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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1913-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1913) · p. Seite 118

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
9 (1913)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1913)
Article
Die Bevölkerungsbewegung im Jahre 1911
Date
1913-07-01
Page
Seite 118 (sequence 1)
Language
German
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— 118 — u Die BevÖlkerunjysbeweipEnjr im Jalire 1911. Dem Ungarischen Statistischen Ungan Jahrbuch, Neue Folge XIX, 1911 entnehmen wir folgende Angaben über die Bewegung der Bevölkerung im Jahre 1911. 1. Lebendgeborene mit Unterscheidung der ehelich und unehelich Geborenen. Konfessionen ehelich junehelich: i i zusammen YoniööLßDeml gen. Mnien aal die ein- I zelnen Koni. Von 100 Lebendg. waren unehi. Es träfen Lebendg. auf je 1000 Pers. Katholiken................ 429291 118300 38795 10330 2766 468086 128630 25139 63,89 i 17,55 3,43 1 8,41 7,48 11,00 36,2 32,5 26,9 Zusammen..... 665189 67578 732767 : 100,00 9,22 35,1 Während die Gesamtzahl der jüdischen Geburten! im Jahre 1911 im Vergleich zum Vorjahr abgenommen hat (1910:25 686; Abnahme: 547=2,1%), j hat die Zahl der jüdischen unehelichen Geburten j um 208—8,1 "/o zugenommen. Daher kommt es, I daß der Prozentsatz der unehelichen Geburten bei; den Juden von 9,96 auf 11,00 gestiegen ist. Ob! diese Steigerung auf eine iaxer werdende Moral j bei den ungarischen Juden oder auf ein Anwachsen I der ohne Ziviltrauung geschlossenen Ehen, deren j Kinder bekanntlich als unehelich gelten, zurückzuführen ist, vermag ohne eingehendes Studium der Verhältnisse der Juden in Ungarn nicht festgestellt zu werden. Tatsache bleibt nun, daß die Juden das relativ größte Kontingent der unehelichen Geburten stellen. Der allgemeine Geburtenrückgang, der im Jahre 1910 nach einem mehrjährigen ununterbrochenen Wachstum der Geburtenquote sich zeigte, hat auch im Berichtsjahre angehalten. Der Berechnung der Geburtenziffer für 1911 sind die j Ergebnisse der Volkszählung für 1910, die er3t jetzt | veröffentlicht sind, zugrunde gelegt, sodaß sie An- Spruch darauf machen, den zuverlässigen Ausdruck der gegenwärtigen Geburtlichkeit zu bilden. Die bisher in dieser Zeitschrift veröffentlichten Geburtenziffern der Konfessionen bedürfen der Korrektur. Es hat sich nämlich gezeigt, daß die vom Kön. Ung. Statistischen Zentralamt für die Jahre 19.01 bis 1909 berechneten Zahlen der Gesamtbevölkerung und einzelnen Konfessionsgruppen, verglichen mit dem Ergebnis der Volkszählung von 1910, zu hoch waren- Sc war beispielsweise die Zahl der Juden für das Jahr 1909 mit 950352 berechnet, während nach der Zählung die Zahl nur 932458 betrug. Es sind eben weit mehr Personen abgewandert als amtlich festgestellt ist. Die Folge hiervon ist, daß die Geburten-, Sterbe- und Eheziffer niedriger erscheint als sie in Wirklichkeit ist. Wir geben in folgender Tabelle einen Ueberblick über die Entwicklung der Geburten von 1905 bis 1911 und fügen der nunmehr korrekt berechneten Geburtenziffer inKlammern die bisherigenZahlen bei. Absolute Zahl der Lebend^ Geburten Es trafen Lebendgeb. auf je 1000 Angeh. der Jahr kathol. \ evangel. Religion israel.! Zu-; sammen i kathol. ■ evangel. | Israelit Religion überhaupt 1906 1907 1908 1909 1910 Dsch.1906/ 1911 10 469200 472631 486130 497152 476492 480321 468086 125858 129113 132444 134870 130330 130523 128630 26924 ^603S 26109 26432 25686 26238 25139 733953 740867 755888 776395 742899 750000 732767 37,6 (38,0) 37,6 (38,3) 38,3 (39,0) 38.8 (39,2) 36.9 (35,9) 37,8 (38,1) 36,2 32,5 (32,2) 33,2 (32,7) 33,7 (33,2) 34.2 (33,5) 32,9 (32,2) 33.3 (32,7) 32,5 29,9 (29,5) 28,6 (28,2) 28.5 (28,0) 28.6 (27,8) 27.5 (26,6) 28.6 (28,0) 26,9 36.2 (36,0) 36.3 (36,0) 36,7 (36,3) 37.4 (37,0) 35.5 (34,7j 36,4 (36,0) 35.1 2. Sterbefälle: Konfessionen Absolute Zahl Unter 100 Gest. Gest. unt. 7 Jahren Es trafen Sterbet, auf je 1000 Pers. Katholik. 326260 62,19 1543^8 25,3 Evangel. 94355 17,99 38761 23,8 Israeliten 14318 2,73 5153 15,3 Zusammen 524496 100,00 240609 25,1 Die Sterblichkeit ist im Jahre 1911 recht erheblich gestiegen, bei der Gesamtbevölkerung um 21819 - 7%, bei den Juden um 850=6°/0- D*e Folge des Sinkens der Geburtenzahl bei gleichzeitigem Ansteigen der Sterblichkeit ist, daß in diesem Jahre die natürliche Zunahme weit hinter jener in den früheren Jahren zurückgeblieben ist. Irgendwelche Schlüsse auf die folgende Zeit lassen sich natürlich aus den Zahlen eines Jahres nicht ziehen. Verfolgen wir auch hier die Sterblichkeit ein Jahrfünft zurück.

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