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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1915-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1915) · p. Seite 31

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
11 (1915)
Issue
Heft 2-3 (Februar 1915)
Article
Die jüdische Einwanderung in die Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1912 - 13
Date
1915-02-01
Page
Seite 31 (sequence 2)
Language
German
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- äi - eingewanderten Juden 101 330 Personen, was im Vergleich mit der jüdischen Einwanderung des vorigen Jahres ein Mehr voll 20805 Personen darstellt (siehe Tabelle I); Tabelle I. Jüdische und allgemeine Einwanderung in den Vereinigten Staatsn von Amerika im Jahre 1912—13. im Fiskaljahre!. Juli bis 30. Juni Allgemeine Einwanderung Jüdische Einwanderung aus Insgesamt wanderten Juden ein in o/o Rußland Österreich-! Groß- Rumänien Ungarn jbritannien |Kumänien Deutschland anderen Ländern 1912--1913 1880-1913 1 197 892 20 644214 74 033 1 489 545 15 202 4 001 1640 | 806 219 546 | 55 802 ( 60167 j 9 246^' 5 648 525 168 101330 2 359 476 8,4 11,4 hingegen ist der Anteil der Juden an der üesamteinwanderung etwas gefallen; er bildet im letzten Jahre nur 8,4 % gegen 9,6 % des vorigen Jahres. Die gewaltige Steigerung der gesamten Einwanderung ist somit keineswegs der jüdischen Einwanderung zuzuschreiben. — Von den Angekommenen gingen mehr als die Hälfte aller Juden nach New-York, nämlich 59 029 Personen, d.h. 58,2% (im vorigen Jahre 56,3 Wie auch in den vorigen Jahren stammt die größte Zahl der Einwanderer aus Rußland; so wird der Anteil der russischen Juden an der gesamten jüdischen Einwanderung nach Amerika — aber auch wohl an den gesamten jüdischen Wanderungen der Neuzeit — mit jedem Jahre größer; diese Steigerung stellt sich folgendermaßen dar: 1909 : 68,0 # 1910 : 70,9 $ 1911 : 71,8 '% 1912 : 72,3 # 1913 : 73,1 % Dabei ist nicht nur der prozentuale Anteil sondern auch die absolute Ziffer der jüdischen Einwanderer aus Rußland im ununterbrochenen Steigen begriffen; man geht folglich nicht fehl, wenn man annimmt, daß die Lebensbedingungen der russischen Juden sich immer mehr und mehr verschlechtern; es kommen vielleicht wieder Jahre, in denen die Zahl der Auswanderer den Geburtenüberschuß übersteigen wird — wenn nicht die Lebenslage der russischen Juden sich etwas bessert, wofür man allerdings einstweilen noch keine Anzeichen hat. Der Geschlechtsaufbau der jüdischen Einwanderer zeigt in dem verflossenen Jahre eine merkliche Verschiebung, da die Zahl der männlichen Personen im Vergleich mit den letzten Jahren bedeutend gestiegen ist: so wanderten im Jahre 1912— 1913 57148 Männer, d.h. 56,4 (53,1 #)*) und 44 182 Frauen, d. h. 43,6 # (46,9 ein. Bei dem Familieneharakter der jüdischen Wanderungen, wo der Mann mit Frau und Kindern auszieht, bedeutet eine solche Verschiebung der Geschleehter wiederum eine Verschlimmerung der ökonomischen Lage der Juden in den hauptsächlichsten Auswanderungsländern. Denn der Vorgang hat sich wahrscheinlich in der Weise abgespielt, daß infolge der scharfen ökonomischen Not (Boykott in Polen!) die ganze Familie nicht mehr imstande war, die zur Auswanderung nötigen Mittel aufzubringen, und einstweilen nur der Mann, der Stärkere, ins „Land der Verheißung" vorangeschickt wurde. Dementsprechend v/eist auch der Alters- *) In Klammern stehen die Prozentsätze für das vorige Jahr.

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