Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 9 (1913)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1913)
- Article
- Die jüdische Bevölkerung in Preußen nach dem Geschlecht 1910
- Date
- 1913-12-01
- Page
- Seite 179 (sequence 1)
- Language
- German
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- 179 - Preußen Die jüdische Bevölkerung in __Preußen nach dem Geschlecht 1910. Es wurden in der ietzten Volkszählung vom 1. Dezember 1910 in Preußen im ganzen 415926 Juden gezählt, davon waren 204 779 männlich und 211 147 weiblich. Es trafen demnach auf 1000 männliche Juden 1 031 weibliche. Bei der Gesamtbevölkerung war das gegenseitige Verhältnis der Geschlechter 1000 männliche Personen zu 1 026 weiblichen Personen. Der Frauenüberschuß ist daher bei den Juden beträchlich höher. Zum Vergleiche führen wir eine Reihe anderer Länder an: Es trafen auf 1000 männliche Personen weibliche bei den Juden in: Bayern (1905) 989 Sachsen (1905) 863 Württemberg (1905) 1001 Grhgt. Hessen (1905) 1059 Österreich (1900) 1041 Ungarn (1900) 1026 Galizien (1900) 1064 Italien (1901) 1029 Rumänien (1899) 1059 Bulgarien (1905) 1008 Serbien (1900) 977 Europ. Russiand (1897) 1051 Dänemark (1901) 1128 Schweden (1901) 921 Niederlande (1909) 1093 Luxemburg (1910) 966 Griechenland (1907) 1079 Ägypten (1907) 958 (Statistische Korrespondenz. Jhrg. XXXIX. Nr. 50.) Charlottenburg. Aus der Charlottenburger Statistik« Die seit längerer Zeit geplante Arbeit des B u - reaus für Statistik der Juden über die Juden in Berlin wird nicht nur das aus den Volkszählungen veröffentlichte amtliche Material verwerten, sondern sich auf ein reichhaltigesTabellenmaterial stützen, das vom Kgl. Preuß. StatistischenLandesa m t für die größten Vororte Berlins, wie Charlottenburg, Schöneberg, Wilmersdorf. Neukölln, Lichtenberg und Rummelsburg, und vom Statistischen Amt derStadtBerlinfür Berlin nach den Wünschen der Berliner jüdischen Gemeinde und des Bureaus für Statistik der Juden hergestellt sind. Für die Vororte haben die Auszählungen bereits stattgefunden, und es mögen einige interessante Angaben aus dem unveröffentlichten Material der Charlottenburger Volkszählung hier Platz finden. Es wurden am 1. Dezember 1910 22508 Juden gezählt — 7,3% der gesamten Charlottenburger Bevölkerung. Ganz erstaunlich ist die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung seit 1871. Damals wohnten nur 142 Juden in Charlottenburg, 1885 erst 978, ein Jahrzehnt später schon 4687, d. h. zehnmal soviel. Diese Zahl hat sich bis 1905 fast vervierfacht (156n4) und bis 1910 verfünffacht. Dieses ungewöhnlich starke Anwachsen ist selbstverständlich lediglich eine Folge der Abwanderung von Berlin nach dem Westen und zugleich der Zuwanderung aus den Provinzen. Wir haben über die Zuzugszeit folgende interessante Tabelle herstellen lassen : Jüdische Bevölkerung im ganzen männi. weibl. zus. 1910—1906 6 385 6 726 13 III 1905-1901 2 200 2 473 4 673 1900 -1896 931 1 109 2040 1895-1891 371 446 817 1890—1886 78 92 170 1885-1881 17 30 47 1880-1876 10 7 17 1875—1871 1 I 2 1870- 1866 7 2 9 vor 1866 1 — 1 unbek. bezw. seit Geburtj in der Zählgemeinde / 787 834 1 621 Zusammen 10 788 11 720 22 508 13 III Juden, d. h. mehr als die Hälfte der gesamten gegenwärtigen jüdischen Bevölkerung ist im Jahrfünft 1906/10 eingewandert und 4 673 —20,8% stammen aus dem Jahrfünft 1901/05. Nur ca. 1600 Personen, d. h. 7 % sind von Geburt Charlottenburger. Die Verteilung nach dem Geschlecht zeigt einen Überschuß des weiblichen Geschlechts. Es trafen auf 1000 männliche Personen 1 086 weibliche. Es ist, wie wir aus einer anderen Tabelle entnehmen können, der Stand der Verwitweten und Geschiedenen, der den Frauenüberschuß aufweist, während unter den Ledigen das männliche Geschlecht um 600 Personen stärker jst als das weibliche und unter den ver-