Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 10 (1914)
- Issue
- Heft 4 (April 1914)
- Article
- Zahl der im Jahre 1912 zur evangelischen Landeskirche übergetretenen Juden im Großherzogtum Hessen
- Date
- 1914-04-01
- Page
- Seite 64 (sequence 1)
- Language
- German
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Statistisches Archiv- Hessen Zahl der im Jahre 1912 zur evangelischen Landeskirche übergetretenen Juden im Großherzogtum Hessen« Unier den 237 Personen, welche im Jahre 1912 im Großherzogtum Hessen zur evangelischen Landeskirche übertraten, waren 10 Juden, d. h. 4,?°/0. (Mitteil, der Großherzog 1. Hess. Zentralstelle für die Landesstatistik, Nr. 952, 1913). Ungarn Die Auswanderung aus Ungarn und Einwanderunj? nach Ungarn in den Jahren 1909, 1910 und 1911. 1. Auswanderung. Die Auswanderung der Juden aus Ungarn ist, wie folgende Tabelle zeigt, im absoluten Rückgang begriffen. Es wanderten aus: 1909 : 2 402 ■= 2,1 % der Gesamtzahl der Auswanderer 1910:22 84 2,4% . 1911: 2 120 3,3 °/0 . Der prozentuale Anteil der auswandernden Juden dagegen steigt. Dies zeigt, daß bei der übrigen Bevölkerung die Auswanderung stärker nachgelassen hat, als bei den Juden. Es sind abgewandert nach: ,1909 1910 1911 Deutschland ... 105 88 81 Rumänien .... 92 116 93 andern Balkanländern 22 17 6 andern europ. Staaten 128 166 113 Amerika..... 1 997 1 810 1 774 anderen Erdteilen . 58 87 53 Zus. 2 402 2 284 2120 Am stärksten hat die Auswanderung nach Deutschland nachgelassen, nämlich um 22,8%. Der Rückgang der Auswanderung nach Amerika betrug 11%. 2. Rückwanderung. Die Zahl der Rückwanderer ist in den genannten Jahren annähernd gleich hoch geblieben. Sie betrug: im Jahre 1909 21(5= 1,3% aller Rückwanderer 1910 191=0,8% „ 1911 201 0,6% Hier sehen wir die umgekehrte Erscheinung. Die Juden wandern relativ weniger zurück als die übrigen Bevölkerungsschichten. (Ungarisches StatistischesJahrbuch. Neue Folge. XVII, XVIII, XIX.) Mitteilung. Das Bureau für Statistik der Juden ist am 1. Oktober 1904 begründet^ es kann also in diesem Jahre auf die ersten zehn Jahre seines Bestehens zurückblicken. Diese erste Jubelfeier wird durch Veranstaltung eines Festaktes begangen werden; ferner wird ein Sammelbuch erscheinen, welches in kurzen Aufsätzen über die Bedeutung der Statistik der Juden unterrichten und die statistischen Verhältnisse der Juden in einztlnen Ländern und Städten schildern soll. Bisher haben folgende Herren Beiträge für das Buch zugesagt: 1. Dr. Arnold Ascher, Kaiserlicher Rat in Wien: Die Juden in Wien. 2. Dr. Bruno Blau, Rechtsanwalt in Berlin: Die bisherigen Leistungen und künftigen Aufgaben der Bureaus für Statistik der Juden. 3. Dr. Arthur Cohen, a. o. Professor der Nationalökonomie a. d, Technischen Hochschule in München: Statistik und Judenfrage. .4. Dr. A r k a d i u s E l k i n d , Moskau: Das Problem der Anthropologie der Juden nach den neuesten Forschungen. 5. Falkenburg, Direktor des Statistischen Amts in Amsterdam: Die Konfessionsstatistik in Bezug auf die Demographie der Juden in Amsterdam. 6. Dr. Maurice Fishberg, Arzt in New-York: Rassenzüchtung der Juden. 7. Dr. Wilhelm Hanauer, Arzt in Frankfurt a. M.: die jüdischen Gemeinden im Dienste der jüdischen Statistik. 8. Regierungsrat K n ö p f e 1, Darmstadt, Leiter der Großherzogl. Hessischen Zentralstelle für die Landesstatistik: Die Statistik der Juden und die statistischen Ämter Deutschlands. 9. Dr. L. Maretzki, Geh. Sanitätsrat in Berlin: Krankheitsstatistik der Juden. 10. Dr. AlfredNossig, Halensee: Die Bedeutung der Statistik der Juden für die Wohlfahrtspflege. 11. Dr. Julius Rotholz, Direktor des Statistischen Bureaus der Landesversicherungsanstalt Berlin: Die preußischen Juden als Großstadtbewohner. 12. Dr. oec. publ. Jacob Segali, Berlin: Die Bedeutung der internationalen Konfessionsstatistik. 13. Cordt Trap, Direktor des kommunalstatistischen Amts in Kopenhagen: Die Juden in Dänemark, besonders in Kopenhagen. 14. Dr. A r n o 1 d W a d 1 e r, Rechtsanwalt in München: Zur Untersuchung der jüdischen Kriminalität. 15. Dr. oec. publ., jur. et phil. Rudolf Wassermann, Rechtsanwalt in München: Die Bedeutung der Statistik der Juden für die moderne Bevölkerungstheorie. 16. Dr. S. Weissenberg, Arzt in Elisabethgrad: Die religiöse Gliederung der heutigen Juden. ^ur die Redaktion verantwortlich: Rechtsanwalt Dr. Bruno Blau, Berlin-Charlottenburg. — Verlag von Max SciiiLdberger, Inhaber Arthur Schlesinger, Berlin W. 62, Schillstraße 3. Druck von E. G r ü n e r , Bernau b«i Berlin.