Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1912-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1912) · p. Seite 98

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
8 (1912)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1912)
Article
Die jüdische Bevölkerung im Grossherzogtum Hessen nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 1. Dezember 1910
Date
1912-07-01
Page
Seite 98 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2650397-3187717-3187725-3192614--3514-3192648
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 98 — vorzunehmen. Der Wunsch der Grossloge war, für ihre Bestrebungen auf -wirtschaftlichem und kulturellem Gebiete eine breitere statistische Unterlage zu erhalten, als sie die amtliche Statistik bietet. Wir kamen dem Ersuchen gerne nach, indem wir die jüdische Bevölkerung hauptsächlich nach Geschlech t, Alter, Farn i 1 i e n s t a nd, Staatsangehörigkeit und Beruf auszählten- Die Ergebnisse sind in gekürzter Form im 2. Heft des 58. Bandes der Beiträge zur Statistik des Grossherzogtums Hessen" auf Seite II—V abgedruckt. Eingehender sind sie von Dr. A. Ruppin, dem damaligen Leiter des Büros für Statistik der Juden in Berlin, durch weitere statistische Erhebungen ergänzt und zu einer wertvollen Monographie .,D ie Juden im Grossherzogtum Hessen" verarbeitet worden. Eine derartige Arbeit liegt in dieser Ausführlichkeit bis ietzt für keinen anderen deutschen Staat vor und ihr Studium können wir jedem angelegentlichst empfehlen, der sich über die statistisch erfassbaren Verhältnisse der Juden im Grossh. Hessen unterrichten will. Da somit bei der erwähnten Auszählung der Altersaufbau der jüdischen Bevölkerung Hessens zum erstenmal festgestellt war, so benützten wir die günstige Gelegenheit, um auch die Todesfälle der jüdischen Bevölkerung nach denselben Altersklassen auszuzählen und die Sterblichkeit zu berechnen. Auf solcher Grundlage war ein wertvoller Einblick in die Sterblichkeitsverhältnisse einer scharf umgrenzten Bevölkerungsklasse gegeben. Es ist wohl auch die erste Darstellung, in der die Sterblichkeit der Juden eines ganzen Landes statistisch genau zum Ausdruck gebracht ist. Seit dieser Zeit hat unser Amt den Eheschliessungen, Geburten und Todesfällen j der jüdischen Bevölkerung grössere Aufmerksamkeit gewidmet.**) Insbesondere wurden die Sterbefälle nach Altersklassen und Todesursachen ausgezählt. Um dieses Material geeignet verwerten zu können, wiederholten wir bei der Bearbeitung des Urmaterials der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 die Auszählung der jüdischen Bevölkerung nach Altersklassen, aber in Kombination mit dem Familienstand. (Für das Jahr 1905 wurde der Familienstand nur für die gesamte jüdische Bevölkerung, ohn3 Trennung nach Altersklassen, ausgezählt.) Auch wurden die zehnjährigen Altersklassen von 20—30 und von 30—40 Jahren in fünfjährige Altersklassen zerlegt. Ausserdem ist die Staatsangehörigkeit zum erstenmal eingehend untersucht worden. Dagegen beschränkten wir die Auszählung nach dem Beruf, die sich für das Jahr 1905 auf die gesamte jüdische Bevölkerung erstreckt-?, in 1910 auf die russischen und ösfcrreichischenJuden. Dies war schon dadurch gerechtfertigt, dass bei de7allgemeinen Berufszählung des Jahres 1907 der Beruf der jüdischen Bevölkerung e^fasst wurde, wenn auch ohne Unterscheidung von Aus- und Inländern. Irn folgenden sollen die Ergebnisse der Auszahlung kurz dargestellt und soweit als nötig erläutert werden. Die eingehende Ausnutzung des Zahlenmaterials muss den Interessenten überlassen bleiben. **) Besondere Veranlassung bot auch die im Jahre 1905 gegründete, v.om Büro für Statistik der Juden in Berlin herausgegebene „Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden"; ferner das Buch Dr. A. R u p p i n s «,Die Juden der Gegen- I wart."

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.