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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1912-04-01 · Heft 4 (April 1912) · p. Seite 61

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
8 (1912)
Issue
Heft 4 (April 1912)
Article
Die Juden in der russischen Armee
Date
1912-04-01
Page
Seite 61 (sequence 2)
Language
German
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— 61 — aus den drei letzten Kolumnen der Tabelle I unwiderleglich folgt. Unser Autor hat die Mühe nicht gescheut, auszurechnen, wieviel Juden ihrem Bevölkerungsanteil (11,15) entsprechend wirklich einzurücken haben, und als er diese auf der einzig zulässigen Basis j gewonnene Zahl von der Zahl der Juden, die j tatsächlich ausgehoben wurden, abzog, bej kam er das verblüffende Resultat, daß die j Juden während der dreißigjährigen von ihm j behandelten Periode 15502 Soldaten mehr geliefert haben, als sie liefern sollten. Nur am Anfang und am Ende der betreffenden Periode ist ein wirkliches Defizit zu verzeichnen, während alle übrigen Jahrgänge einen bedeutenden Ueberschuß aufweisen. Und daß die Ursache des wirklichen Defizits, wenigstens, was das Ende der in Rede stehenden Periode anlangt, in der kolossalen Auswanderung, die etwa 100000 Seelen jährlich beträgt, zu suchen ist, ist wohl jedem Unvoreingenommenen einleuchtend. Daß ein solcher Ueberschuß nur unter Aufbietung der gesamten Volkskraft gedeckt werden kann, ist selbstverständlich. Leider läßt sich aber die Regierung zur Ausgleichung des vermeintlichen jüdischen Defizits zu solchen Maßnahmen verleiten, die am allerwenigsten geeignet sind, das Vertrauen des Volkes zu gewinnen und ihm Liebe zum Militärdienst einzuflößen. Ich habe schon gelegentlich erwähnt, daß die Juden für jeden nicht erschienenen Kon Skripten 300 Rubel Strafe zahlen müssen, und zwar unter gegenseitiger Bürgschaft sämtlicher Verwandten. Aber noch mehr demoralisierend wirkt die Grausamkeit, mit der den jüdischen Familien die einzigen Söhne entzogen werden, die nicht selten auch I die einzigen Ernährer der Familie sind und j die in Rußland an sich frei vom Militär- \ dienst sind. Tabelle III, die die Zahl der während der letzten Jahre ausgehobenen jüdischen „Einzigen" angibt, zeigt, daß diese Erscheinung keine Zufälligkeit ist. Ob sie aber gerecht ist, läßt sich daraus schließen, daß die „Einzigen4' meistens für längst verstorbene oder längst ausgewanderte Glaubensgenossen einrücken müssen. Tabelle Iii. Die Zahl der ausgehobenen judischen „Einzigen". Jahrgang Zahl der Einzigen 1903 356 1905 991 1906 1275 1907 1016 1908 889 Wir wollen noch kurz die übrigen Abschnitte des interessanten und lehrreichen Buches streifen. In Kapitel IV werden die einzelnen Eigenschaften des jüdischen Soldaten behandelt und die landläufigen Beschuldigungen gegen diesen auf ihr richtiges Maß zu reduzieren gesucht. Dem jüdischen Soldaten wird erstens Schwächlichkeit nachgesagt. Unter dem vielen Lügenhaften, worunter der Jude als Soldat zu leiden hat, ist dies der einzig wahre Punkt, denn ein gewisser Grad von körperlicher Schwäche kommt dem ganzen europäischen Judentum mehr oder minder stark ausgesprochen zu. Diese Eigentümlichkeit ist aber kein unverbesserlicher Fehler der Rasse, sondern eine Besonderheit der Städter überhaupt, und daß die Juden nicht nur in dieser, sondern auch in vielen anderen Beziehungen übertriebene Städter sind, ist eine längst bekannte Tatsache. Auch ist von mir nachgewiesen (Die südrussischen Juden. Eine anthropometrische Studie. Braunschweig, 1895? S. 28 und 29), daß der Brustumfang der Juden, worum es sich hier hauptsächlich handelt, mit dem Alter zunimmt und ein normales Maß erreicht. Es sind somit äußere Einflüsse, die den Juden in der Jugend engbrüstig machen und glaube ich, daß gute Kost, frische Luft und militärische Durchbildung des Körpers sehr schnell imstande sind, die Körperkraft der Juden zu heben. Von diesem Standpunkte aus möchte ich wie in jener Abhandlung so auch jetzt das von den Juden in Rußland bei der Aushebung verlangte Mindermaß an

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