Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 9 (1913)
- Issue
- Heft 3 (März 1913)
- Article
- Die Bevölkerungsbewegung der Juden in Frankfurt a. M.
- Date
- 1913-03-01
- Page
- Seite 34 (sequence 2)
- Language
- German
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— 34 — dem bayerischen Franken vor allern, zu statten. Trotz dieser sehr raschen Vergrösserung aber sank der prozentuelle Anteil an der Gesamtbevölkerung von 11,54 im Jahre 1875 (nebenbeibemerkt der prozentuell grösste Einschlag, den je eine deutsche Grosstadt zu verzeichnen hatte) auf 6.33 bei der letzten Volkszählung, Die Gründe für diese Rückwärtsbewegung sind zunächst in den grossen Eingemeindungen von 1877, 1895, 1900 und 1910 zu suchen, von denen nur die zweite einen grösseren Zuwachs an Juden (Bockenheim) brachte. Tatsächlich registrierten ja auch, wie aus der Tabelle ersichtlich, die den Eingemeindungen folgenden Volkszählungen jedesmal einen scharfen relativen Rückgang des jüdischen Bevölkerungsteiles. Weitere Gründe sind die neuerdings äusserst geringe natürliche Bevölkerungsbewegung, von der später die Rede sein soll, und die starken Wanderungsgewinne bei der nicht jüdischen Bevölkerung. Die jüdischen Eheschliessungen in Frankfurt a. Main, unterscheiden sich von denen anderer deutscher Gross-Städte dadurch, dass die Mischehe erst in der allerletzten Zeit eine grössere Rolle spielt und auch jetzt noch nicht jenen Prozentsatz Es Dar on Auf 100 heirateten schlössen Mischehen reine Ehen reinjüdische kamen JudeD Ehen Mischehen 1901 314 280 34 24-8 1902 335 312 23 14.1 1903 280 230 50 48.5 1904 288 256 32 25.0 1905 365 328 37 22.6 1906 357 316 41 26-0 1907 371 336 35 20.8 190S 833 286 47 32 9 1909 315 278 37 26 6 19 L0 390 358 32 17.9 1911 853 308 45 2Ö.2 erreicht wie etwa in München und Haniburg. Der relativ nicht allzu grossen Zahl von Mischehen entsprechend ist auch die Zahl der Austritte aus dem Judentum relativ genommen nicht so hoch, wie in andern deutschen Grossgemeinden; immerhin ist die Zahl der Austritte gerade in den letzten Jahren stark gestiegen. Dass der Protestantismus die meisten der Austretenden in sich aufnimmt, lässt sich tür Frankfurt nachweisen, weil die evangelischen Gemeinden die Zahl der übergetretenen Juden jeweils veröffentlichen. Alles das, sowie die Eintritte von Christen in die jüdische Religionsgemeinschaft zeigt die folgende Zusammenstellung: Austritte aus Eintritte in das dem 1 Judentum Evangelisch getauft wurden Juden 1901 5 4 22 1902 4 2 24 1903 7 1 17 1904 6 0 2C 1905 16 4 23 1906 9 7 12 1907 12 0 16 1908 10 8 10 1909, 25 3 21 1910 29 6 16 1911 25 3 18 Die vorstehende Statistik enthält insofern eine Unstimmigkeit, als in den Jahren 1901 bis 1907 mehr Taufen als Austritte verzeichnet werden; theoretisch wäre das freilich denkbar; denn es könnten sich beispielsweise Personen haben taufen lassen, die entweder ausserhalb Frankfurts oder in weiter zurückliegenden Jahren*) aus dem Judentum ausgetreten waren. Interessant ist die relativ ansehnliche Zahl der U e b e rtritte zumJudentum, die wohl meistens vor Eheschliessungen stattfanden. *) ,oder überhaupt nicht (D. Red.; vgl. Jahrg. 1907, S. 146.)