Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 9 (1913)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1913)
- Article
- Zur Statistik der Wohnungsfrage in den Judenvierteln Österreichs vor der Revolution
- Date
- 1913-12-01
- Page
- Seite 178 (sequence 3)
- Language
- German
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178 - wohnen, aus Sanitäts- und Polizeirücksichten i so /iel als möglich zu erweitern, von Seite j der Kreisämter eingerathen, daß ihnen keine; besondere Schwierigkeiten zu machen, und j nach komissionellem Lokalbefund der Noth- I wendigkeit auch jedesmal von Fall zu Fall die besondere Konzession zu geben wäre, vorhandene anstoßende Christenhäuser, oder zu Baustellen, ganz geeignete frei disponible Dominikai- oder Rustikalgrundstücke zu Erbauung von Häuser in Absicht auf eine angemessene Ausbreitung der Judengemeinde ankaufen zu dürfen/4 Statistisches Archiv. Preußen Die Entwicklung der jüdischen Volksschulen in Preußen von 1886 bis 1911. Seit 1886 haben in Preußen alle fünf Jahre statistische Erhebungen über das niedere Schulwesen stattgefunden; nach der letzten Ermittlung von 1911 kann also die Entwicklung 25 Jahre zurück verfolgt werden. Im allgemeinen werden die Volksschüler in Schulen ihrer Konfession unterrichtet. Es sind gezählt: Jüdische Schulen Paritätische Schulen Schulen Schüler Schulen Schüler dav. Juden 1886 318 13 270 503 216 758 5 726 1891 244 9539 595 220 314 5 704 1896 246 8123 680 250 412 5 804 1901 244 6 939 803 284 575 5 162 1906 240 6 069 900 333 079 5 006 1911 219 5 550 1568 368 565 2 090 Es wurden irn Jahre 1886 3 062856 evangelische 1 730 402 katholische, 35 420 jüdische Schulkinder gezählt, 1911 3871 902, 2 650 722 und 19 965. Die Zahl der evangelischen Schüler, die evangelische Schulen besuchten, ist von 953 im Jahre 1886 auf 955°/(H> im Jahre 1911 gestiegen; für die katholischen Schüler in katholischen Schulen ging die Verhältniszahl von 915 auf 891%«, für die jüdischen von 374 auf 276, hauptsächlich in Folge des Rückgangs eigener jüdischen Schulen zurück. Die Zahl der evangelischen Schüler ist in den 25 Jahren um 264%)» gewachsen, die der katholischen um 532 %o, der jüdischen um ca. 440 %0 gesunken. Die ständig fallende Geburtenziffer auf der einen Seite und die größere Inanspruchnahme der mittleren und höheren Schulen auf der anderen Seite ist ausschlaggebend für die fallende Zahl jüdischer Volksschüler. (Statistische Korrespondenz. Jhrg. XXXiX. Nr. 19.) Preußen Selbstmorde im Jahre 1911. Von den 8422 Selbstmorden im Kgr. Preußen im Jahre 1911 entfielen auf die Juden 131 15,5%)0, Da die Juden gegenwärtig nur 10,35%u der Gesamtbevölkerung ausmachen, sind sie viel stärker am Selbstmord beteiligt als ihrer Verhältniszahl entspricht. Von den 131 jüdischen Selbstmördern waren 94 Männer und 37 Frauen, d. h. von 1Ö0 waren ca. 72 Männer; bei der Gesamtbevölkerung waren von 100 Selbstmördern 75 männlich. Auf die einzelnen Provinzen verteilten sich die jüdischen Selbstmörder folgendermaßen: Ostpreußen 3, Westpreußen 4, Landespolizeibezirk Berlin 40, davon im Stadtkreis Berlin 25, Brandenburg 13, Pommern 5, Posen 3, Schlesien 10, Sachsen 2, Schleswig-Holstein 3, Hannover 7, Westfalen 3, Hessen-Nassau 16, Rheinprovinz 22. Es entfielen Selbstmorde auf je 100 000 Evangelische 26,1, Katholiken 10,8, Juden 31,5. (Medizinalstatist Nachrichten, herausg. vom Kgl. Preuß. Stat. Landesamte. 4. Jhrg. 1912/13.)