Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 10 (1914)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1914)
- Article
- Die Bevölkerungsbewegung der Stadt Wien von 1900 bis 1911 mit besonderer Berücksichtigung der Juden
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 12)
- Language
- German
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- 16 - 322 männlichen und 85 weiblichen, also zusammen ein Minus von 407 Personen. Daß die Mischehen sehr wenig fruchtbar sind, ist eine bekannte Tatsache, die auch durch Tahelle XIV und XV für Wien sich bestätigt. Schlimmer ist es noch, daß die Nachkommen aus solchen Ehen für das Judentum fast ganz verloren gehen. Aus hundert Ehen, in denen der Mann konfessionslos, also früher Christ, und die Frau Jüdin war, entsprossen 105 Kinder, von denen 53 konfessionslos, 27 christlich und bloß 25 israelitisch erzogen wurden. Noch trauriger ist das Verhältnis bei 92 Ehen, in denen die Frau konfessionslos, also früher Christin und der Mann Jude war, da diese Frauen nach der Eheschließung häufig zum Christentum zurücktraten. Es waren 127 Kinder, von denen 75 christlich, 30 konfessionslos und bloß 22 israelitisch erzogen wurden. — Es erübrigt mir nur noch zu bemerken, daß die Ausweise des zentralstatistischen Amtes über die Lebendgeburten beiden Juden nicht ganz mit dem Begriff der israelitischen Kultusgemeinde übereinstimmen, aus dem Grunde, weil das zentralstatistische Amt die Tot- und Lebendgeborenen zusammen angibt, was Differenzen inbetreff der zur Lebensfähigkeit Entwickelten ergibt. Ich habe aber aus den Matrikelbüchern der Kultusgemeinde ersehen, daß deren Angaben genauer sind, und habe darum diese zumeist verwendet. Man muß überhaupt zugestehen, daß die israelitische Kultusgemeinde in Wien viel Wert darauf legt, daß die Statistik der Juden genau und systematisch bearbeitet werde. — Tabelle XIV. Fruchtbarkeit von Mischehen und in welcherReligion Kinder erzogen wurde n. Mischehen : xWann konfessionslos, Frau Jüdin. X s <~ JD 5 erzogen Gemisch christlich 100 105 53 25 27 Tabelle XV. Fruchtbarkeit von Mischehen und in welcher Religion Kinder erzogen wurden. Mischehen: Mann Jude, Frau konfessionslos. c J3 erzogen Anz, Flu 5 Konfessi-!israelitischj christlich onslos; | 92 127 30 22 75 Zum Schluß will ich noch dem Vorstand der Volkszählungs-Abteilung des zentralstatistischen Amtes, Herrn Regierungsrat Dr. Hecke, dem Vorstand des statistischen Amtes der Stadt Wien, Herrn iMagistrats- Rat Dr. Jaraöck, und dem Sekretär der israelitischen Kultusgemeinde in Wien Herrn kais. Rat Dr. Lieben und den Beamten des israelitischen Matrikel-Amtes für das freundliche Entgegenkommen und die Beihilfe, die mir bei meiner Arbeit geleistet wurden, meinen besten Dank sagen. Berichtigung. Auf pagina 175 des vorigen Jahrgangs über das i die jungen Juden einen leichteren Kampf ums Heiratsalter der Juden in Amsterdam ist zu lesen : \ Dasein führen. Die Ursache für das späte Heiraten Die jüdischen Männer heirateten früher als die j der jüdischen Mädchen ist uns nicht deutlich, nichtjüdischen, während bei den Frauen gerade das j j $ &Zn. Gegenteil der Fall ist. Dies würde uns sagen, daß 1 Für die Redaktion verantwortlich: Rechtsanwalt Dr. Bruno Blau, Berlin-Charlottenburg. — Verlag von Max Sch ildberger. Inhaber Arthur Schlesinger, Berlin W. 62, Schillstraße 3. Druck von E.'Grüner, Bernau bei Berlin.