Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 9 (1913)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1913)
- Article
- Der Geburtenrückgang und die Sterblichkeit bei der jüdischen Bevölkerung
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 2)
- Language
- German
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— 3 — Die Sterblichkeit nimmt einen ähnlichen Verlauf wie die Geburtenhäufigkeit. Sie bleibt fast unverändert bis zum Jahr 1880. fängt dann aber an, rasch zu fallen. Das Resultat aus Geburt und Tod ergibt den Geburtenüberschuss. Er hat trotz Geburtenrückgangs stetig zugenommen, sowohl absolut als auch relativ, mit Ausnahme des letzten Jahrfünfts 190610, wo der Ueberschuss nur 14,2 gegen 14,5 in 1901/05 betrug. Der Geburtenrückgang ist bisher durch die geminderte Sterblichkeit ausgeglichen worden. In der Folge wird dies nicht mehr möglich sein, weil der Abnahme der Sterblichkeit; nicht aber dem Geburtenrückgang, eine natürliche Grenze gezogen ist. Tabelle 1. Die Juden im Grossherzogtum Hessen. Mittlere Gestorbene Alter }\ evölkerun r Juden in den in der Juden 8 Jahren Jahren 1906—10 1903-10 m. W. i ZUS. m. w. unter 1 209 i 198 : 407 142 118 1 - 4 822! 791 , 1613 33 43 5 9 1007 \ 1023 I 2030 11 20 10 - 14 1072! 1089 1 2161 7 11 J5 - 1000! 1032 1 2032 18 15 20 — 29 2054 | 2107 " 4161 60 54 30 - 33 1779 i 1931 1 3710 53 79 40-49 1414 1 1557 i 2971 76 92 50 59 1133 I 1324! 2457 175 162 60 — 69 859 1 973! 1832 308 285 70 - 79 380 416! 796 290 297 SO und mehr 98! 111! i 209 168 186 zus. 118_>7 12552 24379 1341 1365 Deutschland, ein Auswanderungslandist seit 1841 nicht im Stande gewesen, den Geburtenüberschuss vollständig in sich aufzunehmen. Es hat stets, mit Ausnahme des Jahrfünfts 1901/05 einen Wanderungsverlust erlitten. Wie hoch sich dieser belaufen hat. I möge der Tafel selbst entnommen werden. Zu Tafel 2. J Die Tafel 2 stellt die Unterschiede | z wischender Sterblichkeit der | christlichen und jüdischen Be- \ völkerung im Gross herzogtum i Hessen nach Alter und Geschlecht dar.! Sie darf ein besonderes Interesse schon \ deshalb für sich in A-iispruch nehmen, weil : die Sterblichkeit der jüdischen Bevölkerung r nach Altersklassen für keinen anderen | deutschen Staat berechnet ist.; Für Hessen war dies möglich, weil bei! den Volkszählungen der Jahre 1905 und; 1910 die jüdische Bevölkerung nach Alter \ und Geschlecht ausgezählt wurde (s. diese | Zeitschrift Jahrgang 1912, S. 97 ff.). I Aus den Ergebnissen dieser 2 Zählun- I gen ist die mittlere Bevölkerung der Juden j im Zeitraum 1906/10 nach Geschlecht und : Altersklasse berechnet worden und in der j Tabelle 1 wiedergegeben. Zu diesen Le-; benden wurden nun die Gestorbenen des : achtjährigen Zeitraums 1903/10 ins Verhält-; nis gesetzt. Es sind also hier noch die drei Jahre 1903/5 hinzugefügt, um eine grössere I A^nzahl von Gestorbenen zu erhalten. Auf diese Weise dürften die Zahlen gross genug sein, um Zufälligkeiten auszuschliessen. \ Die für die Juden und Christen berech- ■ neten Sterbeziffern nach Altersklassen \ finden sich in der Tabelle 2. In der Tafel 2 sind vier Bevölkerungsgruppen hinsichtlich ihrer Sterblichkeit in; 12 Altersklassen mit einander verglichen: 1. die männlichen Christen, 2. die weiblichen Christen, 3. die männlichen Juden und 4. die weiblichen Juden. Als Massstab der Sterblichkeit in den einzelnen Altersklassen ist die Sterblichkeit aller Per-; sonen jeder Altersklasse (Christen und