Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 9 (1913)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1913)
- Article
- Unterrichtsstatistik für das Jahr 1910 in Russland
- Date
- 1913-02-01
- Page
- Seite 29 (sequence 6)
- Language
- German
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- Minsk 1× ep/1000754
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— 29 — Tabelle VL Anzahl der jüdischen Schüler in den Mittelschulen des Ministeriums für Handel und Industrie 1910. Anzahl d. Schüler % In Commerzschulen: a) Gesellschaftlichen 8.296 30,4 b) Privaten 5.547 37,3 13.843 32,4 Von je 100 jüdischen Besuchern der Mittelschulen des Ministeriums für Unterricht sind 35 Schüler und 65 Schülerinnen. Dies ist der Ausdruck des anormalen Zustandes, eine direkte Folge der Einführung der sogenannten Prozentnormen. Die Normen galten bis jetzt für Schüler, nicht aber für Schülerinnen. Die letzteren konnten demnach dem natürlichen Drang nach Mittelschulbildung ohne besondere Hindernisse nachkommen. Für Schüler dagegen sind die Normen von 5 Prozent für die Residenzstädte. 10 Prozent für die Schulen in Städten ausserhalb des Ansiedlungsrayons und 15 Prozent in Städten des Ansiedlungsrayons festgesetzt. Einen gewissen Ersatz fand die jüdische männliche Jugend in den Commerzschulen, deren Errichtung in den letzten 30 Jahren besonders in den Städten des Ansiedlungsrayons, vom Ministerium für Handel und Industrie gefördert wurde. Es sind dies Mittelschulen, dem Programm nach Realschulen, mit besonderer Förderung der Naturkunde und der neueren Sprachen. Dieselben werden meistens auf Rechnung der Kaufmannschaft, städtischer Korporationen und dergleichen unterhalten. Es gibt auch viele Privatschulen mit derartigem Typus. Bis vor kurzem, bis etwa 1907, war die für jüdische Schüler höchstzulässige Norm bis 50 Prozent; seither aber besonders unter | der Leitung des jetzigen Ministers für I Handel und Industrie Herrn Torna- | s c h e w begann eine systematische Be- | schränkung der Norm bis auf 15 Prozent.! Der Kampf um die Aufrechterhaltung der früheren liberalen Norm der Commerzschulen wird jetzt noch in den meisten Städten des Ansiedlungsrayons, so in Wilna, Minsk, Bialystock etc. geführt, aber! mit immer geringerem Erfolg, i Wenn wir aber auch die Zahl der jüdi- | sehen Schüler in den Commerzschulen zu I der Schülerzahl der Gymnasien und Real- | schulen hinzufügen, so kommen wir | auf die Zahl 31 176, die lange nicht | dem Streben nach Mittelschulbildung! unter den Juden genügt. Es verbleibt noch, immer eine grosse Anzahl von jungen Leuten, die im häuslichen Unterricht den Gymnasialkursus durchmachen. Irgendwie zahlenmässig diese Anzahl zu fixieren ist unmöglich. — Eine geringe Anzahl von Kindern wohlhabenderer Eltern besucht auch ausländische Schulen in der Schweiz, in Deutschland oder anderswo. IV. Die Verhältnisse des Hochschulbesuches werden in der Tabelle VII beleuchtet. Tabelle VII. Die Anzahl der jüdischen Schüler auf den russischen Hochschulen 1910. Anzahl der jüdischer. „ c. i . Proc. Studenten In Universitäten 4244 10,3 In technischen Hochschulen des Ministeriums f. Unterr. 968 9,8 In techn. Hochschulen d. Ministeriums f. Handel u. Ind. 933 10,9 In Handelshochschulen 1027 42,4 | In Veterinär-Instituten 69 4,7 7241 11,0 Auch diese Tabelle gibt kein erschöpfendes Bild: denn in ihr fehlen die An-