Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 10 (1914)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1914)
- Article
- Die gegenwärtige Sterblichkeit der jüdischen und christlichen Bevölkerung des Großherzogtums Hessen nach Geschlecht, Alter und Todesursachen
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 74 (sequence 10)
- Language
- German
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- 74 — stimmterer Form auf dem Todesschein genannt wird. Tabelle XVIII. Alterskiasse von 70 und mehr Jahren. T o d c s u r s a che Altersschwäche..... Krankh. der Aimungsorgane......... Krankh. der Kreisiauisorgane ......... Gehirnschlag...... And. Krankh. der Verdauungsorgane .... Harn- und Geschlechtsorgane......... Krebs u. Neubildungen Andere Todesursachen Uebcrhaupl....... Von 100 000 Lebenden starben jährlich an bei den Juden männl. weibl. 4 210 4 672 2 001 1 452 1 531 1 720 1 253 1 136 296 284 470 158 1 044 1 342 886 726 11 691 11490 bei d. Christ, männl. weibl 4 975 5 093 1 915 1 655 1 190! 1 271 1025! 972 238! 269 297 , 139 877 893 1 444 1 181 11961 41473 Vom 70. Lebensjahr an ist die allgemeine Sterblichkeit der Juden und Christen nicht mehr verschieden. Die 4 Personengruppen ----- männliche und weibliche Juden und Christen — haben fast die gleiche allgemeine Sterblichkeit. Zeigen sich nun Unterschiede zwischen Juden und Christen hinsichtlich der einzelnen Todesursachen? Durchmustert man daraufhin die Tabelle 18, so findet man folgendes: Die jüdischen Männer zeigen gegenüber den christlichen Männern bei allen Todesursachen, die eine bestimmte Bezeichnung haben, eine größere Sterblichkeit; bei den Todesursachen mit unbestimmter Bezeichnung — Altersschwäche, unbekannte Todesursache — ist dagegen die Sterblichkeit der Juden geringer. Für die jüdischen Frauen ist im Vergleich zu den christlichen dieselbe Erscheinung festzustellen. Das bestätigt doch, was schon im vorangehenden Absatz gesagt wurde, daß nämlich bei den Juden viel seltener als bei den Christen unbestimmte Bezeichnungen als Todesursache angegeben werden. Schon aus diesem Grund müssen die Ergebnisse der Todesursachenstatistik mit Vorsicht verwertet werden. Einige Todesursachen nach Altersklassen. Nachdem im vorausgehenden die einzelnen Altersklassen nach Todesursachen charakterisiert wurden, ist in der Tabelle 19 übersichtlich dargestellt, wie sich die Sterblichkeit an bestimmten Todesursachen in den einzelnen Altersklassen gestaltet. Bei der Beurteilung dieser Todesursachenziffern ist, wie früher bemerkt, stets zu beachten, daß die allgemeine Sterblichkeit in den Altersklassen sehr verschieden ist, und daß deshalb den Ziffern einer bestimmten Todesursache ein ungleiches Gewi c h t in den einzelnen Altersklassen zukommt. Es soll deshalb auch nur die Ziffernreihe, die für die männlichen Juden gilt, mit der der männlichen Christen verglichen werden, desgleichen die Ziffernreihe der weiblichen Juden mit der der weiblichen Christen. Tut man dieses, so ergibt sich folgendes (die auffallenden Todesursachenziffern der Juden sind durch Fettdruck hervorgehoben): infektiöse Kinderkrankheiten: Sehr große Untersterblichkeit der jüdischen Kinder. Tuberkulose: Sehr große Untersterblichkeit der Juden in allen Altersklassen ohne Ausnahme. Krankheiten der Atmungsorgane: Bemerkenswerte Untersterblichkeit der Juden in fast allen Altersklassen. Krankheiten der Kreislaufsorgane: Gleiche Sterblichkeit der Juden und Christen bis zum 30. Lebensjahr, dann große Übersterblichkeit der jüdischen Männer vom 30. und der jüdischen Frauen vom 60. Lebensjahr an. Beachtenswert ist noch die vielleicht