Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1908)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1908)
- Article
- Die angebliche Rassen-Immunität der Juden
- Date
- 1908-12-01
- Page
- Seite 186 (sequence 10)
- Language
- German
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- Tunis 2× ep/1048155
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186 — kulose von 1890—1900 bei den Juden 52,6, bei den Christen 436. Die Tuberkulose-Sterblichkeit auf 10000-^fer-Bevöifedemnach folgende: Lemberg Krakau Juden...... 30,64 20,49 Christen .... 63,51 66,41 Mit andern Worten: Die Tuberkulose-Sterblichkeit war unter den Juden in Lemberg kaum die Hälfte, in Krakau nur ein Drittel der unter den Christen beobachteten. In ßudepest zeigte die Volkszählung von 1906 unter einer Gesamtbevölkerung von 791748 Einwohnern 186047 Juden, also 23,5 %. Im Jahre 1905 starben 3195 Personen an Lungentuberkulose, davon waren 408 Juden, also 12,8 %. Auf 10000 der Bevölkerung starben also 21,93 Juden und 46,01 Christen, also wieder nur halb so viele unter den Juden als unter den Nichtjuden. In Rumänien, wo die Sterblichkeit an Tuberkulose sehr hoch ist, trotzdem die Masse der Bevölkerung ländlich ist, sind die Juden ebenfalls weniger oft Opfer dieser Krankheit. Proka weist nach, daß in Bukarest die Sterblichkeit auf 10000 bei den Rumänen 38,7, bei den Juden nur 25,6 war. (J. Mitulescu, „La Tuberkulose en Roumanie", „Tuberkulosis," Bd. V, 1906, p. 187). Auch in Berlin waren im Jahre 1905 nur 97 Juden unter insgesamt 4302 an Lungentuberkuldse gestorben. Demnach war der Anteil der Juden 9,81, der Nichtjuden 21,66 auf 10000 der Bevölkerung. Und in London zeigt die neuste, von einem Autor im British Medical Journal gegebene Untersuchung, daß 1901—1906 die Zahlen für die Juden 13^3, für die Nichtjuden 17,9 auf 10000 waren. In New-York zeigen die Berichte des Gesundheitsamtes, daß während des Jahres 1906 die Zahlen unter den Personen, deren Eltern in Rußland und Polen geboren waren (meist Jaden), nur 13,53 gegen 23,94 unter der Gesamtbevölkerung waren/ Ein ähnlicher Beweis ist für die Juden in Chicago, Neu-Süd-Wales und sogar Tunis erbracht worden. In Tunis fanden Tostivint und Remlinger für die Jahre 1894—1900 eine Sterblichkeitsziffer von 0,75 auf 1000 Juden, gegen 5,18 bei den Europäern und 11,3 unter den mohamedanischen Arabern. (Revue d'Hygiene et de Police Sanitaire", Bd. 22, p. 984, Paris 1900.) Hier muß auch die für Wien von Rosenfeld aufgestellte Statistik eingefügt werden, in der für die Jahre 1901 bis 1903 die Zahlen auf 10000 der Bevölkerung folgende waren: Lungen- Tuberkul. Katholiken..... 38,8 Protestanten.... 24,6 Juden........ 13,1 Alle Formen der Tuberkulose 49,6 32,8 17,8 Die Katholiken haben hier eine fast dreimal, die Protestanten eine fast zweimal so große Sterblichkeit als die Juden. Stellen wir alle diese Ergebnisse zusammen, so erhalten wir die folgende Tabelle. Ort Zeit An Tuberkulose starben auf iOOOO Einwohner Juden | Nichtjuden Tunis......... 1894| 1900 7,5 / 51,3 \ 113.0 Europ. Mohsm. 1905 9,81 21,66 / 38,8 Kath. Wien 1 Lungentub- % w,en ITbk. überh. . 1901-03 13.1 17,9 \ 24,6- / 49,6 Prot. Kath l 32,8 Prot. 1901—06 13,3 17.9 New York ..... 1906 13,53 23,94 1896-1900 20,49 66,41 1905 21,93 46,01 Bukarest ....... - 25,6 38,7 Lemberg....... 18974902 30,64 63,51 x4.ngesichts all dieser Tatsachen ist es nicht überraschend, daß viele Autoren diese geringere Tuberkulose-Sterblichkeit der Juden einer der jüdischen „Rasse" eigentümlichen Vitalität zugeschrieben haben, indem sie behaupten, daß das semitische Blut, das in den Adern der Juden fließt, sie gegen die Tuberkelbazillen immun macht und ihnen einen Vorteil im Kampf ums Dasein gibt im Vergleich zu den „Ariern", unter denen sie leben. Aber diese Behauptung gilt nicht viel, weil abgesehen von der Tatsache, daß die Anthropologen die Rassen-Reinerhaltung der Juden nicht bestätigen können, betont werden muß, daß