Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 10 (1914)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1914)
- Article
- Die Juden in Groß-Berlin
- Date
- 1914-09-01
- Page
- Seite 132 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2650397-3187742-3187751-3193717--4373-3193745- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 132 — Betrachten wir die einzelnen Altersklassen bei der Gesamtbevölkerung und bei den Juden. In der Altersklasse 15—20 liegen die Verhältnisse hinsichtlich der männlichen Ledigen fast ganz gleichartig, dagegen gibt es weniger weibliche Ledige bei der Gesamtbevölkerung und einen doppelt so hohen Prozentsatz von verheirateten Frauen; es sind sogar schon Witwen in diesem Alter vorhanden und eine wenn auch verschwindend kleine Zahl von weiblichen Geschiedenen. Der Anteil der Ledigen sinkt sowohl beim männlichen wie v/eiblichen Geschlecht in der folgenden Altersklasse bei den Juden viel weniger als bei der Gesamtbevölkerung. Die männlichen Ledigen haben bei der letzteren um 25% abgenommen, bei den Juden nur um 12°/0, die weiblichen um 40%, bezw. nur um 35%. Das Heiratsalter ist eben bei den jüdischen Männern viel höher hinaufgerückt. Eine analoge Verschiebung zeigt sich infolgedessen beim Stande der Verheirateten und in abgeschwächter Wirkung auch noch bei den Verwitweten. In der Altersklasse 30—40 herrscht bei den Ledigen der Gesamtbevölkerung Gleichgewicht der Geschlechter, ein Zustand, der bei den Juden erst in der nächstfolgenden Altersklasse 40—50 erreicht ist. Jetzt beginnt auch bereits die Zahl der männlichen Verheirateten zu überwiegen, was bei den Juden ebenfalls erst im Alter von 40—50 Jahren zutage tritt. Eine ganz logische Folge dieser Erscheinung ist, daß die Quote der Verwitweten bei der Gesamtbevölkerung früher von Bedeutung ist als bei den Juden. Je höher die Altersklasse wird, umso mehr sinkt bei der Gesamtbevölkerung der Anteil der Ledigen; selbstverständlich ist dies auch bei den Juden der Fall, indessen mit zweifachem Unterschied: erstens gibt es unter ihnen relativ mehr Ledige auch in hohem Alter und zweitens besteht mit Ausnahme der Altersklasse über 70 Jahre nahezu Gleichgewicht der Geschlechter, d. h. es gibt vergleichsweise fast ebensoviel ältere jüdische ledige Frauen als ledige Männer, während bei der Gesamtbevölkerung die Quote der ledigen Männer viel kleiner ist. Entsprechend dieser Tatsache ist in sämtlichen Alterskiassen der Stand der Verheirateten bei den Juden schwächer vertreten. Hinsichtlich der Verwitweten tritt ein Unterschied nicht allzu auffällig hervor. Der Prozentsatz der Geschiedenen ist bei der Gesamtbevölkerung etwas höher. Es bleiben also als besonders charakteristische Merkmale der jüdischen Bevölkerung, soweit die Familienstandsgliederung in Frage kommt: 1. größere Zahl der ledigen Personen beiderlei Geschlechts, 2. ein um 10 Jahre hinaufgerücktes Heiratsalter verglichen mit jenem der Gesamtbevölkerung, 3. annäherndes Gleichgewicht der männlichen und weiblichen Ledigen in höherem Alter. (Fortsetzung folgt.) Die Horner. Ein verdorrender jüdischer Stamm. Von Dr. S. Weißenberg, Elisabethgrad. Es ist anzunehmen, daß seit der ersten rung der Samaritaner zur Zeit Esras läßt Auslegung der heiligen Schrift auch Gegner eine verschiedene Beurteilung der Schrift dieser Methode entstanden sind. Schon vermuten, die als Grundlage der Scheidung die — wenn auch gewaltsame — Absplitte- , diente und für die damaligen Verhältnisse