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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1913-06-01 · Heft 6 (Juni 1913) · p. Seite 89

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
9 (1913)
Issue
Heft 6 (Juni 1913)
Article
Die Kriminalität der Juden in Preußen im Jahre 1910
Date
1913-06-01
Page
Seite 89 (sequence 4)
Language
German
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~ 89 — Totschlag (0,4:0), Kindesmord (0,3:0), Abj treibung (2:1), fahrlässige Tötung (2: 1), j leichte Körperverletzung (66: 39), gefährliche | Körperverletzung (197 :60), schwere Körper-! Verletzung (1 :0), fahrlässige Körperverletzung j (12:8), Freiheitsberaubung, Nötigung, Bedrohung (25: 10), einfacher Diebstahl (187:81), j einfacher Rückfallsdiebstahl (34 : 8), schwerer! Diebstahl (36:13), schwerer Rückfallsdieb-! stahl (10: 1), Unterschlagung (68:61), Raub j und räuberische Erpressung (2:0,3), Ver- ■ letzung fremder Gebrauchsrechte (3: 1), j Jagd- und Fischereivergehen (14:0,3), Sach- I beschädigung (46 : 6), vorsätzliche und fahr- | lässige Brandstiftung (2:1), Transportgej fährdung (7 : 2). i Die gleiche Verhältnisziffer für Christen und Juden ergibt sich bei Meineid, fahrlässigem Falscheid, falscher Anschuldigung, Kuppelei und Zuhälterei, Erpressung, Begünstigung, Beseitigung von Vermögensstücken bei drohender Zwangsvollstreckung und bei den Amtsdelikten. Eine nähere Betrachtung der vorstehend den einzelnen Delikten in Klammern beigefügten Verhältniszahlen lehrt, daö manche Ziffern so klein sind, daß daraus Schlüsse nicht gezogen werden können; so genügt bei manchen D.likten schon die Verurteilungeines einzigen Juden im Jahre, um die Kriminalitätsziffer der Juden höher erscheinen zu lassen als diejenige der Christen (Doppelehe, Zweikampf, Wucher, betrügerischer Bankrott). Jüdisch Kred!t§esellsclialt@n o Von W lad. W. Kap Man hat — insbesondere in der letzten Zeit — den Geldhande! als die vernehmlichste Domäne der jüdischen Bourgeoisie bezeichnet und ihr besondere Talente und spezifische Fähigkeiten auf diesem Gebiete zugesprochen. Doch hat man bis jetzt nur die Wirkungen der jüdischen Geldhändler auf eine fremde Wirtschaft untersucht oder nur innerhalb eines Wirkungskreises, wo die Juden, ohne eine nationale und selbständige Wirtschaft zu bilden, nur vereinzelt wirkten, wobei sich die einheimische Wirtschaft meistens erst in den Anfangsstadien der Entwicklung befand. In Rußland, wo die Juden sehr dicht beisammen w7ohnen, hat man dagegen Gelegenheit, die Juden unter sich in ihren ökonomischen Betätigungen zu beobachten und Resultate ihrer Arbeit mit denen der wirtschaftlichen Tätigkeit der einheimischen Bevölkerung zu vergleichen. So hat der jüdische Mandelsstand in den if Gegenseitigkeit in Rußland. un-Kogan, Köln. letzten 6-8 Jahren eine beträchtliche Zahl von Kreditgesellscharten auf Gegenseitigkeit geschaffen, deren Mitglieder fast ausschließlich Juden sind. Dr. M. Silberfarb hat kürzlich in einer Reihe von ausgezeichneten Aufsätzen1) die Entwicklung und den augenblicklichen Stand dieser Kreditgesellschaften darzustellen versucht. Die Entstehung der jüdischen Kreditgesellschaften auf Gegenseitigkeit fällt in das Jahr 1905, in welchem die russische Regierung mit ihrer Forderung, daß 2/3 der Verwaltung Christen sein müßten, etwas laxer wurde. Die Entwicklung ging mit schnellen Schritten voran, und am L Januar 1912 zählte Dr. Silberfarb nicht weniger als 132 jüdische Kredit- *) „Rasswet", S. Petersburg, NN. 6-8, 10. 1913. russisch).

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