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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1914-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1914) · p. Seite 105

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
10 (1914)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1914)
Article
Die Leistungen der Armenkommission der jüdischen Gemeinde zu Berlin
Date
1914-07-01
Page
Seite 105 (sequence 9)
Language
German
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- 105 — gedeckt wird, wird durch die Zinsen des eisernen Fonds und der unter der Verwaltung der Armenkommission stehenden Stiftungen, sowie durch freiwillige Beiträge und Geschenke von Gemeindemitgliedern aufgebracht Das Kapitalvermögen des eisernen Fonds und der Stiftungen einschließlich derjenigen des Fonds für verschämte Arme betrug am 31. März 1912: 1 386 723 Mk. Wenden wir uns nunmehr den Unterstützten selbst zu, indem wir auch hier die Unterscheidung der einmalig, laufend und aus dem Fonds für verschämte Arme Unterstützten beibehalten, (siehe Tabelle III) so machen wir die Wahrnehmung, daß im Verlauf von 20 Jahren die absolute Zahl der einmalig Unterstützten fast um die Hälfte abgenommen hat Sie ist von 3259 auf 1936 heruntergegangen, hat sich also um 1300 vermindert. Diese Tatsache steht in direktem Widerspruch zu der so oft aufgestellten Behauptung, daß in Berlin die Zahl der jüdischen Almosenempfänger von Jahr zu Jahr mehr anschwelle. Da im selben Zeiträume die für einmalige Unterstützungen ausgesetzte Summe sich nahezu verdoppelt hat, ist naturgemäß der Betrag, welcher auf den einzelnen Unterstützten entfällt, bedeutend gewachsen. Während im Jahre 1893 die Höhe der einmaligen Unterstützung pro Kopf 16 Mk. betrug, belief sie sich im Jahre 1911 auf 48 Mk., also auf das Dreifache. Der umgekehrte Fall ist bei den iaufend Unter¬ Tabelle HL Jahr Einmali ge Unterst. Laufende Unterst- Fonds für verschämte Arme Es trafen auf den Kopf der .... Unterstützten Mark Personen Betrag Personen Betrag Personen Betrag einmalig laufend aus dem Fonds für versch.Arme 1893 3 259 53 539 322 58 990 272 31566 16,4 183,2 116,5 1894 2 933 49 993 308 47 057 216 25 796 17,1 152,8 119,4 1895 3153 48 478 300 44 368 196 24 234 15,4 147,8 123,6 1896 2 936 46214 315 44 677 172 32 946 15,7 141,9 191,5 1897 3 387 56 022 312 46 908 230 27017 16,5 150.3 117,4 1898 3 261 55713 345 47 935 296 31666 17,1 138,9 106,3 1899 3 309 59 931 351 51 216 267 30 819 18,1 145,9 115,4 1900 2 130 65 404 391 50 867 269 30 993 30,7 130.1 115,2 1901 2 420 70 227 398 51 663 318 44 682 29,0 129,8 142,7 1902 2412 79 531 429 56 873 263 34 786 32,9 132,6 132,3 1903 1791 69 857 431 60 009 283 40 895 39,0 139,2 144,5 1904 1 845 70 790 446 64 153 299 41360 38,3 143,8 138,3 1905 2 078 74 510 455 66 963 236 33 649 35,8 147,2 142,6 1906 1604 71 167 484 66 383 278 37106 44,3 137,1 133,5 1907 1868 84 092 445 65 759 27* 38173 45,0 147,7 138,3 1908 1915 93 477 459 69718 303 42 943 48,7 151,8 141,7 1909 1814 86 090 548 75 542 296 41 144 47,4 137,8 138,9 1910 2 027 96 260 548 78 969 319 45 317 47,4 144,1 143,3 1911 1936 94 747 572 83 529 299 47 693 48,9 146,0 159,5 stützten zu verzeichnen. Ihre Zahl hat absolut um 250, prozentual um 77,6 zugenommen, während die zur Verfügung stehenden Mittel sich nur um 41^ mehrten. Die Folge war, daß die Quote, welche auf den einzelnen Bedachten kommt, erheblich gesunken ist Im Jahre 1893 betrug sie 183 Mk., im Jahre 1911 nur 146 Mk. Was endlich die dritte Kategorie der Unterstützten, die verschämten Armen, anlangt, so ist ihre Zahl trotz mancher Schwankungen im Verlauf der Periode im großen und ganzen die gleiche geblieben, während der Etat des Fonds sich ständig vergrößert. Die selbst-

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