Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 10 (1914)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1914)
- Article
- Anthropometrische Untersuchungsergebnisse bei Nuegeborenen jüdischer und nichtjüdischer Abstammung
- Date
- 1914-02-01
- Page
- Seite 24 (sequence 2)
- Language
- German
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- 24 Jude im Westend letzterem an Größe nichts! nachgibt. — Im Gegensatze zu den bisherigen Publii kationen soll hier über Messungen, die — j in einem Wiener Sanatorium („Hera") und j der Klinik Prof. Piskacek1) — anj Neugeborenen jüdischer und nicht-! jüdischer Abstammung durchgeführt wurden, j berichtet werden. j Betrachten wir zunächst die Durchschnittsgewichte der Erstge-I borenen aus dem wohlhabenden! Mittelstande (Advokaten, Ärzte, Bej amte,Kaufleute, Offiziere, Professoren u. s.w.): j j jüdische katholische » Zahl Gewicht Zahl Gewicht I Knaben 84 - 3335,23 -f 23,71 88 3431,25 -f 29,72 | Mädchen 60-3185,5 -h 32,58 83 3257,04 -f-27,74! Sowohl bei den Knaben wie Mädchen; ist ein Defizit seitens der jüdischen Neuj geborenen zu konstatieren. Die Differenz : macht zugunsten der katholischen Kinder i bei Knaben 96,02 g und bei Mädchen 71,54 g I aus, also im Mittel rund 84 g. Auf Grund der den Mittelwerten beigefügten, die j Größe des wahrscheinlichen Fehlers angebenden Zahlen, können wir erwarten, daß auch in einem weit größeren Material jüdische Knaben ein kleineres Ge- : wicht zeigen werden als katholische. Auch bei den Mädchen ist die Differenz gesichert. — Teilen wir die Erstgeborenen nach dem erreichten Gewichte in 4 Gruppen, so erhalten wir folgende Tabelle, in der ebenfalls die Unterschiede zwischen jüdischen und nichtjüdischen Kindern deutlich zu Tage treten: l) Näheres über das Material im Beiheft des »Österreichischen Sanitätswesens" 1913, Nr. 38. Organ des San. Dep. des k. k. Ministeriums d. Innern): S Pellet, Der Einfluß sozialer Momente auf den körperliche« Entwicklungszustand der Neugeborenen. Knaben Mädchen jüd. kath. jüd. kath. weniger als 3000 g schwer waren . . . 8,3% 10,1 °/0 20,0 % 20,4 % 3000-3499 g schwer waren 59,5 48,3 61,6 53,0 3500-3999g . „ 28,5 29,2 11,6 19,2 4000g u. darüber, , 3,5 12,3 6,6 7,2 100% 100% 100% 100% Die Gewichtsunterschiede finden weder in der Alterszusammensetzung der Gebärenden, noch in deren Konstitution, Ernährungszustand oder sozialer Lage eine Erklärung. Über den Einfluß des Vaters auf den Entwicklungszustand des Neugeborenen ist nichts sicheres bekannt. In obigem Material zeichnen sich die Offizierskinder (17 unter den Katholischen, also 10°/0) durch ein bedeutend höheres Durchschnittsgewicht als die anderen aus, wodurch das Gesamtergebnis zu Ungunsten der jüdischen verschoben wird. Die Differenz bleibt jedoch auch nach Ausschaltung der Offizierskinder deutlich, wie aus folgenden Zahlen zu ersehen ist, erhalten. Erstgeborene aus dein Sanatorium jüdische katholische Knaben...... 84 - 3335 g 82 3406 g Mädchen..... 60 3185 g 72 3244 g Ferner sei noch hervorgehoben, daß die Beamten und Kaufleute ungleich stark in beiden Gruppen vertreten sind, doch kommt dieser Umstand in den Gewichtswerten nicht zur Geltung. — Auch bei den Erstgeborenen aus den unteren Volksschichten (Klinik) sind es die jüdischen, die geringere Gewichtsmaße aufweisen: jüdische katholische Knaben. . . . 34 3164,8 g 1106 3254,2 g Mädchen . . .30-3020,6 g 993 3141,0 g Zusammen 64 3C97,2 g 2099 3200,6 g Für diese Differenzen im klinischen Material kommt keines jener sozialen und biologischen Momente in Betracht, die, wie ich an anderer