Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1908)
- Issue
- Heft 11 (November 1908)
- Article
- Die Reichsangehörigkeit der Juden in Dresden im Jahre 1905
- Date
- 1908-11-01
- Page
- Seite 175 (sequence 2)
- Language
- German
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— 175 — rast die Hälfte aller Dresdener Juden waren also Ausländer. Ihr Prozentsatz unter allen Ausländern betrug 5,9, während der Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung in Dresden nur 0,68°/0 betrug. (Statistisches Jahrbuch für die Stadt Dresden 1906). Oesterreich. Die Wiener Kulfusgemeinde im Jahre 1906. Nachdem Statistisch en Jahrbuch der Stadt Wien (24, Jahrg.) bestand der Vorstand der dortigen Gemeinde im Jahre 1906 aus 36 Mitgliedern 1 Oberrabbiner, 5 Rabbiner und 2 Rabbinatsassessoren waren bei ihr angestellt. Daneben bestanden 39 Bethausvereine. Die Einnahmen der Kultus* gemeinde betrugen 3235913 Kr., wovon 1295773 Kr. Kultusbeiträge waren, die von 21 614 Personen aufgebracht wurden. Die Ausgaben der Gemeinde beliefen sich auf 3028160 Kr, Außer der Wiener Kuitusgemeinde bestehen in Wien an selbständigen Gemeinden die Kultusgemeinde Floridsdorf und die türkisch-israelitische Gemeinde. Oesterreich Ehescheidungen in Wim. Aus den in dem 24. Jahrgang des Statistischen Jahrbuchs der Stadt Wien enthaltenen Zahlen ergibt sich folgende Zusammenstellung: 3 3 4 3 3 Wm fc> 3 3 4 5; zr -» o> }-l h-* h~1 CO ■ -£> zo <^D o o o o O o C£> Ol CO to ~1 ~3 ^3 CS CO O 00 ZQ wf^. h-* H-1 CD £ LO CO CO L\2 CD 00 O Ol Cft 00 CO 00 -3 00 -1 tf^ zo -3 Cfr CO C: CT n> *n ar &3 c T3 < O 3 C Q» 0> 3 0? o CL c 3 öfq 0> 3 < (/> O 3T C 03 CD O CT CD -n sr Sa c *o < o 3 n CL CD 3 < O: Cf5* CD rn sr CD r-h •t CD 3 3 C 3 CD 3 m c/> 2* 3 CL CD CO r-t- &» Berücksichtigt sind hier nur die rein jüdischen Ehen, da die Statistik nur die gemischten Ehen zusammen aufführt, ohne sie nach ihren Bestandteilen zu unterscheiden. Jedenfalls finden sich unter den getrennten Nischehen eine ganze Anzahl solcher, deren einer Teil jüdisch ist. Die geringe Gesamtzahl der gänzlichen Iphetrennungen erklärt sich daraus, daß den Katholiken, welche ja in Wien die große Mehrheit bilden, dte völlige Scheidung verboten ist. Italien. Zur Statistik der luden in Italien. Robert Michels behandelt in einem Aufsätze „etnographischstatistische Studien zur Entwicklungsgeschichte Italiens" auch die einzelnen Konfessionen. Danach sind die Juden — (35617 nach der Volkszählung von 1901) — fast stationär geblieben, während alle übrigen Religionsangehörlgen einen starken Zuwachs erfahren haben. Dieser Bevöikerungsstillstand5 der, wie Michels ganz richtig betont, relativ sogar einen Bevölkerungsrückgang bedeutet, ist nach Michels keineswegs als ein Anzeichen für eine etwaige Häufigkeit von Uebertritten zur herrschenden Religion anzusehen. ^Nirgends ist die äußere Veranlassung zu einem Religionswechsel geringer als in Italien wo Männer israelitischer Konfession häufig die höchsten staatlichen Aemter bekleiden und selbst vom Posten eines Kriegsministers nicht ausgeschlossen sind." Die Juden sitzen in Italien lediglich in den großen Städten: Rom 7121, Turin 2828, Florenz 2776, Livorno 2487, Venedig 2474, Mailand 1022, außerdem Mantua, Verona, Ancona usw. Auf dem flachen Lande und in kleineren Orten ist der Jude eine Seltenheit. Als besonderes Charakteristikum der italienischen Juden erwähnt Michels ihre ungewöhnliche Mobilität: Die letzte Volkszählung hat festgestellt, daß nur 61,5% der jüdischen Bevölkerung in derselben Gemeinde geboren waren, in der sie zurzeit ansässig sind. Noch vor wenigen Jahrzehnten war ganz Süditalien so gut wie frei von jüdischen Einwohnern; heute hat die schnell vor sich gehende Kapitalistische Entwickelung in Italien die Juden auch nach Süditalien verpflanzt Uebrigens hat in Süditalien weder vor noch nach der jüdischen Einwanderung irgend eine Art von Antisemitismus existiert Hoppe. Die jüdische ftusrc ander img nadt lletü-öörh. Die Statistik der jüdischen Einwanderung nach New-York für den Monat Juli 1908 weist abermals eine Steigerung gegenüber dem Vormonat auf. Insgesamt landeten im Monat Juli im Hafen von New-York 4349 Auswanderer, d h. 865 mehr als im Monat Juni. Von den Emigranten verblieben 3175 in der Stadt New-York, während 1174 sich nach dem Innern des Landes begaben. Unter den Eingewanderten sind 1471 Männer, 1545 Frauen und 1333 Kinder. Aus Rußland stammten 3340 Auswanderer, aus Oesterreich 536, aus Ungarn 241, aus Rumänien 125, aus Deutschland 14, aus England 48, aus Türkei 42, aus Griechenland, Frankreich und Holland je ein Auswanderer. Die f ruditbßrkdf in llllschehem Einem Aufsatze von Wieth-Knudsen (Rassenkreuzung und Fruchtbarkeit) in der „Politisch-Anthropologischen Revue" (VII. Jahrg. Heft 6) entnehmen wir, daß die Statistik der ehelichen Fruchtbarkeit in Preußen für die Jahre 1875—1900 folgendes Bild ergab: 5 Kinder. 4 „ 3,8 „ I evangelisch-kathl. Ehen: 3,1 Kinder. | christlich-jüdische Ehen: 1.7 w im jähre 1895 waren in Preußen gänzlich kinderlos 21% der evangelisch-katholischen jüdischen Mischehen, Reine Ehen Mischehen und 35% der christlich-