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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1912-09-01 · Heft 9 (September 1912) · p. Seite 122

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
8 (1912)
Issue
Heft 9 (September 1912)
Article
Die Eheschliessungen der Juden in Warschau von 1901 bis 1910
Date
1912-09-01
Page
Seite 122 (sequence 2)
Language
German
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— 122 — schaus. Auf dieses Diagramm werden wir später noch einmal bei der Betrachtung der jüdischen Eheziffer zurückkommen müssen. Diagramm 1. Konfessionelle Gliederung der Bevölkerung der Stadt Warschau: *} Vgl. meinen Aufsatz: Die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in Warschau 1901 bis 1910 (Rasswiet 1911, Nr. 38/39.) Dieses Diagramm bedarf keiner weiteren Erklärung. Eine für die Betrachtung der Eheschliessungen notwendige Ergänzung bietet folgende Tabelle, welche über die Verteilung nach dem Geschlechte Aufschluss gibt. Leider existieren hierüber Angaben des Warschauer Magistrats erst seit dem Jahre 1908. Tabelle I, Auf je 100 Männer trafen Frauen im J im Jahre! Jahre 1908 | 1909 im ji. Durch¬ Jahre j schnitt 1910 | 1908/10 Bei den Rom. Katholiken Griech. Orthodoxen Juden 116,9 99,4 105,5 111,6 98,0 106,0 110,8 95,5 103,9 113,1 97,6 105,1 Wir beobachten hier eine Erscheinung, die uns in den meisten europäischen Ländern begegnet, nämlich das Ueberwiegen der weiblichen Bevölkerung. Wir sehen aber auch, dass bei den Juden das Verhältnis der Geschlechter regelmässiger ist als bei den Katholiken, welche den grössten Teil der Bevölkerung ausmachen. Diese Regelmässigkeit ist. wie wir später sehen werden, auf die günstige Entwicklung der Eheschliessungen und ihre Zusammensetzung von hervorragendem Einfluss. Die durchschnittliche Zahl der jüdischen j Ehen betrug im Jahrzehnt 1901/10 1754; j es trafen somit auf je 1000 Juden im Durch- I schnitt 6,43 Eheschliessungen. Wie gering | diese Ziffer ist, wird erst der folgende Verj gleich mit der Ehefrequenz der christlichen | Bevölkerung zeigen. Hier woilen wir zu- | nächst die Bewegung der Eheschliessungen ■ in den einzelnen Jahren betrachten. Da | die angeführten Zahlenangaben nur Durchj Schnittsberechnungen für das Jahrzehnt | bilden, so ist es notwendig zu erfahren, I welchen Einflüssen sie unterliegen und | welche Wandlung die Bewegung der Ehe- ■ Schliessungen infolge mannigfacher Umj stände durchzumachen hatte. Das folgende! Diagramm zeigt die jährliche Zahl der; jüdischen Ehen von 1901 bis 1910. Dies Diagramm wollen wir näher zu \ erklären versuchen, da uns in demselben j die Art der Bewegung der jüdischen Ehen deutlich vor Augen tritt. Schon der erste Blick zeigt uns, dass mit Ausnahme der I Jahre 1904 und 1905 die Entwicklung eine steigende war. Die erwähnte Ausnahme ist zweiffellos darauf zurückzuführen, dass in den genannten Jahren die revolutionäre Bewegung den jüdischen Organismus erschüttert hat. Die allgemeine Unordnung und das ökonomische Chaos, in das die jüdische Bevölkerung geriet, führten ohne weiteres zu einer Abnahme der Eheschliessungen, Wir gelangen zu

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