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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1914-11-01 · Heft 11-12 (November 1914) · p. Seite 165

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
10 (1914)
Issue
Heft 11-12 (November 1914)
Article
Die Blinden in Preußen in den Jahren 1880 und 1910
Date
1914-11-01
Page
Seite 165 (sequence 2)
Language
German
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— 165 — Der Verfasser des Aufsatzes, Regierungs- und Geh. Medizinalrat Dr. Robert B e h 1 a bemerkt zu dieser Tabelle folgendes: „Es ergeben sich merkliche Verschiedenheiten. Verglichen mit 1880 wurden 3910 unter 1000 Evangelischen 5,4 bezw. 8,2, unter Katholiken 4,8 bez. 8,4 und unter Juden 7,6 bezw. 11,0 Blinde ermittelt Engelmann führt für Deutschland an (1900): Katholiken 5,8, Evangelische 6,2, Juden 8,3; S c h a i d e r ebenso für Bayern (Sondererhebung für 1903) Katholiken 5,3, Evangelische 5,5, Juden 7,1. Eine Abnahme der Blinden ist also auch nach der Religionsangehörigkeit vorhanden. Daß die Juden im Vergleich zu den Christen, ähnlich wie bei den Taubstummen, mehr Blinde aufweisen, erfährt durch die letzte Volkszählung wiederum eine Bestätigung. Auch in anderen Ländern hat man die Beobachtung gemacht. Eine befriedigende Erklärung dafür hat sich bis jetzt nicht finden lassen. Rassenhygienische Momente oder Verwandtenehen hierfür verantwortlich zu machen, erscheint kaum angängig. Bei jüdischen Ehen beobachtet man nicht mehr blinde Kinder als bei den christlichen Ehen. Man kann nur sagen, daß verhältnismäßig mehr erwachsene Juden in Deutschland erblinden als Nichtjuden." O I Religionsbekenntnis der Stu- Uajcril I liierenden an bayrischen Hochschulen von 1907/08 bis 1911/12. An den 3 Landesuniversitäten und der Technischen Hochschule verteilten sich die Studenten nach dem Religionsbekenntnis folgendermaßen: Universität München. Schuljahr Gesamtzahl Katholiken Protestanten Juden 1 Prozent j d. Juden1 1907/08 [ jy-sS* 1908/09 { <?|gS- 1909/10 [ cfgS' 1910/11 ( lf 1911/12 [ff 6015 6340 6304 6547 6537 6890 6905 6942 6797 6855 2741 2739 2684 2650 2987 3014 3077 3007 3088 3007 2486 2771 2508 2768 2634 2930 2789 2909 2767 2909 492 538 605 611 633 638 709 709 689 685 8,2 8,5 9,6 9,3 9,6 9,3 10,3 10,2 10,1 9,9 Aus diesen Zahlen läßt sich natürlich kein Schluß auf die Zunahme der jüdischen Studierenden im aligemeinen ziehen, sie zeigen nur, daß die Universität München von Jahr zu Jahr eine stärkere Anziehungskraft auf die jüdischen Studenten ausübt. Ein ähnliches Bild bietet Würzburg. Universität Würzburg. Schuljahr Gesamt- Zäh! Katholiken Protestanten Juden Prozent d.Juden 1907/08 { 3V'SS* 1908/09 { 3VSS* 1909/10 ( Jf 1910/11 {ff' 1911/12 [ff Für Erlangen 1382 1322 1345 1369 1424 1429 1425 1449 1458 1447 lauten 919 887 894 896 947 923 940 1037 954 966 die Za 348 98 327? 90 337! 96 360! 97 352 j 114 352 i 138 351 | 127 280 | 125 386 j 130 361 | 113 hlen: 7,1 6,8 7,1 7,1 8,0 9,6 8,9 8,6 7,5 7,8 1907/08 W. S. S. S. 1908/09 { gVsS- 1909/10 | ^'SS- 1910/11 1063 316 689 46 6,2 1077 327 694 40 3,7 1092 309 718 43 3,9 1161 340 757 40 3,4 1123 325 717 51 4,5 1051 288 692 43 4,1 1021 231 690 61 5,9 1105 279 731 60 5,4 1217 321 808 58 4,7 1218 313 817 61 5,0 \ W. S. I s s. 1911/12 Hier ist der Prozentsatz im großen und ganzen konstant geblieben. An der Technischen Hochschule in München sinkt seit 1909 die Zahl der jüdischen Studenten. Es hängt dies damit zusammen, daß seit dieser Zeit die Zulassung der Ausländer zum Studium an der Technischen Hochschule sehr erschwert ist und von dieser Erschwerung zahlreiche jüdische Studierende aus Rußland betroffen wurden. c c Schuljahr samtihl 6 e JZ <L> >- »tantc a )zent Jude H N o X ~ 2 CJ p l ■*-> T3 —> £ CL 1907/08 { ^'SS' 2549 1034 1153 193 7,5 2543 1009 1190 188 7,4 1908/09 { 5^SS" 2511 936 1172 192 7,6 2437 894 1161 181 7,4 1909/10 { g^sS- 2629 1086 976 282 10,7 2472 919 1107 173 6,9 1910/11 { f f 2467 979* 1206* 184* — 2376 921* 1138* 183* — 1911/12 {ff 2367 889 1025 174 7,4 2268 845 997 153 6,7 *) Einschließlich der Zuhörer für einzelne Ftcher. An den übrigen bayerischen Hochschulen verteilten sich die Studierenden nach der Konfession folgendermaßen:

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