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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1914-06-01 · Heft 6 (Juni 1914) · p. Seite 96

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
10 (1914)
Issue
Heft 6 (Juni 1914)
Article
Eheschliessungen in den Jahren 1907 bis 1912
Date
1914-06-01
Page
Seite 96 (sequence 2)
Language
German
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- 96 Diese Tabelle besagt folgendes: Von je 100 Eheschließenden überhaupt, bezw. eheschließenden Katholiken, Evangelischen, Israeliten gingen X eine Mischehe ein. Danach liegen die Verhältnisse am günstigsten bei den Israeliten. Dies steht an sich im Widerspruch mit der sonst gemachten Wahrnehmung, daß die schwächste Konfessionsgruppe die größte Zahl der Mischehen aufweist. (Statistisches Jahrbuch für EJsass-Lothri ngen, 7. Jahrg. 1913'14). Elsass-Lothringen Selbstmorde in den Jahren 1911 and 1912. Dem Statistischen Jahrbuch für Elsass- Lothringen, 7. J h r g. 1913/14 entnehmen wir die nachstehenden Angaben. Es betrug die Zahl der Selbstmorde im Jahre 1911 bei den Kath. Evang. Israel, männl. 116 87 4 weibi. 36 21 _— zusammen 152 108 4 im Jahre 1912 männl. 175 81 6 weibl. 37_14_1 zusammen 212 95 7 Bei den Katholiken ist die Selbstmordziffer im Jahre 1912 außerordentlich in die Höhe geschnellt; die absolute Zunahme betrug 60, die prozentuale 40. Bei den Juden hat sich die Zahl der Selbstmorde nahezu verdoppelt. Eine klare Vorstellung von der Selbstmordhäufigkeit erhält man jedoch erst, wenn man die Selbstmorde innerhalb der einzelnen Konfessionsgruppen in Beziehung setzt zu der Bevölkerungszahl derselben und die Relation auf je 100 000 Angehörige der betreffenden Gruppe anstellt. Danach trafen Selbstmörder auf je 100000 1911 1912 Kath. 10,(5 14,8 Evang. 20,4 23,2 Israel". 13,1 22,9 An erster Stelle stehen demnach die Evangelischen; sie sind 1912 fast von den Israeliten eingeholt. Doch läßt sich auf Gründ der Ergebnisse eines Jahres kein Schluß ziehen. Es bleibt abzuwarten, ob in den kommenden Jahren die Selbstmordziffer der Juden wieder auf die frühere Stufe zurückgeht oder die jetzige Höhe konstant wird. Lemberg Bevölkerungsbewegung in den Jahren 1910 und 1911. Das soeben erschienene Statistis che Jahrbuch der Stadt Lemberg für die Jahre 1910 und 1911 bringt eine Fülle von Material zur Kenntnis der Bevölkerungsbewegung der Juden, das nur im Rahmen einer größeren Abhandlung vollkommen dargestellt werden kann. Wir bringen hier nur die Hauptangaben, die Eheschließungen, die Geburten und SterbefäÜe betreffend. Jahr Absolute Zahl der jüd. Es traf, auf je lOOOJuden J2 o O jQ CJ O 28,3 29,3 15,6 16,0 1910 572 1 626; 896 1911 514 j 1 704; 931 Bedeutung erhalten diese Zahlen erst durch Vergleichung mit den entsprechenden Ziffern für die Gesamtbevölkerung. Absol. Zahl der Es trafen auf 1000 der gesamten Bevölkerung Jahr Eheschi. Geb. i Sterbef. j Ehesehl, I L_ ... Geb. 1 Sterbef. 1910 1911 1 953! 6 286 i 4 097 2 036 | 6 544 j 4 186 9,4 9,9 30,5 31,4 19,9 20,1 Die Eheziffer ist bei den Juden annähernd so hoch wie bei der Gesamtbevölkerung, die Geburtenziffer ist etwas niedriger, die Sterblichkeit viel günstiger. Daher ist auch die natürliche Zunahme der Juden größer als jene der Gesamtbevölkerung. Das natürliche Wachstum der Juden betrug 12,7 %0 im Jahre 1910 und 13,3 7^ im Jahre 1911; für die Gesamtbevölkerunglauten die entsprechenden Zahlen 10,6 o/üü und 11,3%. Für die Redaktion verantwortlich: Rechtsanwalt Dr. Bruno Blau, Berlin-Charlottenburg. — Verlag von Max Schildberger Inhaber Arthur Schlesinger, Berlin W. 62, Schillstraße 3. Druck von E. Grüner. Bernau bei Berlin.

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