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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1913-01-01 · Heft 1 (Januar 1913) · p. Seite 2

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
11 (1915)
Issue
Heft 1 (Januar 1913)
Article
Die sprachlichen Verhältnisse der Juden in Österreich
Date
1913-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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— 2 - Mit vorliegendem Artikel soll d i e Sprachenfrage der österreichischen Judenschaft erörtert werden, eine Frage, die speziell mit Rücksicht darauf von Interesse und Bedeutung erscheint, daß Österreich ein vielsprachiges, auf der sprachlichen Gleichberechtigung seiner Nationalitäten beruhendes Staatswesen ist, wo fast in jedem Kronlande andere sprachliche Verhältnisse obwalten, und die Juden, welche in allen Kronländern zerstreut sind, sich den verschiedenen Verhältnissen anzupassen haben. Während bei den früheren Volkszählungen die Religionsbekenntnisse wohl nach Bezirken und Ländern bearbeitet wurden, ohne daß jedoch festgestellt worden wöre, wieviel Anhänger der einzelnen Religionsbekenntnisse die eine oder andere Sprache als Umgangssprache benützen, wurde bereits bei der Volkszählung 1900 und ebenso bei der Volkszählung 1910 die Religion und Umgangssprache in Zusammenhang gebracht, und nicht nur die Verbindung derselben mit anderen gezählten Eigenschaften vorgenommen, sondern auch die gegenseitige Beziehung dieser beiden Fragen untereinander erörtert, wobei selbstverständlich auch der Vergleich zwischen den diesbezüglichen Erhebungen anläßlich der Volkszählungen aus den Jahren 1900 und 1910 gezogen wurde. Vorausgeschickt soll werden, daß die Umgangssprache nur bei den österreichischen Staatsangehörigen gezählt wurde, nicht aber bei den Staatsfremden, welche wohl mitgezählt, aber besonderen Untersuchungen und Erörterungen unterzogen wurden. Die sonach vorgenommenen Feststellungen, End- und Verhältnisziffern bezüglich der in Österreich wohnhaften jüdischen Bevölkerung in- und ausländischer Staatsbürgerschaft sollen nunmehr hiermit zur Besprechung gelangen, und die Ergebnisse der in Betracht kommenden Fragen mittels der dieser Abhandlung angeschlossenen Tabellen eine ergänzende Darstellung erfahren. Dieselben behandeln die absoluten Ziffern bezüglich der Umgangssprache der Juden Österreichs, nach Kronländern geordnet gemäß den Volkszählungen 1900 und 1910 (Tabelle 1 und II), die vergleichenden Verhältniszahlen bezüglich der Umgangssprache der Juden nach diesen beiden Volkszählungen (Tabelle Iii) und eine Zusammenstellung der Heiinatsländer und der Aufenthaltsgebiete der in Österreich befindlichen staatsfremden Juden nebst Verhältniszahlen gemäß den Ergebnissen der beiden genannten Volkszählungen (Tabelle IV). Den Tabellen I und II ist die Gliederung der jüdischen Bevölkerung der einzelnen Kronländer nach dem Geschlechte angeschlossen. Wie bereits erwähnt, sind die sprachlichen Verhältnisse in jedem Kronlande Österreichs andere, ja selbst innerhalb der einzelnen Landesgrenzen nicht gleichartig, und die sprachliche Stellung der Juden Österreichs ist infolgedessen sehr verschiedenartig. Es erscheint deshalb geboten, sowohl die jüdischen Verhältnisse innerhalb der einzelnen Sprachgebiete zu verfolgen, als auch innerhalb der einzelnen Kronländer, und zwar getrennt für Inländer und Staatsfremde. Wien selbst wird infolge der Wichtigkeit seiner Stellung als Hauptstadt des Reiches, wo in- und ausländische Bevölkerungsteile aller Länder, Sprachen und Konfessionen zusammenströmen, bei den Volkszählungs - Ergebnissen mit Recht als ein selbstständiges Gebiet behandelt; es wird hierdurch ein klares Bild für die Verarbeitung der Volkszählung geschaffen. Die verschiedene Stellung der einzelnen Kronländer in der Nationalitätenfrage isi dadurch gekennzeichnet, daß fast in-jedem

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