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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1912-05-01 · Heft 5 (Mai 1912) · p. Seite 80

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
8 (1912)
Issue
Heft 5 (Mai 1912)
Article
Die jüdische Bevölkerung Jerusalems
Date
1912-05-01
Page
Seite 80 (sequence 1)
Language
German
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80 — Palästina Die jüdische Bevölkerung Jerusalems, Im jüngsten Heft der hebräischen Monatsschrift „Haschiloah" veröffentlicht Josua Barsilai (Eisenstadt) aus Jerusalem interessante Ziffern über die Zahl der jüdischen Bevölkerung Jerusalems, die Seelenzahl der einzelnen Kolelim (Chalukah- Landsmannschaften), den Jahresbetrag der Chalukah, der auf die Angehörigen der einzelnen Kolelim entfällt, die sonstigen Erwerbsquellen der Jerusalemer jüdischer Bevölkerung ausser der Chaluk a h usw. Die Daten Barsilais beruhen teils auf eigenen genauen Schätzungen und Beobachtungen, teils auf zuverlässigen Angaben anderer, mit den einschlägigen Verhältnissen durchaus vertrauter Personen. Nähere Aufschlüsse über die einzelnen Landsmannschaften bietet folgende Zusammenstellung: Bezeichnung des Kolel Seelenzah! Jahresbctrag d. Chalukah pro Kapf Ungarn 2000 Eres. 100.— Galizien 3000 »i 40.— Siebenbürgen 100 M 180.- Deutschland u. Holland 170 M 100.— Rumänien 600 M 20. - Amerika 1000 Doli 100.- Warschau 2000 Rbl. 25. - Chabad 2500 M 20. Suwalk 1200 25. - Wilna und Shamut 3500 10.- Grodno 2800 M 8.- Wolhynien 3000 5.— Reussen 700 „ 6.— Minsk 1200 4. - Pinsk 1200 3. - Karlin 600 3.- Bessarabien 200 5 — Shitomir 400 M 5. - Waad kol Hakolelim *) 1 000 Ges-Zahl d. aschkenasisch. Chalukah empf äng er 27170 *) Eine von den Vorstehern verschiedener Kolelim gebildete Körperschaft, welche an diejenigen Personen, die keiner der obengenannten Landsmannschaften angehören, Chalukahgelder aus einem speziellen Fonds verteilt. Die Anzahl der jüdischen Bevölkerung Jerusalems beziffert Barsilai auf etwas über 44 000 Seelen. Davon gehören über 27 000 den verschiedenen aschkenasischen Kolelim und über 13 000 der sephardischen Gemeinde an, die auch Jemeniten, Perser. Bucharer, Maghrebiner usw. umfasst. Ungefähr 4000 Personen beziehen gar keine Chalukah. Hierzu kommen die Angehörigen der sephardischen Gemeinde, und zwar Spaniolen 6000, J em e n i t e n 3000, Perser 1200, Georgier (Gurdschis) 1000. Bucharer 500, Maghrebiner (aus Marokko und Algier) 1500, zusammen 13 200 Seelen. Bei den Sephardim beziehen nur die Chachamim und Jeschibajünger, sowie Witwen und Waisen Unterstützung durch die Chalukah; die übrigen haben einen andren Erwerb. Aber auch die grosse Mehrzahl der Aschkenasim kann nur einen geringen Teil ihres Lebensunterhalts aus den Geldern der Chalukah bestreiten. Bloss 3270 Personen, die dem deutschen, ungarischen und amerikanischen Kolel angehören, können mit der auf sie entfallenden Chalukah notdürftig ihr Auskommen finden; weitere 6000 Personen decken etwa die Hälfte ihres Lebensbedarfs aus den Mitteln der Chalukah, während zwei Drittel der jüdischen Bevölkerung Jerusalems nur ganz minimale Beträge von der Chalukah empfangen und im grossen und ganzen auf andere Erwerbsquellen angewiesen sind. Als solche Erwerbsquellen führt Barsilai an: 1. Einkünfte aus Kapital- und Grundbesitz ausserhalb Palästinas. 2. Einkünfte aus Kapital- und Grundbesitz in Palästina. 3. Handel, Gewerbe und Handwerk. 4. Unterstützung durch Verwandte ausserhalb Palästinas. 5. Gelegentliche Unterstützungen. Nach seinen Berechnungen decken aus der unter 1 genannten Erwerbsquelle etwa 5000 Personen, ebensoviel aus Nr. 2, 2000 aus Nr. 3, 5000 aus Nr. 4 und 3000 aus Nr. 5 ihren hauptsächlichen Lebensbedarf. Diese Angaben schliessen jedenfalls eine wesentliche Korrektur der landläufigen Anschauungen über die Erwerbsverhältnisse der jüdischen Bevölkerung Jerusalems in sich. Für die Redaktion verantwortlich: Rechtsanwalt Dr. Bruno Blau, Berlin-Charlotienburg. — Verlagdes Bureaua für Statistik der Juden, Berlin. — Expedition und Kommissionsverlagvon Louis Lamm, Berlin C, Neue Friedrichstrasse 61 — 63. Druck von Anton Timm, Berlin NO. 13, Strausberg-erstr&sse 14.

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