Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 9 (1913)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1913)
- Article
- Verein für Statistik der Juden in Berlin
- Date
- 1913-12-01
- Page
- Seite 182 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 182 — Das Büro, welches übrigens im nächsten Jahre auf eine 10 jährige Tätigkeit zuiückblicken kann, hat nach wie vor die Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden herausgegeben. Der Wert der Zeitschrift ist in den beteiligten Kreisen hinlänglich bekannt. Die Zeitschrift hat manchen neuen Mitarbeiter gewonnen und erfüllt nach wie vor ihre Aufgabe in bester Weise. Ihre Bedeutung wird auch immer mehr, insbesondere von der Wissenschaft anerkannt. Die Zeitschrift wird in Zukunft allen Mitgliedern des Vereins unentgeltlich geliefert werden. Außer der Zeitschrift sind in der Berichtszeit selbständige Veröffentlichungen nicht erschienen. Es liegt dies daran, daß das Büro mit den von ihm in Angriff genommenen umfangreichen Arbeiten vollauf beschäftigt war. In erster Reihe ist an dem großen Tabellenwerk, von welchem in früheren Berichten mehrfach die Rede war, noch gearbeitet worden, da sich das Material andauernd häufte. Das Werk liegt jetzt im Manuskript fertig vor; mit der Drucklegung ist begonnen worden. Es handelt sich hier um ein Werk, wie es bisher nicht existiert hat. Es sind sämtliche in den amtlichen Tabellen aller Länder der Erde enthaltenen statistischen Angaben bezüglich der einzelnen Konfessionen zusammengestellt und einheitlich bearbeitet worden, und zwar zunächst der Bevölkerungsstand und die Bevölkerungsbewegung. Über das Werk, welches durch Aufnahme der drei Hauptkonfessionen zu einer allgemeinen Konfessions- Statistik ausgebaut worden ist, äußert sich der Leiter der „Großherzoglich Hessischen Zentralstelle für die Landesstatistik", Regierungsrat Knöpfel in Darmstadt, ein bekannter Konfessions - Statistiker, folgendermaßen: „Das Büro für Statistik der Juden beabsichtigt eine Internationale Konfessions - Statistik zu veröffentlichen. — Vom ersten Band, der die Bevölkerungs-Statistik behandeln wird, ist das Tabellenwerk bereits fertiggestellt. Das sehr eingehende Inhaltsverzeichnis wurde mir zur Einsichtnahme vorgelegt mit dem Ersuchen, dem Werk einige Worte mit auf den Weg zu geben. Ich tue dies um so lieber, als ich schon seit langen Jahren die Veröffentlichungen des Büros mit Interesse verfolge und mich dabei überzeugen konnte, daß die von ihm geleisteten Arbeiten allen Anforderungen der Wissenschaft entsprechen. Es ist also die Bürgschaft gegeben, daß auch das «eugeplante Uuternehmen einwandfrei durchgeführt werden wird. Im einzelnen konnte ich mich auch von der Zuverlässigkeit der Arbeit dadurch überzeugen, daß ich die auf das Großherzogtum Hessen bezüglichen Tabellen einer Prüfung unterzog. — Der Wert einer Konfessions-Statistik kann nicht streitig sein. Gewiß, man soll nicht überall den konfessionellen Maßstab anlegen. Da jedoch die einzelnen Konfessionen in dem praktischen Leben unverkennbare Bedeutung besitzen und da die Äußerungen des öffentlichen und privaten Lebens durch konfessionell-kirchliche Mächte nachhaltig beeinflußt werden, so ist es Aufgabe der Konfessions- Statistik, die Zustände der einzelnen Glaubensgemeinschaften zahlenmäßig zu schildern. Eine Beurteilung der Bevölkerungsverhältnisse ist ohne Kenntnis deren Zusammensetzung nach Konfessionen vielfach erschwert. Wollen gar die einzelnen Glaubensgemeinschaften zu ihren Angehörigen der einzelnen Länder in irgend einer Weise Stellung nehmen, so ist die Kenntnis der Verteilung der Konfessionen erst recht notwendig. — Die in Rede stehende Arbeit will aber nicht blos den Stand der Bevölkerung in den einzelnen Ländern der Erde, sondern auch die Bevölkerungsbewegung zur Darstellung bringen. Gerade diejenigen Bevölkerungsvorgänge, die während der letzten Zeit in Wissenschaft und Öffentlichkeit auf der Tagesordnung standen, so also besonders die erfreuliche Abnahme der Sterblichkeit, verbunden mit bedenklichem Geburtsrückgang, sollen zahlenmäßig behandelt werden. Auch die Eheschließungen, Taufen, Austritte und Wanderungen werden mitberücksichtigt. Auf diese Weise wird man sich Rechenschaft geben können, wo und wie die Bevölkerung voranschreitet und ob von einem „Untergang der Juden" gesprochen werden kann. — Wenn das Werk gedruckt vorliegen wird, wird man erstaunt sein über die Fülle des gebotenen Stoffes. Eine derartig umfangreiche Arbeit ist noch niemals versucht worden und scheiterte bisher auch an den hohen Kosten, die mit der Bearbeitung und Drucklegung notwendigerweise verbunden sind. Da die geplante Konfessions-Statistik die drei Hauptkonfessionen — Evangelische, Katholiken und Israeliten — berücksichtigt, so wird sie auch in weiten Kreisen großes Interesse finden, wenn auch die Zahl der Abnehmer eine beschränkte bleiben wird." Ferner ist eine zweite Arbeit ihrem Abschluß nahe und wird am Ende dieses Jahres vollständig vorliegen. Es ist dies eine Statistik der jüdi-