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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1915-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1915) · p. Seite 70

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
11 (1915)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1915)
Article
Die jüdische Sprach- und Kulturgemeinschaft in Polen
Date
1915-07-01
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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- 70 — Opatow, Sandomierz, L u b 1 i n, Hrubieszow. I Pulawy, Siedice, Biala, Radzyn, Wlodawa} Lomza, Makow, Mazowieck, Ostrow, Szczuczyn, Plock und Warschau, c) Konfessionsverhältnisse (Nationale Zusammensetzung). Die nationale Zusammensetzung der Bevölkerung Kongreß-Polens ist für die Gestaltung der rechtlichen Verhältnisse des Gebietes von allergrößter Bedeutung. Jeder, der an das polnische Problem herantritt' muß sich vor allem darüber Rechenschaft geben, wie das Zusammenleben verschiedener Sprach- und Kulturgemein" schatten im Osten geregelt werden könne. Daß wir in Kongreß-Polen nicht mit einem national-einheitlichen Gemeinwesen zu tun haben, ist aus folgenden Zahlen klar zu ersehen: Es gab in Kongreß-Polen im Jahre 1897 im Jahre 1913 absolut absolut (in % (in % Tausend.) Tausend.) Röm.-Kathol *). . 7 032 74,8 9 919 76,0 Griech.-Ortodoxe 608 6,5 484 3,7 Protestanten . . . 420 4,5 697 5,3 1 321 14,1 1 957 15,0 Nach den Berechnungen von Czinski's*) stellt sich der Prozentsatz der einzelnen Nationalitäten im Jahre 1907 wie folgt: *) Eine statistische Erfassung der verschiedenen Nationalitäten in Kongreß-Polen hat leider bis jetzt noch nicht stattgefunden. Man muß sich deshalb mit der Feststellung der Konfession oder Sprache begnügen. Es entspricht aber im großen und ganzer den tatsächlichen Verhältnissen, wenn man annimmt, daß bei einer entsprechenden Erhebung die Angehörigen der römisch-katholischen Religion sich zu^der polnischen, die Angehörigen des griechischortodoxen Glaubens zu der russischen, die des Protestantismus zu der deutschen und die der israelitischen Religion sich zur jüdischen Nation bekennen würden. **) Dr. Mieszyslan Szerer „Studien zur Bevölkerungsiehre Polens" Wien 1915. p, 12. Polen 73,45 Proz. Juden (national) 13,69 Deutsche 5,10 Ruthenen 3,52 „ Litauer 2,78 Russen 1,11 „ Weißruthenen 0.25 Die Polen stellen demnach die Majorität der Bevölkerung dar und es soll keineswegs bestritten werden, daß das Land einen polnischen Charakter trägt. Es ist aber weit davon entfernt, nationaleinheitlich zu sein. Denn es besteht doch ein großer Unterschied zwischen einem Lande, in dem eine Nation infolge ihrer zahlenmäßigen Ueberlegenheit dem Gemeinwesen ihr Gepräge aufdrückt, ohne daß die anderen neben ihr wohnenden Nationen ihre Eigenart verlieren und einem Lande, in dem überhaupt nar eine Nation konkurrenzlos für sich ansäßig ist. Worauf es ankommt, ist also nur die Feststellung, daß es neben den Polen noch andere Nationen mit stark ausgeprägten, besonderen Merkmalen im Lande gibt; es bleibt nunmehr der weitsichtigen Realpolitik überlassen, bei welchen von dieses Nationen die Ansprüche auf Berücksichtigung ihrer Sprache und Kultur befriedigt werden müssen. Von Seiten der Juden mti diese Forderung dadurch bekräftigt, daß sie infolge einer eigenartigen Verteilung auf Stadt und Land an vielen Orten kompakte und geschlossene Siedlungen bilden, d) Dichtigkeit und Verteilung auf Stadt und Land. Die Dichtigkeit der Gesamtbevölkerung in Kongreß-Polen stellte sich im Jahre 1911 folgendermaßen: Dichtigkeit auf 1 qkm. Gouvernem. Warschau 151 Kaiisch 113 „ Piotrokow 171 Radom 92

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