Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 10 (1914)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1914)
- Article
- Bevölkerungsbewegung in den Jahren 1907 bis 1909
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 95 (sequence 1)
- Language
- German
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- 95 — Berlin Bevölkerungsbewegung Jahren 1907 bis 1909. 1. Geburten. in den Kleinheit der absoluten Zahlen muß man allerdings hier mit Schlußfolgerungen vorsichtig sein. 2. Sterbefälle. Jahr Jüd. Lebendgeb. Jüd. Totgeb. Jüd unehel. Geb. aus rein jüd. Ehen ' i aus jüd. christl. Mischehen aus rein jüd. Ehen aus jüd. christl. Mischehen, Lebgeb. Totgeb. 1907 1 341 215 42 1 13 III | 2 1908 1270 231 39 8 125 : 6 1909 1 198 214 43 1 11 104! 8 Jahr Erwachsene Unter 15 Jahren Zus. 1907 1 086 227 1 313 1908 1 009 223 1 232 1909 1 058 199 1 257 Die Zahl der Lebendgeburten aus rein jüdischen Ehen sinkt mächtig; sie hat von 1907 bis 1909 absolut um 143, prozentual um 10,7 abgenommen. Die Geburtenzahl aus Mischehen ist 1908 gestiegen und weist 1909 dieselbe Höhe auf wie im Jahre 3907. Trotz Sinkens der Geburtenzahl ist die Vitalität unverändert geblieben. Keine Zunahme zeigen die jüdischen unehelichen Geburten, dagegen mehren sich die unehelichen Totgeburten sprunghaft. Wegen der Die Sterblichkeit sinkt nur sehr wenig. Von einer konstanten Abnahme kann man eigentlich nur bei den Sterbefällen von Personen unter 15 Jahren reden. 3. Eheschließungen. Jahr Jüd. ungern. Ehen Jüdischchristliche Mischehen Von 100 jüd. Männern gingen eine Mischehe ein Von 100 jüd. Frauen gingen eine Mischehe ein 1907 638 296 21,6 14,7 1908 585 281 22,2 16,3 1909 565 303 24,4 17,5 Diese Zahlen sprechen eine so deutliche Sprache, daß jeder Kommentar überflüssig ist. Elsass-Lothringen Erschliessungen in den Jahren 1907 bis 1912. Elsaß-Lothringen und Königreich Sachsen sind die beiden einzigen größeren Bundesstaaten im Deutschen Reiche, welche nur die Eheschließungen, nicht aber die Geburten und Sterbefälle nach der Konfession ausscheiden. Wir wollen im folgenden die Entwicklung der ungemischten und gemischten Ehen im Reichslande von 1907 bis 1912 betrachten: Ungemischte Ehen Mischehen Jahr t Kath. Kath. Kath. Evang.!Evang.j Israel. Insges. : Kath. i Evang. Israel Zus. und und und und und und! i Evang. Israel. Sonst. Israel. Sonst. Sonst. 1907 12174 | 9768 2191 200 1488 1456 12 4 9 5 2 1908 11727 i 9438 | 2076 202 1509 1472 11 10 9 7 — 1909 11683! 9380; 2081 207 1501 1460 17 6 10 8 — 1910 11416 j 9219! 2000 187 1518 1481 17 3 14 3 — 1911 11554 9294 1 2070 175 1517 1474 17 3 20 3 — 1912 11562 I 9234 | 2113 194 1571 1529 20 8 10 4 — Die ungemischten jüdischen Ehen weisen trotz der Schwankungen in den einzelnen Jahren eine sinkende Tendenz auf. Dasselbe beobachten wir bei der Gesamtzahl der ungemischten Ehen, während umgekehrt die Mischehen ansteigen. Rechnen wir die Hälfte der jüdischen Mischehen den jüdischen Ehen hinzu, so lautet die jüdische Eheziffer verglichen mit der allgemeinen Eheziffer: Jahr Allgem. Eheziffer Jüd. Eheziffer 1907 7,4 6,8 1908 7,2 6,8 1909 8,1 7,1 1910 6,9 6,6 1911 7,0 6,3 1912 7,0 6,7 Ueber die Mischehen gibt folgende Zusammenstellung Auskunft: ü/o der % der % der % der Misch eh. kath. Mischev. Mischisr. Mischim allg. ehen ehen ehen 1907 10,9 7,0 25,1 5,4 1908 11,4 7,3 26,4 4,7 1909 11,4 7,3 26,2 6,1 1910 11,7 7,5 27,3 7,6 1911 11,6 7,4 26,5 9,5 1912 12,0 7,7 26,8 7,2