Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 8 (1912)
- Issue
- Heft 3 (März 1912)
- Article
- Die jüdische Auswanderung aus Österreich nach Amerika in den Jahren 1900 - 1909
- Date
- 1912-03-01
- Page
- Seite 39 (sequence 2)
- Language
- German
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— 39 — dadurch aus, daß sie im Keime zugleich eine neue Heimatsucliung darstellt, daß der Strom der jüdischen Emigration zugleich unter Umständen in eine Welle der Kolonisation umgewandelt wird. Das Verlassen der Staatsgrenzen auf Nimmerwiedersehen, das ist das Charakteristikum dieser Tragödie der Juden. Emigration genannt: das neue Land ist die neue Station der Rast des Wanderers. Nur wenn der Strom an der Grenze angehalten wird, wenn sein natürlicher Abfluß in das Aufnahniereservoir jenseits des Ozeans gewaltsam gehindert wird, folgt naturgemäß eine Rückströmung in das ursprüngliche Reservoir. Dies kommt in Zeiten großer Krisen drüben vor, wenn das Reservoir bis über den Deckel voll ist. — (Nationalitäten Slowaken Polen Kroaten Magyaren Juden Ruthcnen Deutsche Tschechen Italiener Serben Rumänen Sonstige Deutsche Tschechen Polen Ruthenen Serben Italiener Magyaren Kroaten Rumänen Slowaken Juden Sontige der Tabelle I die relativ größte Auswanderungsintensität bei den Juden in den Jahren 1902 bis 1905 und 1908 bis 1909 im Verhältnis zur Bevölkerungszahl im Lande. Den 1149414 slavischen Emigranten stehen 139669 jüdische gegenüber, was eine Riesenpost ausmacht. Tabelle D) zeigt die Auswanderung in absoluten Zahlen und in Perzenten. Es ist dabei interessant, daß das siavische Element, welches unter den Auswanderern dominiert, in den Krisenjahren 1907,08 empfindlicher wird und zusammenschrumpft, während das jüdische Element in diesem Krisenjahre sogar um 2,6 Prozent gestiegen ist Es erhellt daraus, daß das jüdische Element durch drückendere Ursachen über den Ozean getrieben wird als die bodenständigen slavischen Nationalitäten Österreichs, welche die Krise auf eigener Scholle im Heimatlande überwinden können. Ferner zeigen die Ziffern l) Dem Aufsatze liegt die Arbeit Dr. v. EngÜschs über die Lehren der araerik. Au$wand«rungsstatistSk (Statistische Monatsschrift VI, 1911) zu Grunde. Tabelle II zeigt die Auswanderer in absoluten Zahlen nach Jahrgängen. Die angeführte absolute Bevölkerungszahl im Lande ermöglicht das Gesamtbilder Auswanderung zu vervollständigen. Wichtig wäre es sodann folgende Tatsachen ziffernmäßig festzustellen, Tabelle 1. 1900/01 1901/02 1902/03 1903/04 1904/05 1905/06 1906-07 1907/08 1908/09 Zusamm. 29243 36931 34410 27895 52282 36550 41815 15979 22374 297479 20288 32429 37499 20243 50785 43803 58719 26423 36483 337672 17815 30223 32892 21105 34932 43157 47125 19782 19473 266504 13310 23609 27113 23851 45871 42848 59593 23826 27941 287962 13000 1284S 18759 20211 17352 14884 18885 15293 8131 139669 5276 7533 9819 9415 14250 15880 23751 12298 15468 113690 7816 16249 23597 22507 33642 34848 40497 27576 21096 227828 3766 5589 9577 11838 11593 12635 13363 9899 6609 84869 1463 1417 2170 1984 2355 1962 1506 1121 1151 15426 717 1004 1723 2023 2552 4424 7263 7444 3628 30778 557 1735 4173 3851 7261 10811 18429 8791 7484 63092 43 2668 4277 2235 2848 3849 6561 97 53 22269 In Prozenten 6,9 9,4 11.5 ' 12,7 12,2 13,1 12,0 16,4 12,4 — 3,3 3,2 4,6 6,7 4,2 4,8 4,0 5.9 3,9 — 17,9 18,8 18,2 17,1 18,4 16,5 17,6 15,7 21,4 _ 4,7 4,4 4,8 5,3 5,2 5,9 7,0 7,3 9,1 - 0,6 9,9 2,8 2,3 1,8 2,9 4,0 4,4 2,1 — 1,3 1,0 1,1 1.1 0,9 0,7 0,4 0,7 : 0,7 — 11,7 13,7 13,2 13,5 16,6 16,2 17,6 14,1 16,4 — 15,8 17,6 16,0 11,9 12,7 : 16,3 13,9 11,7 11,4 — 0,5 1,0 2,0 2,2 2,6; 4,1 5,4 5,2 4,4 — 25,8 21,5 16,7 15,7 19,0 13,8 12,4 9,5 13,2 — 11,5 ',5 *U 1U 0,3 5,6 6,5 9,1; 5,0 — 0,0 1,0 0,0 0,1 0,1 0,1 0,1 0,0 ' 9,0 —