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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1914-05-01 · Heft 5 (Mai 1914) · p. Seite 70

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
10 (1914)
Issue
Heft 5 (Mai 1914)
Article
Die gegenwärtige Sterblichkeit der jüdischen und christlichen Bevölkerung des Großherzogtums Hessen nach Geschlecht, Alter und Todesursachen
Date
1914-05-01
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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70 — und mehr Jahren, ist gekennzeichnet durch die große Zahl der Sterbefälle an Altersschwäche (bis zu 44 «^). Sonst kommen im allgemeinen dieselben Todesursachen wie in der Alterklasse von 60—69 Jahren in Betracht. Auch hier würde es zu weit führen, auf alle Einzelheiten einzugehen. Es wäre noch zu untersuchen, welche Rolle die einzelnen Todesursachen bei dem männlichen und weiblichen Geschlecht spielen, ferner bei den Juden und Christen. Die Unterschiede, die sich in dieser Beziehung zeigen, sollen eingehender erst im späteren besprochen werden, wo es sich um die Größe der Sterblichkeit infolge der einzelnen Todesursachen handelt. 7. Die Sterblichkeit der Juden und Christen nach Alter und Todesursachen 1901/12 bezw. 1906/10. In der Tabelle 12 ist die Sterblichkeit der Juden und Christen nach Geschlecht, Alter und Todesursachen wiedergegeben. Es ist berechnet, wieviel von 100 000 Lebenden jedeT Altersklasse an den bestimmten Todesursachen jährlich gestorben sind. Diese Berechnung ist vorgenommen für jede der 6 Altersklassen der Juden und Christen, getrennt nach dem Geschlecht. Der Berechnung der Säuglingssterblichkeit sind auch hier wieder die Lebendgeborenen zu Grunde gelegt. Eine eingehende Besprechung der Tabelle 12 in dieser Form mag hier unterbleiben. Der Leser wird das, was sein Interesse anregt, selbst am besten finden. Es sei nur darauf hingewiesen, daß die Zahlenangaben sowohl senkrecht als auch wagrecht verglichen werden können. Verfährt man in der ersten Weise, so lernt man die Sterblichkeit der gleichalterigen Personen nach Todesursachen kennen, während man im zweiten Falle sieht, wie groß die Sterblichkeit an einer bestimmten Todesursache in den eizelnen Altersklassen ist. Dafür nur ein Beispiel: a) Von 100 000 männlichen Juden im Alter von 60—69 Jahren starben jährlich 4 395, und zwar an Krankheiten der Kreislaufsorgane 1174, an Krankheiten der Atmungsorgane 621 , an Krebs und Neubildungen 611 , an Gehirnschlag 582 usw. Die hohe Sterblichkeit dieser Altersklasse wird also hauptsächlich bedingt durch Herzkrankheiten , durch solche der Atmungsorgane, durch Krebs und Gehirnschlag. — b) Von 100 000 jüdischen Frauen starben an Tuberkulose im Alter von 15—29 Jahren 95, im Alter von 30—59 Jahren 97, mithin in beiden Altersklassen fast gleichviel. Indessen ist die Tuberkulose in der jüngeren Altersklasse als Todesursache doch viel bedeutungsvoller, weil die gesamte Sterblichkeit dieser Altersklasse nur ^3 so groß (=263) ist als diejenige der höheren Altersklasse (=826). Demgemäß sind nach der Tabelle 11 von 100 gestorbenen jüdischen Frauen im Alter von 15—29 Jahren 36,4%, im Alter von 30—59 Jahren aber nur 11,7% der Tuberkulose erlegen. Auf diesen Punkt, die mehr oder weniger große Bedeutung der betreffenden Todesursache für die einzelne Alterklasse, ist also im nachfolgenden ganz besonders zu achten. Um die Betrachtungen übersichtlicher zu gestalten, sind die nachfolgenden kleinen Zusammenstellungen angefertigt worden. Die Sterblichkeit in den einzelnen Altersklassen nach wichtigeren Todesursachen. Betrachtet man die Sterblichkeit der jüdischen Säuglinge, so findet man, daß sie bei allen Todesursachen bedeutend kleiner ist, als bei den Christen. Daraus erklärt sich auch die allgemeine Tatsache, daß die jüdische Säuglingssterb-

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