Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 8 (1912)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1912)
- Article
- Geburten und Sterbefälle im Grossherzogtum Hessen im Jahre 1910 mit Rückblicken
- Date
- 1912-07-01
- Page
- Seite 115 (sequence 4)
- Language
- German
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— 115 — Die Sterblichkeit ist im Jahre 1910 bei den Juden etwas ungünstiger gewesen als im Jahre 1909, Im grossen und ganzen aber kann man sie als recht günstig bezeichnen. Hessen besitzt auch für die Gesamtbevölkerung eine übergute Sterbeziffer, und der Rückgang derselben ist sehr beträchtlich. Er betrug von 1866 bis 1910! bei der Gesamtbevölkerung 44 Proz,, bei J den Evangelischen ebenfalls 44 Proz., bei I den Katholiken 48 Proz.r bei den Juden j 23 Proz. (Mitteilungen der Grosshzgl. Hessisch, j Zentralstelle für die Landesstatistik Nr. 1 901 (1910), Nr. 918 (1911). Die jüdische BevolKerung der Stadt Olologda.1) Von Dr. S. Weissenberg, Elisabethgrad. Die Herren Berlinrautu. Raskin veranstalteten im September des Jahres 1909 eine sehr interessante Enquete, um die Zusammensetzung und das Wachstum der iüdischen Bevölkerung in einem Orte Russlands festzustellen, der weit ausserhalb des Ansiedlungrayons sich befindet. Ich möchte hier die Resultate der Arbeit kurz wiedergeben. Seit der ersten und einstweilen auch letzten russischen Volkszählung vom Jahre 1897 ist die jüdische Bevölkerung von Wologda von 260 auf 451 Seelen gewachsen, welche Zahl mit Hinzufügung von gewissen fluktuierenden Bestandteilen in der Höhe von 17 Soldaten, 23 Gefangenen und 17 politischen Verbannten die Summe von 508 Seelen erreicht. Die iüdische Bevölkerung der Stadt ist somit im Verlaufe von 12 Jahren auf das Doppelte angewachsen und wäre gewiss noch höher gewesen, wenn die administrative Schraube sich nicht im permanenten Zustande der Pressung befunden hätte. Bemerkenswert ist dabei die verhältnismässig grössere Zunahme der Frauen, was auf eine gewisse Stetigkeit hinweist. Auch ist zu erwähnen und wahrscheinlich mit dem Eingang malthusischer Ideen in Zusammenhang zu bringen, dass die Zahl der Kinder während der in Rede stehenden Periode sichtlich abgenommen hat. Ursachen Oekono- Alle Zu¬ JahrgäDge mische übrigen sammen o | s s~ V ö U r <U c Summa S3! 3 S C CJ s \ 5 C £ zi c Ä §! £ S £ Cr. 1856—1860 _ 2 1 2 1 3 1861—1865 — — — 2 — 2 'J. 18^6—1870 — 1 1 1 1 2 1871—1875 1 — 1 — 2 — 2 1876—1880 3 — — — 3 — 3 1SS1—18Ö5 4 ___ __ 2 4 2 6 1886-- 1890 2 1 1 — >> 1 4 1891- 1895 6 1 — 1 6 9 8 1896-1900 4 1 1 3 5 4 9 1901—1805 21 6 5 i 3 26 9 35 .1906-1909 29 9 12 2 41 11 52 Summa j70 18 | 23; 15 93 33 12(5 Die grosse Vermehrung ist selbstverständlich ein Folge der Zuwanderung, die hauptsächlich aus den überfüllten nordwestlichen Gouvernements erfolgte, obgleich auch Zuzügler aus dem Innern Russir> lands nicht fehlten. Was die Ursachen der Zuwanderung anbelangt, so waren sie ausgesprochen ökonomischen Charakters- Folgende Tabelle gibt die Zahl, Ursache - j und Zeit der Niederlassung der selb- Moskau, 1911. 60 Seiten. 8°. 40 Kopeken (russ.)i ständigen Juden in Wologda an. Die