Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1912-04-01 · Heft 4 (April 1912) · p. 49

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
8 (1912)
Issue
Heft 4 (April 1912)
Article
Inhalt
Date
1912-04-01
Page
49 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2650397-3187717-3187722--3394-3192486
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

lÄlftDiiiliiSliltoJitei. -\p\ ®r Erscheint monatlich. — Aboisnementspreis — für d as ganze Jahr 6,—M. för das halbe Jahr 3,50 M. =S Herausgegeben vorn Bureaü für Statistik der Juden Berlin C. 2, An der Spandauerbrücke 15. FF Zu beziehen durch das Bureau für Statistik der Juden, Berlin C. 2, An der Spandauerbrücke 15, 3 E= =S Begründet von Dr. Arthur Rnppin. — Redlgiert von Dr. Bruno Blau. 8. Jahrgang.!! April 1912. Heft No. 4 INHALT: (Die nicht von den Verfassern gezeichneten Artikel sind Arbeiten des Bureaus für Statistik der Juden.) I, Abhandlungen. Dr. oec, publ. Jacob Segall, Berlin: Der Anteil der Juden in Deutschland an dem Beamtenstande und den freien Berufen. — Dr. S. Weißenberg, Elisabethgrad: Die Juden In der russischen Armee. (Schiuss.) II. Statistisches Archiv. Cholera und Juden. — Passah und Mortalität. HL Literatur, Loewe: Die Sprachen der Juden. — Dokumente zur Emanzipation der Juden. — funk, Talmud' proben — Breslauer, Die Zurücksetzung der Juden an den Uuiversitäten Deutschlands. IV. Mitteilung. Nachdruck der Abhandlungen ist nur mit besonderer Genehmigung, des übrigen Inhalts nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet. Der Anteil der Juden in Deaiscnland an dei Von Dr. oec. publ. j Man war stets begierig, zu erfahren, wieviele Juden höhere Staatsbeamte sind, i wieviele Richter, Anwälte und Aerzte. Denn j nächst den Angriffen, welche gegen die Juden j als Träger des Kapitalismus geschleudert \ werden, hört man immer wieder von antise-; mitischer Seite die Behauptung, der Juristenj stand, der Aerztestand, die Presse usw. seien; verjudet. Schon aus diesem Grunde ist es j notwendig, diese Berufskategorie näher zu \ betrachten und die einzelnen Berufsarten ge- \ sondert vorzuführen. Hierzu kommt aber ein i wichtiger praktischer Gesichtspunkt. Es ist; gegenwärtig unter den Juden eine Strömung \ vorhanden, die auf Aenderung ihrer gegen- *) Der Aufsatz ist im wesentlichen dem in diesen Tagen erscheinenden Buche „Die beruflichen und sozialen Verhältnisse der Juden in Deutschland" (Verlag Jiax Schildberger, Inhaber Arthur Schlesinger, Berlin W. 62) entnommen. i Beamtensinnde hui! den freien Berufen.*) icob Segall, Berlin. wärtigen Berufsverteilung gerichtet ist. Das Thema der Berufswahl wird eifrig diskutiert, und gerade für diese Frage kommt unseres Erachtens wohl keine Berufsschicht so sehr in Frage, als gerade der Beamtenstand und die freien Berufe. Daß die Zunahme der Juden im Handel nachgelassen hat, steht fest; daß die Juden dem modernen Zug zurlndustrie gefolgt sind, ist ebenfalls ziffernmäßig nachzuweisen. Es vollzieht sich also bereits eine Berufsverschiebung unabhängig von dem Willen des Einzelnen, bewirkt durch die Macht der wirtschaftlichen Verhältnisse. Für die aus dem freien Willen zu bewerkstelligende Umgestaltung in der Berufsgliederung der Juden bleibt in erster Linie, abgesehen vielleicht von der Landwirtschaft, nur diejenige Berufsgruppe übrig, die uns in folgendem beschäftigen wird. Freier Wille und günstige äußere Verhältnisse müssen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.