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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1913-01-01 · Heft 1 (Januar 1913) · p. Seite 13

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
9 (1913)
Issue
Heft 1 (Januar 1913)
Article
Austritte aus dem Judentum in Oesterreich
Date
1913-01-01
Page
Seite 13 (sequence 2)
Language
German
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— 13 — dass die grosse Zahl der Konfessionslosigkeitserklärungen ihren Grund darin hat, dass in Oesterreich Mischehen verboten sind, ist hinsichtlich der Juden unrichtig. Das Gesetz verbietetnur die Ehe zwischen Christen und Nichtchristen, nicht aber die (zivile) Ehe zwischen Konfessionslosen und Juden, Die auf pag, 35 enthaltenen Ueber- Schriften der beiden letzten Kolonnen werden, weil in Oesterreich die Eltern zum Christentum übertreten oder konfessionslos werden müssen, falls ihre Kinder bis zum 6. Jahre getauft werden sollen. In Deutschland erfolgt der Uebertritt der Eltern — da er unnötig ist — nicht, während die getauften Kinder als christlich geborene gelten und nicht als Konvertiten registriert werden. Austritte aus dem Judentum erfolgen auch in Oestereich wegen der steilensteilenweise übermässig hohen Kultussteuer, die der Schätzung überlassen ist und nicht wie in Deutschland in Form eines Zuschlages zur Kommunaleinkommensteuer erhoben wird. Während in Preussen der Austritt aus der jüdischen Synagogengemeinde möglich ist, ohne dass damit der Austritt aus dem Judentum erfolgt, ist dies in Oesterreich („Mann Israelit, Frau anderer Konfession", „Frau Israelitin, Mann anderer Konfession") sind für den Zeitpunkt der Eheschliessung unbedingt falsch, da der Gegenpart des israelitisch gebliebenen Teiles konfessionslos sein muss. Da die Konfessionslosigkeit in Oesterreich mit dem Bekleiden vieler öffentlichen Stellen schwer vereinbar oder unerreichbar gehalten wird, eine wirkliche Mischehe aber nicht existiert, so erfolgt die Taufe vieler Jüdinnen, wodurch die Anzahl der Uebertritte weiter vergrössert wird. 4. Die auffallende Zunahme der jüdischen Ehen in Galizien (pag. 135) von 7 208 im Jahre 1907 auf 9 474 im Jahre 1909 im Gegensatz zu der minimalen Zunahme bezw. teilweisen Abnahme der Ehen bei anderen Konfessionen ist keineswegs in der aufsteigenden wirtschaftlichen Lage der jüdischen Bevölkerung zu suchen, die im Gegenteil täglich mehr verarmt. Die Ziffer findet ihre restlose Erklärung darin, dass mit der zunehmenden Aufklärung der orthodoxen ^Bevölkerung die rituellen (ungesetzlichen) und von der Statistik nicht erfassten Ehen immer mehr durch die gesetzlichen Ehen ersetzt werden. Dass die den rituellen Ehen entstammenden Kinder als uneheliche registriert werden, und somit das kulturelle und soziologische Bild erheblich vertälschen, wird nach wie vor übersehen. Stalisiiscbes flrcbfo- Deutschland Armenetat in 57 jüi Gemeinden Deutschlands hat sich ergeben, dass in dischen Gemeinden j folgenden 57 Gemeinden der Armenetat, der in Deutschlands 1887 und 1911.! das Gemeindebudget eingestellt wurde, sich 1887 Auf Grund einer Enquete bei den jüdischen! bezw. 1911 folgendermassen gestaltet hat;

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