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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1913-10-01 · Heft 10 (Oktober 1913) · p. Seite 145

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
9 (1913)
Issue
Heft 10 (Oktober 1913)
Article
Die Zahl der Israeliten am Sinai und ihre Fruchtbarkeit in Ägypten
Date
1913-10-01
Page
Seite 145 (sequence 5)
Language
German
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— 145 — um ebensoviel stärker gegen die deutsche ' Besetzung ansetzen, als wir die Klasse über 50 Jahre niedriger ansetzen. Wir haben dann einer früher möglicher Weise hohen i Sterblichkeit der Altersklasse über 50 Jahre Rechnung getragen, haben uns trotzdem nach dem Anhalt gerichtet, den uns der deutsche Altersaufbau für den Umfang der Altersklassen gibt und doch dabei dem Umstand Rechnung getragen, daß die Altersklasse 20—30 Jahre offenbar stärker besetzt war als beim deutschen Altersaufbau. Auf diesem Wege kommen wir zu einer — wie mir scheint allen Möglichkeiten Rechnung tragenden — Maximalzahl. Wenn wir die Altersklasse über 50 Jahre besonders niedrig ansetzten, so haben wir damit zugleich noch einem anderen Umstand als der möglicher Weise größeren Sterblichkeit der höheren Alterklassen Rechnung getragen. 2. B. M. Kap. 1, V. 16 berichtet von dem den hehräischen Hebammen gegebenen Befehl, die Söhne bei der Geburt zu töten. Da diese ihn aber nicht ausführten, so kann durch diesen Befehl der Altersaufbau nicht berührt worden sein. Möglich aber, daß der dann, nach 2. B. M. Kap. 1, V. 22, an das ganze ägyptische Volk ergangene Befehl, die neugeborenen Söhne „in den Fluß zu werfen," teilweise befolgt worden ist. Berichtet wird uns herüber nichts. Immerhin wird er, wie aus den Erklärungen zu 2. B. M. Kap 2, V. 1, dem Verbergen des Moses nach der Geburt und vielleicht auch dem dreijährigen Altersabstand desselben von seinem Bruder Aron hervorgeht, eine Unsicherheit und Aengstlichkeit erzeugt haben, die ihren Ausdruck in Geburtenrückgang gefunden haben mögen. Andrerseits muß wohl berücksichtigt werden, daß ein an das ganze Volk ergehender Befehl niemanden direkt verpflichtet, daß seine Ausführung noch schwerer zu erzwingen war, als der an die Hebammen ergangene, da die Israeliten ja für sich wohnten, und daß angesichts der Arbeiten, welche sie für den Staat verrichteten, die Gesamtheit auch ein Interesse an ihrer Regeneration hatte. Sollten aber auch um die Zeit der Geburt Moses Geburtenrückgang und Kindermord größeren Umfang angenommen haben, so kann das doch nur vorübergehend der Fall gewesen sein, denn wie hätte sonst die über 20 Jahre alte männliche israelitische Bevölkerung (ohne die Leviten) beim Auszug über 600000 Köpfe betragen können?! Es darf also wohl angenommen werden, daß der Kindermord schon aufgehört hatte, als Moses seine Brüder bei ihren Lastarbeiten besuchte. Nach Erschlagen des ägyptischen „Antreibers11 flieht er und kehrt erst als Achtzigjähriger nach Ägypten zurück. (2.B.M. Kap. 7, V. 7), zu einer Zeit, wo „alle Männer gestorben sind, die ihm nach dem Leben getrachtet,^ (2. B. M. Kap. 4, V. 19), — einschließlich des Königs (2. B. M. Kap. 2, V. 23). Es sind also wohl mindestens 50 Jahre seit seiner Flucht verstrichen, als er zurückkehrt.1) Selbst wenn man annimmt, daß der Auszug noch im Jahre seiner Rückkehr erfolgte, sind bei der Zählung am Sinai seit seiner Flucht also mindestens 52 Jahre verstrichen und es müßten Kindermord und Geburtenbeschränkung schon über 32 Jahre nach seiner Geburt gedauert haben, um bei der Zählung auch noch die Altersklassen unter 50 Jahre beeinflussen zu können. Wenn das gar der Fall wäre, würde es unsere Rechnung nicht stören, weil der Umfang der Altersklasse 30—50 Jahre feststeht. Um l) Wie man mir sagt, nimmt der Midrasch Jalkut — allerdings ohne irgend welchen Anhalt (der Talmud berichtet nichts darüber) — an, daß Moses bei der Flucht 18 Jahre alt gewesen. Danach wäre er 62 Jahre fortgewesen.

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