Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 8 (1912)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1912)
- Article
- Verteilung der jüdischen Bevölkerung auf Stadt und Land in Holland
- Date
- 1912-02-01
- Page
- Seite 32 (sequence 1)
- Language
- German
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— 32 — Verteilung, der jüdischen Bevölkerung, Holland. aüf $fadf untj £and;n Heiland. ==^----———- Dem reichhaltigen Ergebnis der letzten Volkszählung1 in Holland vom 31. Dezember 11)00 entnehmen wir folgende Tabelle über die Verteilung der Juden nach Ortsgfößcnklassen. j£s gibt unseres Wissens kein Land, welches ein so reich gegliedertes Zahlen* materlal, besonders für die Gruppierung nach Stadt und Land, für die einzelnen Konfessionen enthält. Ortsgrößenklassen Gesamt-Bevölkerung männl. weibl. zusammen Niederiänd. Juden männl. weibl. zus. Portug männl esische Juden weibl. zus. Ges.-Zahl der Juden 100000 Einw. u dar. (352821) 721577 1374406 3462Ü 38500 73102 2417 2851 5268 78388 50000-10U0ÖO 17731(5 104187 371503 269(5 2823 5519 58 109 167 568(5 20001— 50000 363221 H20SÜ0 624021 3310 3511 6821 60 72 132 6953 10001— 20i,00 357904 355853 713757 2667 2732 : 5399 130 98 , 228 5627 5001— 10000 521652 5152(58 : 1034920 2622 2670 5292 259 233 492 5784 2001— 5000 595472 575577; 1171049 1561 1546 3113 109 141 ■ 250 3363 1001— 2000 216962 207257 : 424219 253 245 498 39 39 78 576 501— 1000 65648 62872 128520 9 11 20 —! - 20 500 u. weniger 7937 7616 15553 2 1 Jl 3 2 _! 2 5 Insgesamt 2899125 2959050 5858175 47746 52039 99785 3079; 3545 6624 106409 Nach dieser Tabelle wohnen 78388, d. h. 73,6 °/ö aller Juden in Großstädten und nur 3964, d. h. 3,7 0 in Landgemeinden (unter 5000 Einw.) Die entsprechenden Ziffern für die Gesamtbevölkerung lauten 23,4 u/0 bezw. 29,6 °/0. Bei den portugiesischen Juden ist die Konzentration in den Städten noch größer als bei den niederländischen Juden. Es wohnten 5268, d. h. 80 °;0 in Städten mit 100000 Einwohnern und darüber. Die Juden Hollands beschäftigen sich vorwiegend mit Diamantenindustrie, die in Amsterdam ihren Sitz hat, wo demgemäß weitaus der größte Teil der Juden wohnt. (B i j d r a g e n Tot de Statistik Van Nederland. Nieuwe Volgreeks CLIV. Resultats du neuvlerne recensement de la population du Royaume des Pays Bas au 31. Dexembre 1909. Troisieme Partie.) Literatur. Hoff mann, Moses. Der Geldhcndel der deutschen Juden während des Mittelalters bis zum Jahre 1330. Leipzig. Duncker HumbJot. 1910. IX -f 236 Seiten. 8°. — Preis 5,50 M. Das Buch ist als 152. Heft der von Sc hm oller und S e r i n g herausgegebenen „Staais- und sozial' wissenschaftlichen Forschungen" erschienen. Es behandelt das Thema zum ersten Male in extenso und unter eingehender Benutzung der hebräischen Quellen, welche in den früheren einschlägigen Werken nicht oder nur sehr ungenügend berücksichtigt wurden. Der Verfasser gelangt, — um das Ergebnis vorwegzunehmen —, auf Grund seiner umfangreichen Studien zu dem Schluß, daß von einer besonderen nationalen oder Rassenveranlagung der Juden zum Handel, insbesondere zum Geldhandel, nicht gesprochen werden kann, und daß sie sich in dieser Beziehung von den anderen Völkern nicht qualitativ, sondern nur quantitativ unterscheiden. Die Juden haben sich in Deutschland anfänglich an denselben Berufen beteiligt wie die übrige Bevölkerung der Städte; sie waren Grundbesitzer, Kaufleute und Geldhändler. Sie hatten aber nicht etwa den Geldhandel oder gar den Wucher monopolisiert, sondern handelten nur nach dem Beispiel, das ihnen die Geistlichen, Ritter und Bürger gaben. Von der Mitte des 12. Jahrhunderts ab wurde dann, durch die Gesetzgebung veranlaßt, der Geidhandel ihr Hauptberuf, und in diesem haben die Juden im Mittelalter der Volkswirtschüft ganz hervorragende Dienste geleistet. Hoffmann hat sich um die Aufhellung jener dunklen Zeiten ein großes Verdienst erworben. Besonders wertvoll ist die umfangreiche dem Buche als Anhang beigefügte im Wortlaut wiedergegebene Responsenliteratur. B. B. Trietsch, Davis. Bilder aus Palästina. Eerlin. Orient-Verlag. (1911.) 159 Seiten. Gr. 8°. — Preis geb. 4 M. Der bekannte Orientforscher gibt in diesem vorzüglich ausgestatteten Buch in der Form einzelner Schilderungen ein vortreffliches Bild von dem Lande Palästina und von seinen Bewohnern, Die teilweise geradezu packerden Stimmungsbilder werden durch zahlreiche Abbildungen noch lebendiger. Der Verfasser hat Palästina, das er aus mehrjähriger eigener Beobachtung kennt, als Jude betrachtet; seine „Bilder* sind daher mehr als bloße Relsebeschreäbungen. Ueberall finden sich Betrachtungen, die sich einerseits auf die Vergangenheit und andererseits auf die Zukunft des Landes beziehen. Und auch bei der Beschreibung der gegenwärtigen Zustände hat Trietsch stets die jüdischen Interessen im Auge. So wird dem Suche eine ganz bestimmte Note aufgeprägt, die es zur Verbreitung in judischen Kreisen besonders geeignet macht. B. B. für die Redaktion verantwortlich: Rechtsanwalt Dr. Bruno Blau, Berlin-Charioüenburg. — Verlag des Bureaus für Statistik der Juden, Berlin. — Expedition und Kommissionsverlag von Louis Lamm in Berlin C. 2, Neue Friedrichstrasse 61—63. — Druck von E. Grüner, Bernau.