Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 10 (1914)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1914)
- Article
- Die Juden in Groß-Berlin
- Date
- 1914-09-01
- Page
- Seite 130 (sequence 10)
- Language
- German
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- 130 — Von den in Berlin wohnhaften 11 645 Kindern besuchten im Jahre 1910 die Mittelschulen der jüdischen Gemeinde 1160 9,96^. Gehen wir nun von der natürlichen zur sozialen Differenzierung über und betrachten die Familienstandsgliederung. Berlin, absolut. Familien- 1 Ges- Bevstand j m. w. Zus. Juden m. w. Zus. ledig, verh.. verw. gescn. . unbek . Zus. 565758 557225 1122981 401353 403484 804837 21119; 105802, 126921 5938 10529 16467 40' II' 51 277221 220171 49739 17167: 166381 33S55 11271 4679^ 5806 2151 395! 610 3; -- i 3 994206; 107705112071257 46234| 437791 90013 ledig, verh. verw. gesch. Zus. 59,95! 50,29! 55,25 37,13: 38,12! 37,61 2,44j 10,69| 6,45 0,47i 0,90' 0,68 100,00| 100,00 I 100,00 j!00,00; 100,00:100,00" Zwischen der männlichen und weiblichen Gesamtbevölkerung zeigt sich ein Unterschied insofern, als bei der ersteren der Prozentsatz der Ledigen und Verheirateten größer, der Verwitweten dagegen viel geringer ist als bei der letzteren. Bei den Juden weisen nur die männlichen Ledigen ein allerdings bedeutendes Übergewicht auf; in allen übrigen Familienstandskategorien hat das weibliche Geschlecht die Überzahl. Läßt man die Unterscheidung nach dem Geschlecht beiseite und vergleicht lediglich Gesamtbevölkerung und Juden miteinander, so kann man nahezu Gleichartigkeit der Verhältnisse feststellen. Die Abweichungen im Prozentsatz der Ledigen und Verheirateten sind nicht sehr groß. Immerhin zählen die Juden etwas mehr Ledige und etwas weniger Verheiratete in ihren Reihen als die Gesamtbevölkerung. Jene Erscheinungen, die sich in der Familienstandsgliederung derBevölkerung von Staaten und Städten allgemein zeigen, treten auch hier zu tage. Zu den Ledigen stellt das männliche Geschlecht ein größeres Kontingent, ebenso zu den Verheirateten, dagegen überwiegen unter den verwitweten Personen die Frauen. Bei den Juden ist die Spannung der Geschlechter unter den Ledigen sowohl wie unter den Verwitweten noch größer als bei der Gesamtbevölkerung. Dagegen sind relativ mehr verheiratete weibliche Personen unter ihnen vorhanden. Die Ursache beider Tatsachen liegt in dem hoch hinaufgerückten Heiratsalter bei den männlichen Juden sowie in der Struktur der Zuwanderungsbevölkerung. In den fünf Stadtkreisen liegen die Verhältnisse folgendermaßen: absolut in % Stadtkreise ledig; verh i verw. I gesch. ledig verh. verw. gesch. Charlottenburg . . . 11427 8 872; 2 018 191 50,77 39,41! 8,96! 0,85 Schöneberg..... 5 511 4 990 1040 100 47,34 42,87 8,93 S 0,86 Wilmersdorf .... 4 650; 3 940 i 1008 100 47,95 40,63; 10.39! 1,03 Neukölln ..... 1 024 i 979 ' 73 t: 49.23 47,07 3,51! 0,20 Lichtenberg..... 549 1 505 I 45 4 49,77 45,78; 4,08 | 0,36 Berlin...... 49 739 ' 33 855 : 5 806 1 610 55,25 37,61! 6,45! 0,68 Wie wir aus dem Altersaufbau ersahen, haben Neukölln und Lichtenberg fast gleichartig einen großen Kinderbestand. Es bedeutet dies, wie obige Tabelle zeigt, daß in beiden Orten ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung verheiratet ist. In Neukölln machen die Ledigen 49^ und die Verheirateten 47% aus, in Lichtenberg sind von je 100 Juden fast 50 ledig und 46 verheiratet. In beiden Orten wohnen relativ wenig Juden