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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1912-01-01 · Heft 1 (Januar 1912) · p. Seite 7

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
8 (1912)
Issue
Heft 1 (Januar 1912)
Article
Die Juden in Mecklenburg-Schwerin von 1810 - 1910
Date
1912-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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_ 7 - Berufen in gleichem, der Industrie dagegen in viel geringerem Maße als die christliche Bevölkerung des Landes zuwendet. Im Verhältnis zu der erwerbstätigen jüdischen Bevölkerung des Reiches stellen die Juden Mecklenburg-Schwerins ein ungefähr gleiches Kontingent zum Handel und zu den j freien Berufen, während ihr Anteil an der Industrie ein viel geringerer ist, dagegen derjenige an den Berufslosen jenen ganz bedeutend übersteigt1) und diese über ein Viertel sämtlicher jüdischen Erwerbstätigen ausmachen. Von 100 jüdischen Erwerbstätigen gehörten j der letzteren Berufsklasse an j 1895 1907 j in Mecklenburg-Schwerin 26,47 27,89 -1,42 j im Reich 16,30 14,21 -2,09 j Diese große Zahl der Berufslosen in! Mecklenburg-Schwerin ist gewiß ein Zeichen j für die günstige materielle Lage der Juden dieses Landes. Sie dürfte aber zugleich ein Beweis für die Annahme einer weiteren Verminderung der jüdischen Bevölkerung sein.!) Von 100 erwerbstätigen juden Deutschlands gehörten an (1907): der Landwirtschaft 1,02 der Industrie 22,59, dem Handel 55,24, den freien Berufen 6,61, den Berufiosen 14,21. Wir können wohl ohne weiteres annehmen, daß sich diese Berufslosen, soweit sie dem männlichen Geschlecht angehören, in einem Alter befinden, in dem sie nicht mehr für die Vermehrung der Bevölkerung wesentlich in Betracht kommen. Dieses gilt aber in noch viel höherem Maße für die berufslosen Frauen. Von den Berufslosen waren 1895 1907 Männer 108 (39,92 o/0) 60 (28,67% Frauen 158 (60,08) 112_(71,350/0) 266 172 Die Frauen bilden also einen überwiegenden Bestandteil der Berufslosen, der von 1895 bis 1907 sich um 11,25% vermehrte. — Wir sind am Schlüsse unserer Darstellung angelangt, Sie zeigt uns das allmähliche Verschwinden der jüdischen Bevölkerung aus Mecklenburg-Schwerin, die wenn auch nie sehr stark, doch zahlreiche blühende Gemeinden bildete, von clerem einstigem Bestehen die noch heute in fast allen Städten des Landes vorhandenen Synagogen und Friedhöfe Zeugnis ablegen. Sie ist ein weiteres Kapitel zu der allmählichen Entjudung des platten Landes und der kleinen Städte. Stand der indischen Bevölkerung In DeMaiiä auf Grund dar ValMMiing v. 1.02 z. 1910. Ii. Bayern, Von Dr. oec. publ. Jacob Segali, Berlin. Wir haben im Novemberheft des vorigen Jahres damit begonnen, auf grund der Ergebnisse der letzten Volkszählung in einer Reihe von Einzeldarstellungen die gegenwärtige Verteilung der jüdischen Bevölkerung in den einzelnen Bundesstaaten zur Darstellung zu bringen und wollen, nachdem wilden größten Bundesstaat Preußen behandelt haben, in Folgendem den neuesten Stand der bayrischen Judenheit dem Leser vor Au&en führen. Aus mehreren Gründen sehen wir uns jedoch veranlaßt, in etwas größerem Umfange, als wir es bei Preußen getan haben, die EntWickelung der bayrischen jüdischen Bevölkerung mit in den Kreis unserer Betrachtung zu ziehen und den Gründen für die Stagnation der Juden in den letzten Jahrzehnten und den absoluten Rückgang im letzten Jahrfünft nachzugehen. Wir wollen ganz davon absehen, daß in Bayern die zweitstärkste Zahl von Juden im Deutschen Reiche konzentriert ist; schon dieser Umstand allein würde es erklärlich machen, daß wir uns mit den bayerischen Juden ausführlich beschäftigen müssen. Der Hauptgrund liegt aber in Folgendem: Es ist in der letzten Zeit wiederholt teils in Büchern, teils in Zeitungen auf die beispiellos niedrige Ver-

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