Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 9 (1913)
- Issue
- Heft 3 (März 1913)
- Article
- Die Bevölkerungsbewegung der Juden in Frankfurt a. M.
- Date
- 1913-03-01
- Page
- Seite 36 (sequence 4)
- Language
- German
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— 36 — Ziffer auffallend hoch. Interessant ist weiter, dass der Erlös der Kultussteuer der „Israelitischen Gemeinde" von 1903 bis 1911 sich verdoppelt hat. Auch das deutet die steigende Steuerkraft an. Das Stärkeverhältnis der beiden Gemeinden ist, an der Zahl der beitragzahlenden Mitglieder gemessen, annähernd gleich geblieben; die „Gemeinde44 steigerte diese Mitgliederzahl von 1905 bis 1911 um 26 Proz., die „Religionsgesellschaft1' um 25 Proz. Zum Schluss sei noch auf die Veränderung im Altersaufbau der Frankfurter Juden hingewiesen: Schulpflichtige Kinder. in Frankfurt Schulpflichtig von 100 insgesamt bei den Jud. Einwohn. Juden 1895 1900 1905 1910 27805 36140 48675 56987 2519 2760 2768 2934 12 14 13 13 13 13 12 11 Innerhalb der letzten fünfzehn Jahre ist also die Zahl der schulpflichtigen Kinder von 13 Proz, auf 11 Proz. bei den Juden gefallen. Das ist unzweifelhaft die Wirkung des rapiden Geburtenrückgangs bei den Juden. Alles deutet darauf hin, dass diese Verschiebung zu Ungunsten der niedrigeren Alterskiassen noch weiter anhält. Die Deiguttg u Ittiscbebes* Eine theoretische Untersuchung von Oberlehrer D. Tach&uer, Frankfurt a, Main. Man betrachtet gewöhnlich als Mass für die Neigung einer Bevölkerungsgruppe zu Mischehen den Prozentsatz, den die Mischehen dieser Bevölkerungsgruppe unter allen Ehen dieser Gruppe bilden. Es habe z. B. die Bevölkerungsgruppe A aufzuweisen x Mischehen und y reine Ehen. Dann beurteilt man diese Tatsache, indem man sagt: In der Bevölkerungsgruppe A treffen auf 100 reine Ehen Mischehen. Diesen Ausdruck m l x + Y x 100 x + y betrachtet man als Mass der Neigung zu Mischehen. Gegen diesen Ausdruck hat man eingewendet, dass bei einer Mischehe nur eine Person zur Gruppe A gehört, während bei einer reinen Ehe beide Teile zu dieser Gruppe gehören. Man hat deshalb eine Mischehe nur halb zu rechnen. Es ergibt sich dann als Mass der Neigung zu Mischv . 100 x . 100. ehen m 2 Beide —2+y x+2y Methoden leiden jedoch an dem Fehleri die mathematische Wahrscheinlichkeit und die psychologische Neigung nicht auseinanderzuhalten. Ein Beispiel möge das zeigen: In einer Bevölkerung von 100 000 Seelen gäbt es 10 000 Juden und 90 000 Christen. Die Anzahl der jüdischen Ehen sei 200, die der christlichen 1000, die der