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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1914-03-01 · Heft 3 (März 1914) · p. Seite 42

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
10 (1914)
Issue
Heft 3 (März 1914)
Article
Die Juden im Königreich Sachsen von 1832 bis 1910
Date
1914-03-01
Page
Seite 42 (sequence 10)
Language
German
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— 42 - die vollkommene Großstadtbevölkerung vor uns. Würden wir noch die Unterscheidung nach dem Geschlecht berücksichtigen, ferner die Kombination der Gebürtigkeit, dann würde sich vor unserem Auge ein naturgetreues Bild von der Entwicklung der jüdischen Gemeinde in Leipzig seit 1885 entrollen. Denn nirgends prägen sich die Veränderungen, die in der Zusammensetzung einer Bevölkerung vor sich gehen, mit solcher Deutlichkeit ab als in den Zahlen des Altersaufbaus. Ober die Zusammensetzung nach dem Familienstand gibtfolgende Tabelle Aufschluß; absolut j Jahr lcdig verheiratet verwitwet gesch. j 1885 2243 1182 194 * 14 j 1890 2478 1416 215 14 1895 2861 1715 248 20 1900 3650 2202 296 23 1905 4624 2656 352 22 in Prozenten Jahr ledig verheiratet verwitwet gesch. 1885 61,63 32,47 5S33 0,58 i 1890 59,91 34,23 5,19 0,34 | 1895 59,06 35,41 5,12 0,41; 1900 58,82 35,69 4,79 0,70 1915 60.24 34,60 3,86 1,30 Nur die beiden Gruppen der Ledigen : und Verheirateten kommen für unsere Unterj suchung in Frage. Die Zahlen der beiden j anderen Familienstandsgruppen, der Verj witweten und Geschiedenen sind absolut j nicht hoch und ihr Prozentsatz ist fast konj stant geblieben. Dagegen tiagen die beiden j ersten Kategorien, gleich wie der Altersj aufbäu, einen stets wechselnden Charakter, j Durch sie wird das vorhin gewonnene Bild j noch verständlicher und in seiner Richtigkeit j bestätigt. Der Prozentsatz der Ledigen ist j von 1885 bis 1890 gesunken, weil in dieser i Zeit mehr ältere Personen, also hauptsächlich i Verheiratete hinzukamen. Bis 1900 geht I ihr Anteil zurück, ein Zeichen, daß in der j Zwischenzeit die Familieneinwanderung j überwog. Erst im letzten Jahrfünft hat sich wieder eine Steigerung der Ledigen geltend gemacht. Und nun zum wichtigsten Punkte, zur Gliederung nach der G e b ü r t i g k e i t und Staatsangehörigkeit. FürdieVolkszählungen 1885, 1890 und 1900 besitzen wir nur die Gliederung nach der Gebürtigkeit. absolut in Prozenten Geboren in 1SB5 1890 1900 1885 1890 1900 Leipzig 893 1059 1599 24,53 25,60 25,88 Übr. Sachsen 52 50 75 1,43 1,21 1,21 Preußen 1364 1331 1446 37,47 32,18 23,41 Übrigen Deutschland 399 399 403 10,96 9,64 6.52 Östr.-Ungarn 526 793 1774 14,44 19,17 28.72 Übr. Europa 375 485 838 10t30 11,72 13,56 Sonst. Land. der Erde 30 18 36 0.87 0,48 0,70 Zusammen 3640 4130 6176 100 100 100 Von 1885 bis 1900 hat sich eine völlige Verschiebunoin der Zusammensetzung der jüdischen Bevölkerung vollzogen. Während damals eie deutschgebürtigen Elemente 74,39 % ausmachten, mithin 3/4 der Gesamtbevölkerung betrugen, war ihr Anteil bis 1900 auf 57,02 % gesunken, also nur auf etwas mehr als die Hälfte. Die Zahl der Österreicher-Ungarn hatte sich in derselben Zeit verdreifacht und die aus den übrigen europäischen Gebieten Stammenden mehr als verdoppelt. Daher das prozentuale Sinken der Deutschgebürtigen! Da indessen Gebürtigkeit mit Staatsangehörigkeit keinesfalls zusammenfallen, indem unter den in Leipzig Geborenen sich ein nicht unerheblicher Bruchteil von Personen befinden, die Kinder von Ausländern sind, und gleich diesen nicht die Reichsangehörigkeit besitzen, so ist diese Tabelle allein noch nicht imstande, eine zuverlässige Vorstellung von dem Anteil der Staatsfremden in Leipzig zu geben. Ergänzend dienen daher die Angaben der Zählungen von 1905 und 1910 über die Gliederung nach der Staatsangehörigkeit.

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