Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 11 (1915)
- Issue
- Heft 10-12 (Oktober 1915)
- Article
- Die Berufe der Juden in München
- Date
- 1915-10-01
- Page
- Seite 86 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 86 — Die benützten Ausweise sind vom Verein j für die Statistik der Juden inj Müuchen gesammelt und in seinem Besitze, j Es ist das Material, dessen Segall in seiner j Schrift über die beruflichen und sozialen I Verhältnisse der Juden in Deutschland, S, 60, | Erwähnung tat. j In diesem Artikel sind die Berufe | der jüdischen Bevölkerung Münchens j überhaupt behandelt Ein zweiter Artikel j wird sich mit den Berufen bei den einzelnen Gebürtigkeitsgruppen (in München, im sonstigen Bayern, im sonstigen j Deutschland, im Ausland geborene Juden) belassen. Nach der Volkszählung von 1905 waren in München!) von 538 983 Personen 10 056 israelitischer Konfession, Nach der Berufszählung vom Jahre 1907, die tatsächlich einigen Ausfall bei der Personenermittlung ergeben hat, waren von 533 253 Einwohnern Münchens nur 9208 israelitischer Konfession, dies sind 1,73 der Münchener Gesamtbevölkerung; wogegen in ganz Bayern der Prozentanteil der Bekenner der jüdischen Religion nur 0,8^ ausmacht. Von den 9208 Münchener Juden waren 4925 männlichen Geschlechts, d. h. ],9 $ aller Münchener Einwohner männlichen Geschlechts, und 4283 weiblichen Geschlechts, d. h. 1,5 % aller Münchener Einwohner weiblichen Geschlechts. Der bei den Münchener Juden hervortretende Männerüberschuß, der sonst in der Großstadt nicht gewöhnlich ist, erklärt sich aus der Einwanderung osteuropäischer Elemente; bei einer solchen wandern nämlich zuerst die Männer arbeitsuchend aus und erst nach l) Segall, Jakob: „Die Entw, d. jüd. Bev. in München 1875—1905. Ein Beitrag zur Kommunalstatistik." Herausgeg. vom Verein für die Statistik der Juden, München. — Volkszählung von 1910: 11083 Israeliten oder 1,9 °/o der Bevölkerung. einiger Zeit lassen sie ihre Angehörigen nachkommen. Die Einwohnerschaft nach der Berufszählung ist gleich dem Bestände der Berufszugehörigen. Die Berufszugehörigen zerfallen in Erwerbstätige, Dienende und Angehörige. Wir wollen nur von den Erwerbstätigen reden IL Entwicklung seit 1882 unter Berücksichtigung der Berufsabteilungen. Bevor wir die Erwerbstätigkeit der jüdischen Bevölkerung in München nach der Berufszählung von 1907 näher untersuchen, wollen wir einen kurzen Rückblick auf die historische Entwicklung in dem durch die drei Berufszählungen (1882, 1895, 1907) umspannten Zeitraum werfen und dabei die Gesamtbevölkerung zum Vergleich heranziehen. Erwerbstätige jüdische Bevölkerung in München. 1907 absolJ % 1895 absol.i % 1882 absol % A. Landwirtschaft . B. Industrie einschl. Bergbau..... C. Handel u.Verkehr D Häusl. Dienste, Lohnarbeit wechs. Art....... E. Oeffentl. Dienst, freie Berunfe . . 6 713 2 127 16 489 0,1 15,1 45,0 0,3 10,4 8 556 1764 5 295 0,2 15,7 49,5 0,1 7,2 241 1058 6 137 12,9 56,8 0,3 7,4 A.—E......... F. Beruflose..... 3 351 1 372 70,9 29,1 2 592,72J 973127,3 1 442 421 77,4 22,6 A.-F......... 4 723j 100 3 565 100 1863: 100 Die Zahl der Erwerbstätigen steigt sehr stark und dem entspricht es auch, daß fast in allen Berufsabteilungen die absoluten Ziffern beträchtlich zunehmen. Was die einzelnen Berufsabteilungen betrifft, so ist folgendes zu bemerken: Die Landwirtschaft spielt wie