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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1915-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1915) · p. Seite 34

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
11 (1915)
Issue
Heft 2-3 (Februar 1915)
Article
Die jüdische Einwanderung in die Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1912 - 13
Date
1915-02-01
Page
Seite 34 (sequence 5)
Language
German
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- 34 — Von den freien Berufen kamen im j Jahre 1912 bis 1913 an: Schauspieler 15, Architekten 12, Geistliche 31, Verleger, Wissenschaftler und Schriftsteller 64, Elektrotechniker und Ingenieure 139, Rechtsanwälte 14, Musiker 203, Ärzte 20, Bildhauer und Künstler 50, Lehrer 295, andere Berufe 129, zusammen 972 Personen, d. h. 0,95 % der jüdischen Einwanderung. Von den Handeltreibenden gab es unter den Juden 6797 Personen, d. h. 6,7 ^, darunter 3842 Kaufleute und Händler, 9 Bankiers und 2946 Kommis, Buchhalter und Handelsgehülfen. Es gab noch in keinem Jahre, seit dem Bestehen der überseeischen Auswanderung, so viele jüdische Handeltreibende , wie in dem verflossenen. Eine Erscheinung, die auf eine Zerrüttung der Lebensverhältnisse des jüdischen Handelsstandes in dem hauptsächlichsten Auswanderungslande, nämlich in Rußland, schließen läßt; diese Tassache ist um so bedenklicher, als sich der jüdische Handelsstand sonst an der Wanderung der Neuzeit sehr wenig beteiligte. Die Zahl der im Bekleidungsgewerbe beschäftigten Handwerker hat sich im Vergleich mit den vorigen Jahren fast gar nicht verändert. Es gab Angehörige der freien Berufe 13 469 Personen, d. h. 1,1%, gewerblich Vorgebildete 160 108 Personen, d.h. 13,3 °/o, Angehörige verschiedener Berufe 727 127 Personen, d.h. 60,7%, Berufslose 297 188 Personen, d. h. 25,1 %, zusammen 25 126 Personen, d. h. 24,7% derGesamt-Einwanderung und 56,3 % aller gewerblich Vorgebildeten. Die Zahl der Zurückgewiesenen hat sich unter den Juden in dem letz-! ten Berichtsjahre etwas vermindert; so wurden nur 1224 Juden von der Landung zurückgewiesen, d. h. 1,2% (1,3%), dagegen 4149 Italiener, d. h. 1,5 % (1,4 %) und 19 938 Personen bei der Gesamteinwanderung, d. h. 1,6% (1,9%); nach der Zahl der Zurückgewiesenen stehen die Juden an fünfter Stelle. Die größte Zahl der Juden, nämlich 447 Personen, d. h. 36,5 %, wurde — ebenso wie im vorigen Jahre — deshalb zurückgewiesen, weil sie dem Lande zur Last fallen könnten, dann kommen 401 Personen, d. h« 32,7%, die ein ärztliches Attest über einen körperlichen oder geistigen Defekt hatten, der die Fähigkeit des Fremden, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, beeinflussen könnte und endlich 132 Personen, d. h. 10,7%, die Trachoma hatten. Der Geist und die Tendenzen der modernen Wanderbewegungen der Juden sind mit mehr oder weniger Wahrscheinlichkeit zu erkennen, und für die Männer der Praxis eröffnet sich ein weites Feld der Arbeit zu ihrer Regulierung. So müssen diejenigen, die sich vorgenommen haben, das jüdische Leben von neuem zu gestalten , die jüdische Wanderbewegung als einen der mächtigsten Faktoren berücksichtigen. Es tut not,.wenn uns auch das sichere Erfassen der Gegenwartserscheinungen nicht gegönnt ist, dasjenige von der Geschichte zu erlernen, was sich eben erlernen läßt. Das umbauende, das gestaltende Moment der jüdischen Wanderbewegungen , wrelches ursprünglich und unorganisierber wirkt, sollte von Menschenkraft auf die Gebiete konzentriert werden, wo es — von bewußtem Menschenwillen geleitet — die Möglichkeit hätte, neue Lebensformen zu schaffen.

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