Angaben für die E n g 1 i s c h e n Besitzungen: Britischindien, Ceylon, Honkong, Cypern, dieNi ederländischen Besitzungen : Java, Madeira sowie die übrigen Kolonien, die Russischen Besitzungen: Kaukasus, Zentralasien, Sibirien. In Afrika beruht auf gleicher Quelle das Material für die B r i t i s c h e n Besitzungen : Cap der guten Hoffnung, Natal, Orange River Colonie, Transvaal, Sierra Leone, Mauritius and Dependences sowie Gambia und Aegypten,die Französischen