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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1908-11-01 · Heft 11 (November 1908) · p. Seite 172

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1908)
Issue
Heft 11 (November 1908)
Article
Ein wirtschaftlicher Beitrag zur Geschichte der polnischen Juden im Mittelalter
Date
1908-11-01
Page
Seite 172 (sequence 5)
Language
German
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— 172 — bürgerliches sein, schließen dürfen, und auch solches Eigentum nicht besitzen dürfen.1) Nach Orschansky sollen schon im Jahre 1629 von 453 Städten 208 keine Juden geduldet haben.2) Alles zusammen war ein Ausdruck der sich gegen die jüdische ökonomische Macht sträubenden polnischen Wirtschaftskräfte. Der Erfolg war jedoch gering. Obschon die Gesetzgebung streng gegon die Juden vorging, so wurde de facto der jüdische Handel nur in unbedeutendem Maße gehemmt; die Juden behielten den Grundbesitz und nahmen aller- 1) ibid. 2) ibid. hand Steuern sowohl von der Regierung wie von der Schlachta weiter in Pacht. *) So schreibt Kardinal Commendoni, der im XVI. Jahrhundert Polen bereiste, daß die Juden Güter besitzen, sich mit Handel und auch mit Wissenschaften, besonders mit Medizin und Astrologie beschäftigen.2) Eine beträchtliche Zahl der polnischen Juden betrieb Handwerk und Ackerbau. Auch am Sklavenhandel waren sie beteiligt, bis im 16. Jahrhundert das Statut des Königs Sigismund August diesen Handel gänzlich verbot. *) ibid. 2) ibid. Kritische und ergänzende Bemerkungen zur neuen Literatur über die Kriminulitut der Juden, •) Von Dr. Rudolf Wassermann in München. Schnapper-Arndt, Sozialstatistik (Leipzig, Klinkhardt, 1908). — Wulffen, Psychologie des Verbrechers (Berlin, Langenscheidt, 1908). — Veröffentlichungen des Bureaus für Statistik der Juden, Heft 4, Die Juden in Österreich (S. 145—151). — Herz, Verbrechen und Verbrechertum in Österreich (Tübingen, 1908, Laupp) S. 167—192. — Derselbe, Die Kriminalität der Juden in Österreich (Kohlers Archiv für Strafrecht, 1907, Heft 3.) — Högel, Die Grenzen der Kriminalstatistik (Graz, Irrgang, S.-Ä. aus der Statistischen Monatsschrift) S. 90—99. — Dazu eine Reihe von Aufsätzen und Notizen in dieser Zeitschrift von Blau, Hoppe, Thon und Wassermann. Mit meinem letzten Literaturbericht über Verwaltung und Volkswirtschaft, 1907), die neuen Erscheinungen auf dem Gebiet der Schallmeyer (im Archiv für Rassen- und Kriminalstatistik hat sich entschieden eine Gesellschaftsbiologie, 1907) sowie Blau (in wesentliche Veränderung im Interesse für die Kriminalität der Juden vollzogen. Außer den oben Genannten verdienen noch v. L i s z t (Das Problem der Kriminalität der Juden, Gießen, 1907), der Würzburger Straf rechtslehr er Mendelssohn- Bar tholdy (in der „Frankfurter Zeitung'4, Literaturblatt, Juli 1907), Rechtsanwalt Dr. Strauß (in der Brann'schen Monatsschrift für die Wissenschaft des Judentums, 1907) Erwähnung, deren Ansichten sich im Großen und Ganzen mit den meinigen decken. (Vergl. meine Schrift: „Beruf, Konfession und Verbrechen",) Von gegnerischen Stimmen seien S e i b t (Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung, *) Vergl. Jahrgang II? Seite 73 ff. den kritischen Blättern für die gesamten Sozialwissenschaften, 1907) genannt, denen ich mehrmals in Schmollers Jahrbuch und in der von Aschaffenburg herausgegebenen Monatsschrift für Krirninalpsychologie und Straf rechts« reform erwidert habe. (Vergl. Wassermann, Zur Methodik der Kriminalstatistik, Derselbe, Sächsische Kriminalstatistik, Derselbe, Begriff und Grenzen der Kriminalstatistik. Derselbe, Zur Theorie und Methode der Kriminalstatistik.) Casus belli bildeten dabei einesteils meine Methode, die allerdings seit neuerer Zeit ziemlich allgemein anerkannt wird und die Frage, ob es mir gelungen sei den Nachweis zu führen, daß die Kriminalität der Juden

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