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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1912-04-01 · Heft 4 (April 1912) · p. Seite 64

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
8 (1912)
Issue
Heft 4 (April 1912)
Article
Die Sprachen der Juden [Rezension]
Date
1912-04-01
Page
Seite 64 (sequence 1)
Language
German
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— 64 — Literatur. Loewe, fi ei n r i c h. Die Spröden der luden. Köln. Judischer Verlag. 1911. 160 Seiten. 8* — Preis 2 M. Es ist ein äußerst verdienstvolles Unternehmen j gewesen, die Sprachengeschichte der Juden im Zusammenj hange darzustellen. Die schwierige Aufgabe ist dem j Verfasser gut gelungen. Er behandelt in den einzelnen \ Abschnitten seines Buches die Sprache der Heimat die j Sprache der fremde, europäische Judensprachen, die! jüdisch-deutsche Sprache in der Gegenwart, lebende; judensprachen, Mehrsprachigkeit, Entstehen und Vergehen j der Judensprachen, Hebräisch als jüdische Schriftsprache,! die Schrift der Judensprachen, die Aussprache des! Hebräischen, Einwirkung der Juden auf nichijüdische I Sprachen, das moderne Hebräisch, den Wert des j Hebräischen für das jüdische Volkstum. Das wichtige! Kulturhistorische Problem ist also nach jeder Richtung j hin erschöpfend erforscht worden, und zwar unter ßei rücksichtigung der vorhandenen Literatur und auf Grund j eigener Beobachtungen des Verfassers. Auch d!e in \ frage kommenden statistischen Angaben sind überall j berücksichtigt worden. I Das Buch ist für die Volkskunde der Juden von j hervorragendem Wert. B. B. Dokumente zur CmGnzipatüon der Juden. Vier Reden! von Lord Macaulay, Gabriel Rießer, Ratsj herr Suter und Georg frhr. v. Vincke.; Halle a. S. Otto Hendel. 1912. IV 122 Seiten.! 8°. Preis 1,50 M., geb. 2,50 M. Zum Andenken an die vor 100 Jahren erfolgte j Emanzipation der Juden In Preußen hat der Verlag Otto j Hendel vier Reden neu herausgegeben, in denen be- | deutende Männer ganz verschiedener Herkunft und ganz j verschiedenen Standes für die Gleichberechtigung der i Juden eintreten. i Die Reden haben nicht nur ein historisches Interesse, j wie der Herausgeber zutreffend in der Einleitung bemerkt. Auch heute, wo die Gleichstellnng der Juden de facto immer noch nicht erreicht ist, sind die Reden geeignet, nach dieser Richtung hin zu wirken. Ihre Verbreitung in weitesten Kreisen erscheint daher erwünscht. B. B. f u n k, S. TclmudpröbCR. Leipzig, G. J. Göschensche Verlagsbuchhandlung. 1912. 135 Seiten. 8°. — Preis geb. 0,80 M. Im Anschluß an seine Schrift .Die Entstehung des Talmuds0 (vcrgl. diese Zeitschrift, jahrg. 1910, S. 80!) bringt der Verfasser jetzt in einem ebenfalls in der Gosche n'schen Sammlung erschienenen Büchlein Proben aus dem Talmud in Wortgetreuer Uebersetzung. Er zeigt an der Hand der Quellenstellen die Entwicklung des jüdischen Gesetzes und gewährt auch einen Einblick in die Sagenwelt der Haggada. Schließlich führt er die Grundlenren über Gott und die Welt und eine Anzahl von Sprüchen und Lebens regeln vor. Das Buch, dessen Benutzung durch ein alphabetisches Register erleichtert wird, wird Alien, denen die talmudischen Schriften Im Urtext nicht zugänglich sind, viel freude bereiten. B. B. Breslauer, Bernhard. Die ZuräfMe^uncj der Juden an den Unluerfifäfsn Deutschlands. Denkschrift, im Auftrage des Verbandes der deutschen Juden gefertigt. Berlin, 1911. 22 Seiten. 4°. Der Verband der deutschen Juden hat, nachdem er bereits früher die Beförderungsverhältnisse der jüdischen Richter in Deutschland untersucht hat, eine neue Enquete veranstaltet, welche die Lage der jüdischen Universitätslehrer zum Gegenstande hat. Die Ergebnisse der Umfrage sind von Justiirat Breslau er eingehend bearbeitet worden. De/ Verfasser kommt an der Hand der von ihm veröffentlichten Tabellen zu dem Resultat, daß eine absichtliche Zurücksetzung der judischen Gelehrten erwiesen ist und daß sich die Verhältnisse gegen früher noch verschlechtert haben, ferner ergeben die Tabellen, daß die getauften Juden zwei- bis dreimal so oft wie die Juden zu ordentlichen Professoren befördert sind, B. B. Mitteilung- Der Verein Jüdischer Studenten in München veranstaltete im vergangenen Wintersemester seminaristische Uebungen auf dem Gebiete der Statistik, Wirtschaftskunde und Wirtschaftsgeschichte der Juden Die Leitung ubernahm der Verein für Statistik der Juden in München, der hierzu die Herren Prof essor Dr. Cohen, Dr. E. Straus und D r Lud wi g feuchtwanger delegierte. In jeder Woche wurde von einem Mitglied des Vereins Jüdischer Studenten ein Referat geharten, woran sich Diskussion und Kritik knüpften. Die Themen lagen hauptsächlich auf dem Gebiete der Berufststatlstik, Unterrichtsstatistik, liebertrittsstatistik und Wirtschaftsgeschichte, ferner wurden die Bücher von So m bart „Die Juden und das Wirtschaftsleben", und von Ruppin „Die Juden der Gegenwart" (2. Auflage) besprochen. Die Uebungen werden im Sommersemester fortgesetzt werden. für die Redaktion verantwortlich: Rechtsanwalt Dr. Bruno Blau, Berlin-Chariottenburg. — Verlag des Bureaus für Statistik der Juden, Berlin. — Expedition und Kommissionsverlag von Louis Lamm in Berlin C. 2, Neue friedrichstrasse 61—63. — Druck von E. Grüner, Bernau.

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